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Mehrgenerationenhaus: Vorteile und worauf ich achten muss

von Philipp Senge
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Die ganze Familie liegt am Boden, Kopf an Kopf und kuckt in die Kamera

Mehrgenerationenhäuser erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Nicht ohne Grund. Es bietet einige Vorteile, wenn mehrere Generationen gemeinsam unter einem Dach leben. Für alle Beteiligten, das ist wichtig. Wer vom Zusammenleben profitieren möchte, sollte aber einige Dinge beachten. Nicht für jeden stellt ein Mehrgenerationenhaus eine optimale Lösung dar. Gründliche Planung und vorausschauendes Denken sind wichtige Voraussetzungen.

Mit mehreren Generationen unter einem Dach leben

Ökonomische Vorteile

Mehrfamilienhäuser haben zahlreiche Vorteile. Kein Wunder also, dass sich immer mehr Menschen für diese Form des Zusammenlebens entscheiden. Es hat zum Beispiel ökonomische Vorteile. In vielen Städten und Ballungszentren wird Wohnraum immer teurer. Junge Familien haben es da zunehmend schwerer, passenden Wohnraum zu finden, den sie sich leisten können.

Einfacher und günstiger wird die Finanzierung, wenn sich mehrere Parteien daran beteiligen. Aber nicht nur die Finanzierung, sondern auch Neuanschaffungen, Investitionen oder Renovierungen fallen leichter, wenn sich mehrere Parteien daran beteiligen. Trägt jeder seinen Teil zur Finanzierung der Immobilie oder einer Investition bei, wird es für alle einfacher. Dabei kommen grundsätzlich zwei Varianten in Frage:

  1. Alle Parteien finanzieren anteilig gemeinsam eine Immobilie
  2. Eine Partei kauft die Immobilie und vermietet einen Teil an weitere Angehörige. An die eigenen Eltern zum Beispiel.

Gerade durch die Vermietung ergeben sich häufig noch zusätzlich steuerliche Vorteile. Welche der beiden Varianten letztlich mehr Vorteile bringt, hängt von der individuellen finanziellen und steuerlichen Situation der Beteiligten ab. Vor der Entscheidung solltest Du Dich daher immer an einen Steuerberater wenden.

Gemeinsam ist man weniger allein

Geld mag bei der Entscheidung für ein Mehrgenerationenhaus eine Rolle spielen. Für die Beteiligten stehen jedoch meistens andere Gründe im Vordergrund. Gerade ältere Menschen fühlen sich im Alter oft allein. Für sie spielt die Gesellschaft und die Nähe zu ihren Familienangehörigen eine wichtige Rolle. Das gilt aber nicht nur für alte Menschen. Auch junge Menschen fühlen sich speziell in Großstädten oft einsam. Sie profitieren ebenfalls davon, wenn sie mit mehreren Generationen zusammenleben. 

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Gegenseitige Hilfe

Die meisten Menschen entscheiden sich außerdem aus einem weiteren  einfachen Grund für das Zusammenleben in einem Mehrgenerationenhaus: Sie können sich gegenseitig helfen. Deine Eltern können Dir bei der Betreuung Deiner Kinder helfen. Wenn es sein muss, auch mal spontan und unkompliziert. Vielleicht macht es Deinen Eltern auch Spaß sich um den Garten zu kümmern, wofür Du selber nie die Zeit und Muße hast. Gerade, wenn Du und Dein Partner berufstätig seid, stellt das eine enorme Entlastung dar. Umgekehrt ist es für Deine Eltern oder Schwiegereltern eine ebenso große Entlastung, wenn Du sie vielleicht beim Einkaufen unterstützt. Auch wenn jemand krank wird, könnt Ihr Euch einfacher gegenseitig unterstützen und pflegen.

Verantwortung abgeben

Mit einer eigenen Immobilie sind immer auch verschiedene Pflichten und Verantwortung verbunden. Älteren Menschen wächst diese Aufgabe manchmal über den Kopf, wenn sie sich alleine um alles  kümmern müssen. Umgekehrt ist für Dich und Deine Familie ebenfalls eine große Entlastung, wenn Ihr Euch nicht immer um alles selber kümmern müsst: Mülltonnen rausstellen, Garten pflegen oder Schornsteinfeger, Handwerker oder Stromableser ins Haus lassen… Aufgaben gibt es genug. Wenn alle mithelfen, ist es leichter.

Für ausreichend Privatsphäre sorgen

So schön das gemeinsame Leben ist – irgendwann brauchst Du auch mal Ruhe. Individuelle Rückzugsräume sind daher besonders wichtig. Jeder muss sich zurückziehen können, wenn er Ruhe braucht. Wenn Du in einem Mehrgenartionenhaus leben möchtest, müsst Ihr immer dafür sorgen, dass jeder seine Privatsphäre hat und diese auch berücksichtigt wird. Dafür muss natürlich jeder einen eigenen Wohnbereich haben. Der sollte möglichst abgetrennt sein. Ein Rückzugsraum alleine bringt aber gar nichts, wenn er nicht respektiert wird. Stellt klare Regeln auf, wer was wann und wo machen darf und was nicht. Das ist wichtig, wenn Euer Zusammenleben nicht scheitern soll.

Ihr müsst konfliktfähig sein

Wenn mehrere Menschen zusammenleben, kommt es früher oder später zu Konflikten. Das ist völlig normal und lässt sich nicht vermeiden. Allen Beteiligten sollte das bewusst sein. Die Frage ist, wie Ihr damit umgeht. Ihr müsst in der Lage sein, einen Konflikt auszuhalten. Noch wichtiger ist es, dass Ihr Konflikte lösen könnt. Das funktioniert nur, wenn alle Beteiligten daran mitarbeiten. Auch hier kann es hilfreich sein, wenn Ihr eigene Regeln oder Rituale entwickelt. Im Laufe der Zeit werdet Ihr wahrscheinlich Eure eigenen Wege finden, wie Ihr Konflikte löst. Wichtig ist nur, dass sich alle Hausbewohner daran beteiligen.

Passende Immobilie notwendig

Damit Ihr Eure Idee von einem Mehrgenerationenhaus umsetzen könnt, braucht Ihr eine passende Immobilie. Da geht kein Weg dran vorbei und diesen Punkt solltet Ihr nicht unterschätzen. Als Erstes solltet Ihr daher klären, wer im Haus leben soll. In der Gegenwart aber auch in der Zukunft. Jede Partei braucht ausreichend Platz. Außerdem sollte jeder seinen eigenen geschlossenen Wohnbereich haben. Seid Ihr eine junge Familie mit Kindern, braucht Ihr entsprechend mehr Platz als Eure Eltern oder Schwiegereltern. Habt Ihr vielleicht selber erwachsene Kinder, die in absehbarer Zeit eine Familie gründen möchten? Möchten sie auch im Haus leben?

Nicht nur den notwendigen Platz, sondern auch die Aufteilung solltet Ihr berücksichtigen. Für Eure Eltern ist es am einfachsten, wenn sie im Erdgeschoss leben können. Das erspart Ihnen das Treppensteigen. Bedenkt immer auch, dass gerade ältere Menschen eines Tages auf Hilfsmittel wie einen Rollator einen Rollstuhl angewiesen sein können. Plant Wohnbereiche für Eure Eltern vorausschauend barrierefrei. Die besten Gestaltungsmöglichkeiten habt Ihr natürlich, wenn Ihr ein Haus nach eigenen Vorstellungen planen und bauen könnt. Ihr habt bereits ein eigenes Haus oder wollt eine Immobilie kaufen? Dann prüft genau, ob es die notwendigen Voraussetzungen bietet oder ob Ihr es mit angemessenem Aufwand anpassen könnt.

Kurz gesagt

Ein Mehrgenerationenhaus stellt ein aufregendes Projekt dar. Es bietet allen Beteiligten viele Vorteile. Das funktioniert aber nur, wenn alle Mitbewohner ein echtes Interesse daran haben. Wichtig ist zum Beispiel, dass jede Wohnpartei ihre Privatsphäre hat. Außerdem sollten alle Personen bereit und fähig sein, Konflikte auszuhalten und konstruktiv an deren Lösung mitzuarbeiten. Nicht zuletzt braucht Ihr natürlich auch eine geeignete Immobilie, die bereits die notwendigen Voraussetzungen erfüllt oder die Ihr an Eure Bedürfnisse anpassen könnt.

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