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Lebensmittel einkochen – wofür und wie?

von Ursula Martens
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selbstgemachte Marmelade

Jeder, der ein eigenes Gemüsebeet oder Obstbäume im Garten hat, kennt das Problem: Du freust Dich zwar über die köstlichen Früchte oder das frische Gemüse aus Deinem Selbstanbau. Denn all Deine Mühe hat sich gelohnt und Du kannst Dir zugleich sicher sein, dass das Essen auf Deinem Teller gesund und 100 Prozent frei von Schadstoffen oder Chemikalien ist. Aber…auf einmal sind alle Zucchini gleichzeitig reif oder die Äpfel zum Ernten bereit. Und auch Singles haben in ihrem Haushalt oft das Problem, frische Lebensmittel nur in viel zu großen Mengen kaufen zu können. Damit die Reste nicht im Müll landen, kann das klassische Einkochen die Lösung Deiner Probleme sein.

Frische Lebensmittel haltbar machen

Wenn Du Dich aus Spaß, der Gesundheit zuliebe oder aus anderen Gründen dafür entschieden hast, Dein Gemüse oder Obst (teilweise) selbst anzubauen, möchtest Du für Deine Mühe natürlich auch das ganze Jahr über mit frischen sowie gesunden Leckereien aus dem Garten belohnt werden. Nur hat die Natur eben ihren eigenen Rhythmus und so wird das Gemüse oder Obst zu einer gewissen Saison reif. Du hast also plötzlich viel zu viel Salat auf einmal oder wirst von Tomaten überschwemmt. Meist kannst Du diese Mengen gar nicht so schnell verarbeiten und essen. Dir bleibt also nur die Wahl, alle Reste zu verschenken oder in den Müll zu werfen. Ist die Saison vorbei, musst Du dann wieder auf die Ware aus dem Supermarkt zurückgreifen. Klingt nicht optimal? Ist es auch nicht!

Wenn Du Dich in dieser oder einer ähnlichen Situation befindest und viele frische Lebensmittel wie Obst, Gemüse oder auch Fleisch hast, welche Du gerne haltbar machen würdest, kommt das Einkochen ins Spiel. Bekanntlich kannst Du Äpfel, Tomaten & Co nämlich nicht einfach in die Tiefkühltruhe legen. Durch das Einkochen – auch Einmachen oder Eindünsten genannt – können zahlreiche Lebensmittel dennoch haltbar gemacht werden. Zum Einsatz kommt dafür ein spezielles „Erhitzen-Vakuum-Verfahren“.

Erdbeermarmelade einkochen

Welche Lebensmittel können eingekocht werden?

Während es bei der Gefriertruhe also zahlreiche Einschränkungen gibt, was du überhaupt einfrieren kannst und wie lange, ist das beim Einkochen relativ simpel. Infrage kommen dafür quasi alle frischen Lebensmittel, wie beispielsweise

  • Obst,
  • Gemüse,
  • Fleisch oder
  • verarbeitete Lebensmittel wie Suppen, Marmelade, Apfelmus und Eintöpfe.

Es handelt sich dabei also um genau jene Lebensmittel, welche sich nur schwierig bis überhaupt nicht einfrieren lassen. Auch die Haltbarkeit ist relativ simpel zu merken: Eingekochtes hält in der Regel mindestens ein Jahr – manchmal sogar länger. Schwierig wird es nur bei milchhaltigen Waren wie Jogurt oder Grießbrei. Wer Milch beziehungsweise milchhaltige Lebensmittel einkochen möchte, braucht nämlich noch höhere Temperaturen und somit eine spezielle Ausrüstung.

Schritt für Schritt: So funktioniert das Einkochen

Prinzipiell genießt Du mit dem Einkochen also zahlreiche Möglichkeiten und kannst zukünftig einen Überschuss an Lebensmitteln wie Obst oder Gemüse so lange haltbar machen, bis in der nächsten Saison wieder die ersten frischen Leckereien erntereif sind. Und auch, wenn Du keinen eigenen Garten besitzt, genießt Du durch das Eindünsten zahlreiche Vorteile: Du kannst beispielsweise auf Vorrat kochen und so jederzeit eine erfrischende Suppe oder einen köstlichen Eintopf genießen – auch, wenn Du mal keine Zeit zum Kochen hast. Oder Du kannst Deine Lebensmittel regional sowie saisonal einkaufen, was gesünder sowie umweltfreundlicher ist, ohne dabei eine zeitliche Befristung zu haben (Sommergemüse, Wintergemüse, Spargelzeit, etc.).

Sinnvoll ist das Einkochen zudem, wenn Du nicht ausreichend Platz oder keine Möglichkeit hast, um gewisse Lebensmittel „richtig“ zu lagern. Sind sie nämlich erst einmal eingekocht, kannst Du die Gläser überall lagern, wo es möglichst dunkel und nicht zu warm ist – notfalls also einfach in der hintersten Ecke des Küchenschranks. Die Liste der Gründe, weshalb sich das Einkochen lohnt, ist lang. Du möchtest nun aber vermutlich wissen, wie der Prozess überhaupt abläuft:

Schritt 1: Rezept aussuchen

Du wirfst das Obst oder Gemüse beim Einkochen natürlich nicht einfach wahllos in ein Glas. Stattdessen muss es in irgendeiner Art und Weise verarbeitet werden. Das kann in Form von Marmelade oder einem Gelee sein. Du kannst Suppen oder Eintöpfe machen. Oder Du legst das Gemüse beziehungsweise Obst schlichtweg in Salzwasser, Essig oder andere Flüssigkeiten ein. Der erste Schritt beim Einkochen besteht also darin, Dich für ein Rezept zu entscheiden und das Gemüse, Obst, Fleisch oder was auch immer Du einmachen möchtest entsprechend vorzubereiten.

Schritt 2: Gläser vorbereiten

Nun folgt die Vorbereitung der Einmachgläser. Sie besitzen einen Gummiring mit Federklammer, jedoch kannst Du alternativ auch Schraubgläser mit einem separaten Schraubring verwenden. Beim Einmachen ist das A und O, dass keinerlei Keime ins Innere des Glases geraten und die Lebensmittel verderben. Aus diesem Grund werden die Einmachgläser vorab in kochendem Wasser sterilisiert.

frisch gekochte Marmelade in Gläser gefüllt

Schritt 3: Einmachgläser befüllen

Anschließend können die sterilisierten Einmachgläser mit den vorbereiteten Lebensmitteln befüllt werden. Dafür verwendest Du am besten einen ebenfalls sterilisierten Einfülltrichter. Das Glas sollte bis etwa zwei Zentimeter unter dem Deckel befüllt sein. Einzige Ausnahme ist das Einmachen von Teig. Da dieser im Glas noch aufgeht, sollte er nicht mehr als die Hälfte bedecken. Sind die Lebensmittel im Einmachglas, wird dieses so schnell wie möglich wieder fest verschlossen.

Schritt 4: Das Einkochen…

…selbst kann schließlich mit verschiedenen Methoden erfolgen: Im Topf, in einem Einkochkessel, einem Dampfgarer, im Schnellkochtopf oder Backofen. Wichtig ist, dass hierbei die notwendige Temperatur von 85 bis 98 Grad erreicht wird – je nach Art der enthaltenen Lebensmittel. Bei Milch und Milchprodukten ist sogar eine Temperatur von 119 Grad notwendig, um sie zu konservieren.

Schritt 5: Deckelprobe

Nach dem Einkochen kannst Du anhand der „Deckelprobe“ testen, ob es geklappt und sich ein Vakuum gebildet hat. Wenn Du nun nämlich die Federklammern entfernst, solltest Du das Einmachglas am Deckel anheben können – vorsichtig versteht sich. Geht der Deckel nicht ab, war das Einkochen erfolgreich. Bei Schraubgläsern erkennst Du den Erfolg ebenfalls am Deckel, der sich plötzlich und mit einem kleinen Knall nach innen wölbt. Also nicht erschrecken und guten Appetit!

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