Fassadenbegrünung – Darauf musst Du achten!

Veröffentlicht am 13. April von Philipp Senge in Garten

Alte Häuser haben einen ganz besonderen Charme, wenn sie mit Efeu oder wildem Wein überrankt sind. Aber auch an neuen Häusern sieht eine begrünte Fassade toll aus. Sie lässt das Gebäude lebendiger wirken. Eine Fassadenbegrünung sieht aber nicht nur gut aus. Sie hat verschiedene Vorteile. Voraussetzung ist aber immer, dass sie richtig geplant und umgesetzt wird. Hier erfährst Du, welche Pflanzen Du verwenden kannst und welche lieber nicht. Außerdem erklären wir Dir, worauf Du sonst noch achten musst.

Hauswand mit Efeu und einem Roller davor
Hauswände bekommen gleich ein anderes Gesicht mit einer passenden Begrünung und wirken auch nicht mehr so trist.

Du möchtest eine Fassade begrünen? So geht es!

Eine Fassadenbegrünung hat verschiedene Vorteile. Allerdings nur, wenn Sie richtig gemacht wird. Es reicht nicht, wenn Du einen Efeu an die Hauswand pflanzt und wartest bis er alles verschlungen hat. Dann hast Du in den meisten Fällen schon alles falsch gemacht. Eine erfolgreiche Fassadenbegrünung setzt eine gründliche Planung voraus. Und dabei gibt es eine Menge zu beachten.

Vorteile einer Fassadenbegrünung

Eine begrünte Fassade sieht toll aus. Das ist natürlich nur ein Vorteil, wenn Dir eine Fassadenbegrünung grundsätzlich gefällt. Geschmäcker sind bekanntlich unterschiedlich. Bei der Gestaltung kannst du aber sehr großen Einfluss nehmen und sie an Deine Vorstellung und Vorlieben anpassen. Darüber hinaus lässt eine Fassadenbegrünung Gebäude lebendiger wirken. Gerade wenn Du nur einen kleinen Garten hast, kann das eine sehr angenehmer Wirkung haben. Darüber hinaus bietet eine begrünte Fassade Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere. Sie ist also auch unter ökologischen Gesichtspunkten wertvoll.

Speziell in vielen Städten werden Fassadenbegrünungen mitunter gezielt gefördert. Das hat einen Grund. Begrünte Fassaden wirken sich positiv auf das Mikroklima in Städten aus. Sie halten die Sonnenwärme von den Wandflächen ab, wodurch sie sich weniger aufheizen. Davon profitierst natürlich auch Du, weil dadurch auch Dein Haus im Sommer im Inneren nicht so warm wird.

Nachteile einer Fassadenbegrünung

Eine Fassadenbegrünung kann Deine Fassade und damit Dein Haus ernsthaft beschädigen. Das passiert aber vor allem dann, wenn sie nicht richtig gemacht wird. Die Wahl der Pflanzen sollte immer auf die Oberfläche der Fassade abgestimmt sein. Nicht jede Pflanze kommt für jede Oberfläche in Betracht. Manche Pflanzen erfordern außerdem ein Ranksystem. Spätestens hier ist ein Fachmann gefragt.

Ein weiterer Nachteil ist, dass eine begrünte Fassade Arbeit macht. Sie muss gepflegt werden. Je nach Art der Pflanzen und der Form der Begrünung kann der Aufwand größer oder kleiner sein.

Im Zweifelsfall zum Fachmann

Es gibt Gartenbaubetriebe, die sich auf Fassadenbgrünungen spezialisiert haben. Wenn Du nicht nur einen Schuppen oder einen Sichtschutz begrünen möchtest, solltest Du Dich in jedem Fall beraten lassen. Das gilt insbesondere bei Begrünungen mit einem Ranksystem. Was das genau ist, erfährst Du im folgenden Abschnitt.

Was bitte ist ein Selbstklimmer und warum ist das wichtig?

Für eine Fassadenbegrünung kommen verschiedene Pflanzen in Frage. Ihnen ist gemeinsam, dass sie klettern. Dabei gibt es zwischen den Pflanzen jedoch grundlegende Unterschiede. Je nach Wuchsform werden verschiedene Gruppen unterschieden:

  • Selbstklimmer
  • Ranker
  • Schlinger

Selbstklimmer verfügen über verschiedene Möglichkeiten, sich an Oberflächen zu halten. Das bekannteste Beispiel ist Efeu. Er verfügt über Haftwurzeln, die regelrecht mit dem Untergrund verwachsen. Dadurch können sie den Untergrund, also konkret die Fassade eines Hauses, beschädigen.

Ranker bilden kleine Fortsätze, die sich um Unebenheiten, Gitter, Stangen oder andere Pflanzen „krallen“ können. Wie mit kleinen Ärmchen hält sich die Pflanze fest. Ein bekanntes Beispiel für Ranker ist Wein.

Bei Schlingern windet sich die ganze Pflanze um eine geeignete Rankhilfe. Auf diese Weise windet sich die Pflanze immer höher. Stangenbohnen oder auch Blauregen sind Schlinger.

Selbstklimmer können sich aus eigener Kraft an jedem festen Untergrund halten. Ranker und Schlinger brauchen auf jeden Fall eine Rankhilfe. Das können die Streben eines Gartenzauns sein oder bei kleineren Flächen Drähte und Schnüre. Bei großen Wänden sind professionelle Ranksysteme gefragt. Dabei handelt es sich im Grunde lediglich um Drahtschnüre, die mit speziellen Halterungen in einem bestimmten Abstand von der Wandfläche gespannt werden. Diese Systeme müssen so dimensionert und befestigt sein, dass sie die entstehende Last durch die Pflanzen tragen können. Auch für Selbstklimmer empfehlen Experten in der Regel ein Ranksystem, weil sich die Pflanzen damit besser unter Kontrolle und in Form bringen lassen.

Welche Pflanzen eignen sich für eine Fassadenbegrünung?

Efeu

Efeu ist ein Selbstklimmer, der sehr stark wuchert. Er ist damit sehr effizient, aber auch mit großer Vorsicht zu genießen. Weil die Haftfüsse sich regelrecht im Untergrund verankern, kommt Efeu nicht für jede Art von Fassade in Frage. Muss Efeu eines Tages entfernt werden, lässt er sich nur von der Fassade herunterreißen. Dabei können bei verputzen Flächen Teile der Oberfläche mit abgerissen werden. Aus diesem Grund sollte bei Efeu ein Ranksystem verwendet werden.

Clematis

Clematis sind eine besonders attraktive Form der Fassadenbegrünung, weil sie sehr schön blühen. Es gibt viele verschiedene Arten, die sich in der Blüte aber auch in der Wuchskraft unterscheiden. Clematis vertragen sonnige und halbschattige Standorte. Sie sind rankende Pflanzen, brauchen also Rankhilfen. Pflegearbeiten fallen im Herbst an. Dann müssen sie mitunter geschnitten werden.

Spalierobst

Spalierobst ist im Grunde nichts anderes als eine besondere Form der Fassadenbegrünung, die eine lange Tradition hat. Die Zweige von Obstbäumen werden an einem Spalier an der Hauswand befestigt. Prinzipiell kommen alle gängigen Obstsorten als Spalierobst in Frage. Du solltest aber spezielle Pflanzen für den Spalieranbau verwenden. Lasse Dich am besten in einer Baumschule oder einer guten Gärtnerei zu geeigneten Sorten beraten. Spalierobst bildet wie bei jeder anderen Anbauform auch Früchte. Neben der Ernte muss Spalierobst regelmäßig geschnitten werden.

(Wilder) Wein

Beim Wein eignen sich zwei Arten für die Fassadenbegrünung. Zum einen der wilde Wein und zum anderen Weinreben, die Früchte tragen. Der wilde Wein ist ähnlich wie der Efeu eine selbstklimmende Kletterpflanze. Er verliert jedoch im Herbst sein Laub, das dann oft in einem leuchtenden Rot erstrahlt. Weinreben gehören zu den rankenden Kletterpflanzen. Sie benötigen in der Regel eine Rankhilfe, um Halt zu finden. Wer im Herbst Trauben ernten möchte, sollte die Reben fachgerecht schneiden. Beide Weinarten bevorzugen sonnige Standorte.

Kurz gesagt

Neben den vier vorgestellten Pflanzenarten gibt es noch zahlreiche weitere Pflanzen, die Du für eine Fassadenbegrünung verwenden kannst. Bevor Du Dich für eine Pflanze entscheidest, solltest Du Dich genau informieren wie stark sie wächst und auf welche Weise sie klettert. Gegebenenfalls braucht die Pflanze dann ein Ranksystem. Möchtest Du eine ganze Haus-Fassade begrünen, solltest Du Dich an einen Experten wenden, der Dich bei der Wahl der Pflanzen berät und ein geeignetes Ranksystem installiert. Bei einem Schuppen oder einem Sichtschutz kannst Du in der Regel keinen großen Schaden anrichten. Im Zweifelsfall genügt bei dieser Größe ein beherzter Griff zur Gartenschere.

Das wird dich auch interessieren…