Das passiert, wenn Du Dein Kind oft trägst

Veröffentlicht am 15. Mai von Philipp Senge in Baby

In der ersten Zeit nach der Geburt sind Babys noch extrem hilflos. Sie sind vollständig auf ihre Eltern angewiesen. Wenn Du Dein Kind transportieren möchtest, hast Du verschiedene Möglichkeiten. Statt ihr Kind im Kinderwagen zu schieben, schwören viele Eltern darauf, ihr Kind zu tragen. Aber ist das wirklich gut für Dein Kind? Was passiert, wenn Du Dein Kind oft trägst? Wir erklären Dir, worauf Du achten musst.

Baby in der Trage auf dem Rücken der Mutter unterwegs am Meer
Bei Babytragen muss das Tragesystem stimmen dann verschafft es viel Spielraum und Möglichkeiten für unterwegs.

Tragetuch, Babytrage oder doch lieber gar nicht tragen?

Manche Eltern schwören darauf, ihr Kind zu tragen. Andere Eltern finden es einfach nur unpraktisch. Viele Eltern haben auch Vorbehalte, ob es gut und richtig für ihr Kind ist, wenn sie es viel tragen. Tatsächlich hat es viele Vorteile für Dich und Dein Kind, wenn Du es trägst. Vorausgesetzt, Du machst es richtig. Wir erklären Dir, worauf Du achten musst und ob eine Kindertrage oder ein Tragetuch besser ist.

Säuglinge sind Traglinge

Babys sind von Natur aus darauf ausgerichtet, getragen zu werden. Ganz instinktiv unterstützen sie es, wenn sie hochgehoben werden. Sie ziehen ihre Beine an und erhöhen automatisch die gesamte Körperspannung. Ein Baby zu tragen kommt seinen natürlichen Instinkten und Reflexen sehr entgegen. Durch das Tragen werden auch noch weitere Grundbedürfnisse eines Kindes gestillt. Durch das Tragen bekommt Dein Baby sehr viel Körperkontakt, was ihm Nähe und Geborgenheit gibt. Das ist gut für die Bindung zu seinen Eltern. Außerdem werden die meisten Kinder sehr ruhig, wenn sie getragen werden. Sie hören auf zu schreien und schlafen oft sogar ein.

Ein großer Vorteil beim Tragen ist für Dich: Du hast die Hände frei und musst keinen sperrigen Kinderwagen manövrieren. Das ist insbesondere ein großer Vorteil, wenn Du:

  • In dichtem Menschengedränge unterwegs bist
  • Viele Stufen zu überwinden hast
  • In unwegsames Gelände möchtest (Strand oder Wald)

Wenn Du länger unterwegs bist, kann das Tragen natürlich auch sehr anstrengend werden. Das ist dann in etwa so, wie wenn Du lange mit einem Rucksack auf den Schultern unterwegs bist.

Egal wie – Hauptsache richtig!

Um Dein Kind zu tragen, hast Du verschiedene Möglichkeiten. Im Groben hast Du die Wahl zwischen einer Babytrage und einem Tragetuch. Beide haben ihre Vor- und Nachteile und letztlich ist es Geschmackssache, wofür Du Dich entscheidest. Darauf gehen wir aber gleich noch ein.

Egal, womit Du Dein Kind trägst – wichtig ist, dass Du es richtig trägst. Zu Beginn solltest Du Dein Baby vor Dir tragen. Und zwar so, dass es Dir zugewandt ist. Es nimmt dadurch automatisch eine Körperhaltung an, die gut für Dein Kind ist. Die Beine sind leicht angewinkelt und gespreizt. Die Haltung bezeichnet man auch als „Anhock-Spreiz-Haltung“ oder etwas einfacher als „M-Position“. Diese Haltung ist gut für die Hüftstellung Deines Kindes.

AUF GAR KEINEN FALL solltest Du Dein Kind so tragen, dass es in Laufrichtung blickt. Dadurch hängen die Beine einfach nur nach unten, was nicht gut für die Hüftgelenke Deines Kindes ist.

Trägst Du Dein Kind richtig herum, also mit dem Gesicht zu Deiner Brust, kommt das auch dem Sehvermögen Deines Kindes entgegen. Säuglinge können nur im Abstand von etwa 20-30 Zentimeter scharf sehen. Beim Blick in die Ferne kommt es zu einer regelrechten Reizüberflutung. Außerdem kann Dein Kind gut Blickkontakt mit Dir halten. Du hilfst Deinem Kind damit, Gefühle wahrzunehmen und auch Sprache zu erkennen.

Speziell in den ersten Lebenswochen solltest Du darauf achten, dass Deine Tragetechnik dein Kind stützt. Es baut noch keine eigene Körperspannung auf. Die Tragetechnik muss ihm also die fehlende Stabilität geben. Das erreichst Du bei einem Babytragetuch mit der richtigen Wickeltechnik. Gute Babytragen lassen sich auch so einstellen, dass sie die notwendige Stabilität geben.

Ist Dein Kind größer, kannst Du es auch auf dem Rücken tragen. Bei einem Baby solltest Du das vermeiden. Vor dem Bauch hast Du es einfach besser unter Kontrolle. Du kannst es sehen und leicht prüfen, ob es warm genug ist.

Tragetuch oder Babytrage?

Im Grunde ist es reine Geschmackssache, ob Du Dein Baby im Tragetuch oder in einer Babytrage trägst. Wichtig ist nur, dass Du Dein Kind richtig trägst.  Damit das auch wirklich geht, musst Du bei der Auswahl und Verwendung Deines Babytragetuchs oder auch Deiner Trage einige Dinge beachten.

Worauf muss ich bei einem Tragetuch achten?

Tragetücher werden in den unterschiedlichsten Variationen angeboten. Besonders verbreitet sind Tücher aus festem Stoff. Sie sind besonders vielseitig einsetzbar. Und genau darin liegt die Stärke von Tragetüchern. Mit einem Tragetuch kannst Du Dein Kind auf sehr unterschiedliche Weise tragen. Dafür gibt es viele verschiedene Wickeltechniken. Manche sind nicht ganz einfach zu erlernen.  Gerade am Anfang wirst Du ein bisschen Übung brauchen, bis Du den Dreh raushast. Lass Dir am besten von Deiner Hebamme geeignete Techniken zeigen. Es gibt sogar Trageberaterinnen. Bei ihnen bekommst Du ebenfalls Tipps und Ratschläge rund ums Kindertragen. Beide erklären Dir auch, welche Wickeltechniken Deinem Baby gerade in den ersten Lebenswochen die richtige Stabilität geben.

Didymos 398006 Babytragetuch, Modell Standard grau, Größe 6
  • verschiedene Tragepositionen, vor dem Bauch, seitlich oder auf dem Rücken
  • Diagonal elastisch für optimale Passform
  • Unterstützt die anatomisch erwünschte Körperhaltung des Babys

Bei der Wahl eines Tragetuches musst Du vor allem die Länge berücksichtigen. Sie hängt von Deiner Statur aber auch von den Wickeltechniken ab, die Du verwenden möchtest. Bist Du etwas größer oder kräftiger und möchtest Dein Baby in den ersten Wochen in der sogenannten Doppelkreuztrage tragen, muss Dein Tuch gerne schon mal 4,80 bis 5,60 Meter lang sein. Hinweise zur passenden Tuchlänge geben alle Hersteller oder auch wieder Deine Hebamme oder Trageberaterin.

Neben den klassischen Tragetüchern gibt es auch noch eine Reihe von Tuchtragen. Sie stellen gewissermaßen ein Mittelding zwischen Babytragen und Tragetüchern dar.

HOPPEDIZ Ring-Sling Jacquard inkl. Trageanleitung, Marrakesch
  • 100% Baumwolle schadstoffgeprüft
  • Die Jacquard-Stoffe sind beidseitig tragbar und bieten aufgrund der speziellen Webung zwei Farbvarianten.
  • Die Fächerfaltung unterhalb der Ringe sorgt für ein angenehmes Tragegefühl

Worauf sollte ich bei einer Babytrage achten

Anders als ein Tragetuch legst Du eine Babytrage ähnlich wie einen Rucksack an. Dafür ist es wichtig, dass Du die Tragehilfe einmal richtig einstellst. Das ist mitunter mit etwas Aufwand verbunden. Dafür brauchst Du dann beim Anlegen keine weiteren größeren Einstellungen mehr zu machen. Darin sehen viele auch einen Vorteil gegenüber dem Tragetuch, dass Du jedes Mal komplett neu wickeln musst. Es kann aber auch ein Nachteil sein, wenn Du dich mit Deinem Partner beim Tragen abwechseln möchtest. Bei manchen Modellen kann es umständlich sein, die Trage immer wieder an die jeweilige Person anzupassen.

Ergobaby Babytrage Kollektion Original -von Geburt an Paket- (3,2 - 20 kg), Black Camel
  • 3 ergonomische Tragepositionen: vor dem Bauch, auf dem Rücken und auf der Hüfte
  • ergonomischer, tiefer Sitz für die korrekte Anhock-Spreiz-Haltung
  • dauerhafter Tragekomfort dank großzügig gepolsterter Schulter- und Hüftgurte für eine gleichmäßige Gewichtsverteilung

Bei der Auswahl einer Babytrage musst Du darauf achten, dass:

  • Du Dein Kind richtig tragen kannst (das ist zwar bei den meisten, aber leider nicht bei allen Tragen der Fall)
  • Die Trage auch für Babys in den ersten Lebenswochen die notwendige Stabilisierung bietet
  • Dir ausreichend Tragekomfort bietet
Babytrage bellybutton by manduca > MilkyStars < Exklusive Designer Kollektion, 100% Biobaumwolle, für Babys von 3,5 - 20kg
  • Sonderedition in limitierter Auflage/ Lizenzkooperation von bellybutton und manduca
  • Drei-Punkt-Sicherheitsschnalle, anatomisch geformter Hüftgurt, mehrfach verstellbare weich geposterte Schultergurte
  • Patentierte Rückenverlängerung und integrierter Neugeboreneneinsatz

Den notwendigen Tragekomfort ermöglichen ähnlich wie bei einem Rucksack vor allem gute Tragegurte. Sie sollten ausreichend gepolstert und breit sein, damit Du Dein Kind auch über längere Zeit bequem tragen kannst.

Stärker als beim Tragetuch spielt bei einer Babytrage die Auswahl des richtigen Modells eine wichtige Rolle. Wichtig ist, dass:

  • Dir das Model gut passt
  • Du gut mit der Trage zurecht kommst
  • Die Einstellungen möglichst einfach zu machen sind

Letztlich wirst Du das passende Modell nur durch An- und Ausprobieren finden können. Wie bei Tragetüchern hilft Dir auch bei Fragen und Auswahl einer Trage Deine Hebamme oder eine Trageberaterin weiter. Sie können Dir auch sagen, ob Du mit einem bestimmten Modell Dein Kind richtig tragen kannst.

BabyBjörn 092044 Babytrage We Cotton, schwarz
  • 0-ca. 3 Jahre, 3,5-15 kg
  • Drei Möglichkeiten für das Tragen an Bauch und Rücken
  • Bauchgurt und Schulterriemen gepolstert

Kurz gesagt

Du tust Deinem Kind etwas Gutes, wenn Du es trägst. Vorausgesetzt, Du machst es richtig. Bei Tragetüchern ist für ein richtiges Tragen vor allem die passende Wickeltechnik entscheidend. Bei Babytragen muss das Tragesystem stimmen. Ein Tragetuch kannst Du sehr vielseitig und flexibel verwenden. Das erfordert jedoch ein bisschen Übung. Babytragen lassen sich oft deutlich leichter anlegen, sind dafür aber oft nicht so flexibel. Letztlich ist es reine Geschmackssache, ob Du ein Tragetuch oder eine geeignete Babytrage verwenden möchtest. Das kannst Du nur durch ausprobieren herausfinden.

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