Die Hausapotheke: Erste Hilfe für die Familie

Veröffentlicht am 15. Februar von Thorben Grünewälder in Gesundheit

Es gibt Tage im Leben, da geht einfach alles schief. Glück im Unglück haben Familien, die eine gut ausgestatte Hausapotheke ihr Eigen nennen. Wir zeigen Euch, wie Ihr euren Liebsten in leichten Notfällen schnell helfen könnt und welche Dinge unbedingt in eure Hausapotheke gehören.

Was gehört in die Hausapotheke?

„Selbst ist der Mann“ denkt sich der Familienvater und fängt hochmotiviert mit dem Bau des Vogelhäuschens an. Einige Stunden später sind die Vögel noch immer Obdachlos, der Hobbyhandwerker leckt sich aber – nun bereits etwas desillusioniert – das Blut vom Daumen. Leider hat er den Nagel nicht auf den Kopf getroffen. Die Tochter, die ihm eigentlich beim Bau des Vogelhäuschens helfen sollte, war lieber Skateboard fahren und kommt nun reumütig mit aufgeschürften Knien zurück. Natürlich hat sie auch auf eine warme Jacke verzichtet und so kündigt sich die nächste Erkältung bereits an.

Deine Hausapotheke: die inneren Werte zählen

Ob Kopfschmerzen, Kratzer oder Allergien – wenn es einen trifft, ist die nächste Apotheke oft weit entfernt oder geschlossen. Eine gut sortierte Auswahl an Medikamenten, Pflastern und Salben ist eine gute Idee und erspart jede Menge Frust und Ärger. Zu den häufigsten Beschwerden, gehören neben Kopfschmerzen leichte Schürfwunden, Erkältungen und Magen-Darm-Beschwerden. Meist handelt es sich dabei um Probleme mit der Wetterfühligkeit, einen leichten Infekt oder harmlose Kratzer, die sich mit Mitteln aus der Hausapotheke gut behandeln lassen.

Bleiben die Beschwerden bestehen oder verschlimmern sich sogar, ist ein Besuch beim Arzt angebracht. Dies gilt besonders dann, wenn Kinder betroffen sind. Die wichtigste Regel lautet also: Im Zweifelsfall immer den Arzt aufsuchen. Der Hausarzt Deines Vertrauens kann Dir darüber hinaus weitere Tipps für die Hausapotheke geben und Fragen zu den verschiedenen Medikamenten beantworten.

Auf alles vorbereitet mit der perfekten Hausapotheke

Tabletten gegen Kopfschmerzen oder Übelkeit haben die meisten Menschen im Haus. Doch was ist mit einem Fieberthermometer, Mullbinden, Verbandscheren, Desinfektionsmitteln und einer Pinzette? All diese Dinge sind nicht teuer, leicht zu beschaffen und oft der Retter in der Not. Mit einer Pinzette kannst Du beispielsweise Zecken entfernen oder Holzsplitter herausziehen. Größere Schürfwunden, für die ein einfaches Pflaster nicht reicht, sollten ebenfalls Bestandteil der Hausapotheke sein. Gerade Familien mit kleinen Kindern, die gerne draußen spielen, können hiervon ein Lied singen.

Das Fieberthermometer ist für alle Altersgruppen geeignet und gibt Gewissheit, wenn die Hand auf der Stirn nicht ausreicht um Fieber festzustellen. Für Kinder gibt es neben den Trostpflastern auch die meisten anderen Dinge mit lustigen Tiermotiven. So ist der Schmerz schnell vergessen. Wer unter Allergien leidet, sollte in den Frühlings- und Sommermonaten vorbereitet sein. Augentropfen, Pastillen und Nasensprays gehören besonders bei schweren Allergien in die Hausapotheke.

Ruhe bewahren und Tee trinken

Es muss nicht immer die Tablette sein. Bei Beschwerden wie Übelkeit oder nervöser Unruhe hilft meist schon ein Kräutertee. Besonders Minze, Zitronenmelisse oder Salbei sind leicht erhältlich. Mit wenig Aufwand machen diese Kräuter aus einem Becher mit heißem Wasser eine beruhigende Tasse Tee. Frische Minze findest Du in jedem Supermarkt. Etwas exotischere Kräuter erhältst Du in vielen Apotheken oder Reformhäusern. Mit Salbeiblättern kannst Du beispielweise nicht nur Tee machen, sondern auch ganz leicht Halsschmerzen kurieren. Ein Aufguss aus Salbei-Blättern zum Inhalieren ist ein altes Hausrezept und hilft auch gegen Reizhusten. Erkältungs- und Magentees, die bereits fertig portioniert abgepackt sind, bereichern jede Hausapotheke.

Homöopathie in der Hausapotheke

Wer bei einer Erkältung nicht auf Nahrungsergänzungsmittel oder Vitamine zurückgreifen möchte, kann auch Schüssler-Salze ausprobieren. Diese Mineralstoffe wurden in den 1870er Jahren vom deutschen Homöopathen Wilhelm Heinrich Schüßler entwickelt und sollen das Immunsystem stärken, Nervosität bekämpfen und den Kreislauf unterstützen. Insgesamt gibt es 12 Schüssler-Salze, denen jeweils eine verschiedene Wirkung nachgesagt wirkt. Wie Du die Mineralstoffe einnimmst, bleibt Dir überlassen. Schüssler-Salze gibt es in Tablettenform, als Pulver oder als Salbe – auch laktosefrei.

Die Lagerung – sicher und hygienisch

Neben dem Inhalt, ist die richtige Unterbringung der Hausapotheke wichtig. Wir empfehlen eine trockene, kühle und lichtgeschützte Lagerung an einem gut erreichbaren Platz. So stellst Du sicher, dass die Medikamente lange haltbar bleiben und Salben nicht festtrocknen. Feuchtigkeit schadet Tabletten genauso wie Verbandmaterial. Die Küche und das Bad kommen daher nicht für die Lagerung in Frage. Der Dampf aus Kochtöpfen und Dusche würde schon reichen, um den Inhalt der Hausapotheke anzugreifen. Im Notfall muss es oft schnell gehen. Verstaue die Medikamente daher an einem gut erreichbaren Ort. Denke aber daran, dass Kleinkinder nicht zu leicht an die Tabletten und Salben gelangen dürfen. Eine verschließbare Apotheke ist daher eine gute Idee.

Die getrennte Aufbewahrung der Arzneimittel für Kinder und Erwachsene ist ebenfalls angebracht. So kommt es in hektischen Momenten zu keiner Verwechslung. Auch Tierarzneien gehören selbstverständlich nicht in die Hausapotheke! Neben der Lagerung musst Du natürlich regelmäßig die Haltbarkeit der Medikamente überprüfen. Magentabletten aus dem Jahr 1980 werden wahrscheinlich heute eher für Übelkeit sorgen anstatt zu helfen. Im schlimmsten Fall, sind abgelaufene Arzneien sogar gefährlich. Gewöhne Dir daher an, mindestens einmal im Jahr alles durchzusehen. Beipackzettel sollten übrigens erst dann entsorgt werden, wenn auch das Medikament aufgebraucht ist.

Kurz gesagt:

Die meisten Unfälle passieren im Haushalt. Mit einer gut ausgestatteten Hausapotheke bist Du aber auf die kleinen Katastrophen des Alltags vorbereitet. Achte auf eine Lagerung an einem kühlen, dunklen Ort und überprüfe regelmäßig die Haltbarkeit. Homöopathische Mittel sind eine gute Ergänzung. Doch egal wie umfangreich Dein Medizinschrank ausgestattet ist – im Zweifelsfall ist der Gang zum Apotheker oder zum Arzt die richtige Entscheidung. Dein Hausarzt berät Dich gerne und gibt Dir weitere Tipps für Deine Hausapotheke.

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