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Altersgerecht wohnen – die besten Tipps

von Lieselotte Wever
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Altersgerecht wohnen - die besten Tipps

Altersgerecht wohnen als SchlĂŒssel zu einem Lebensabend in WĂŒrde: Die meisten Menschen möchten in ihrer Wohnung alt werden. Mit den richtigen Vorbereitungen ist dies oft selbst noch fĂŒr hochbetagte Menschen möglich. Sogar eine beeintrĂ€chtigte Beweglichkeit oder chronische Erkrankung bedingt nicht zwingend den Umzug in ein Pflegeheim. Was macht altersgerechtes Wohnen aus?

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Altersgerecht wohnen hat viele Facetten

FĂŒr viele bedeutet altersgerecht wohnen, möglichst lange in den eigenen vier WĂ€nden zu leben. Andere finden Gefallen am Gedanken, sich einer Senioren-Wohngemeinschaft anzuschließen. MehrgenerationenhĂ€user sind ebenfalls immer wieder im GesprĂ€ch als Form altersgerechten Wohnens. Durchaus weiterhin eine Option ist der Umzug in ein Seniorenheim, wobei die attraktiveren Varianten ihren Preis haben, den sich nicht jeder leisten kann. Dieser Artikel behandelt das altersgerechte s Wohnen in der bisherigen Wohnung.

Altersgerecht: Wohnen ohne Barrieren

Altersgerechtes Wohnen beginnt bereits am Hauseingang und im Treppenhaus, nicht erst in der Wohnung.

Eingangsbereich altersgerecht gestalten

Bereits auf dem Weg zur Wohnung werden Stufen und Treppen fĂŒr Senioren oft genug zum Hindernis. Nicht immer ist ein Hauseingang ebenerdig angelegt. Selbst nur zwei oder drei Stufen können fĂŒr mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Personen zum unĂŒberwindlichen Hindernis werden. Abhilfe schafft eine Rampe. Je mehr Stufen zu ĂŒberwinden sind, desto lĂ€nger muss jedoch die Rampe sein. Bei mehr als etwa fĂŒnf zu ĂŒberwindender Stufen ist daher ein korrosionsgeschĂŒtzter Treppenlift fĂŒr den Außenbereich die bessere Alternative.

Treppenlift

Ebenfalls wichtig fĂŒr die altersgerechte Gestaltung des Hauseingangs ist eine gute Beleuchtung einschließlich der Hausnummer und des Klingelbretts. Neben der persönlichen Sicherheit beim Betreten des Eingangsbereichs ist eine gute Ausleuchtung auch fĂŒr etwaige Notarzt- oder RettungsdiensteinsĂ€tze wichtig. Sie sollen unbedingt sofort ihren Einsatzort finden. Hier können Sekunden ĂŒber Leben oder Tod entscheiden.

Das Treppenhaus soll ohnehin gut ausgeleuchtet sein, sonst wird es fĂŒr jeden zur Stolperfalle. FĂŒr MehrfamilienhĂ€user ohne Aufzug bietet sich die Anbringung eines Treppenlifts an. Voraussetzung ist dabei zum einen eine ausreichend breite und auch sonst baulich geeignete Treppe. Zum anderen muss der Vermieter oder die Gemeinschaft der WohnungseigentĂŒmer dem Einbau eines Treppenliftes zustimmen.

Wohnbereich altersgerecht herrichten: Wohnzimmer und Flur

Altersgerechter Wohnraum bezieht die gesamte Wohnung mit ein. Erstaunlich, an was alles zu denken ist.

Zu Anfang gleich die Alltagsrisiken ausschalten

Am Anfang der Vorbereitungen fĂŒr altersgerechtes Wohnen steht die Beseitigung von Stolperfallen. Ältere Menschen sind hĂ€ufig nicht mehr so gut zu Fuß. Außerdem lassen im Alter das Sehvermögen und die ReaktionsfĂ€higkeit nach. Auch die Einnahme bestimmter Medikamente kann das Sturzrisiko erhöhen.

Eine barrierefreie Wohnung soll einen Sturz bestmöglich vermeiden helfen. Schließlich ist bei Senioren oft ein Sturz der Auslöser fĂŒr dauernde PflegebedĂŒrftigkeit. Einige StĂŒrze enden sogar tödlich.

Barrierefreies wohnen

Wo lauern in einer Wohnung Gefahren fĂŒr Senioren? Welche Stolperfallen mĂŒssen entfernt oder gesichert werden? Unbedingt diese:

  • TĂŒrschwellen – fĂŒr ebene ÜbergĂ€nge zwischen den RĂ€umen
  • breite TĂŒren – besonders wichtig fĂŒr Bewohner mit Rollstuhl oder Rollator
  • Elektrokabel – wenn sie lose ĂŒber den Boden laufen
  • Teppiche – insbesondere dicke Teppiche und lose liegende Teppiche
  • Treppen – vor allem mit ausgetretenen Stufen und fehlendem GelĂ€nder
  • niedrige Sitzgelegenheiten – erschweren das Aufstehen
  • dunkle Ecken – zum Beispiel schlecht ausgeleuchtete RĂ€ume
  • Unordnung – Gefahr durch herumliegende GegenstĂ€nde

Ein typisches Merkmal altersgerechter Wohnungen ist die Abwesenheit von TĂŒrschwellen. Die BodenbelĂ€ge zwischen den einzelnen RĂ€umen geben glatt ineinander ĂŒber. Unterschiedlich farbige BodenbelĂ€ge oder plan eingefĂŒgte andersfarbige Bodenbelagsstreifen können anstelle der TĂŒrschwellen einzelne Wohnbereiche voneinander abgrenzen. Elektrokabel sind wunderbar mit Kabelboxen oder Kabel leisten zu bĂ€ndigen. Teppiche bleiben mit Antirutschmatten oder doppelseitigen Klebeband sicherer auf dem Boden.

Vieles kannst du selbst ausfĂŒhren. FĂŒr Arbeiten wie an der Treppe oder der Elektrik bestellst du dir allerdings lieber einen Handwerker.

Nach diesen vor allem im Wohnzimmer und im Flur anfallenden Aufgaben fĂŒr eine alterssichere Wohnung geht es mit den anderen RĂ€umen weiter –als nĂ€chstes mit dem Badezimmer.

Alterssicheres Badezimmer

Rutschsichere Dusche

Eine ebenerdige Dusche folgt dem Grundgedanken einer schwellenfreien Wohnung fĂŒr altersgerechtes Wohnen. Der Boden ist dabei leicht geneigt, gerade so viel, dass das Duschwasser ĂŒberschwemmungsfrei abfließen kann. Die Standsicherheit ist durch den leicht schrĂ€gen Boden im Duschbereich nicht gefĂ€hrdet. Trotzdem gehört in ein seniorenfreundliches Badezimmer ein rutschfester Boden. Besser als Anti-Rutsch-Gummimatten sind rutschsichere Fliesen. Zwar kann dir kein Fliesenhersteller hundertprozentige Sicherheit gegen StĂŒrze auf nassem Boden garantieren. Rutschhemmende Fliesen haben sich aber als Risikominderung von StĂŒrzen bewĂ€hrt. Empfehlenswert sind Fliesen mit einer rauen OberflĂ€che. Die Rutschfestigkeitsklasse „R 10“ ist fĂŒr die Sicherheit im Bad das Minimum. Noch besser ist die Bewertungsgruppe B nach GUV-I 8527 fĂŒr „BodenbelĂ€ge fĂŒr nassbelastete Barfußbereiche“. Keine Sorge: BaumĂ€rkte und Fliesenleger wissen mit diesen Bezeichnungen etwas anzufangen. Idealerweise sind deine Bodenfliesen im Bad nicht nur barfußsicher, sondern auch rollstuhlgerecht.

Tipp: Rutschhemmend wirken außerdem kleine Bodenfliesen. Hier ist der Fugenanteil grĂ¶ĂŸer. Das von sich aus raue Fugenmaterial erweist sich als natĂŒrlicher Stopper von Rutschbewegungen.

Zur Ausstattung einer altersgerechten Dusche gehört auch ein pflegeleichter Plastikhocker. Er bedeutet vielen Ă€lteren Menschen eine bequeme UnterstĂŒtzung beim Duschen und bringt zusĂ€tzliche Sicherheit.

Gerade im Badezimmer lauern fĂŒr mobilitĂ€tseingeschrĂ€nkte Senioren verschiedene Unfallrisiken. Doch du kennst bestimmt die Aussage: „Gefahr erkannt – Gefahr gebannt.“

Wer trĂ€gt schon unter der Dusche seine Brille? Eine zu hoch eingestellte Wassertemperatur kann zu schweren Verbrennungen fĂŒhren. Daher sollte nicht nur in Haushalten mit Senioren, sondern allgemein mit seheingeschrĂ€nkten Personen eine Duscharmatur mit VerbrĂŒhungsschutz installiert sein. Ihr spezieller Thermostat begrenzt die Wassertemperatur auf einen zuvor eingestellten Höchstwert, zum Beispiel 50 °C.

Hilfen fĂŒr die Badewanne

Viele Menschen schĂ€tzen ein Wannenbad als entspannende Auszeit vom Alltag. Damit das auch im höheren Alter möglich bleibt, gibt es verschiedene Hilfsmittel fĂŒr das Baden in der Wanne. Vor allem das Ein- und Aussteigen in die Badewanne bereitet Senioren hĂ€ufig Probleme. Abhilfe schaffen hier Haltegriffe zum Ergreifen und AbstĂŒtzen beim Ein- und Ausstieg in die Badewanne. Über die jeweils gĂŒnstigsten Stellen fĂŒr die Haltegriffe findest du bei Fachhandwerkern kompetenten Rat.

Großer Beliebtheit erfreut sich auch der Badewannenlift. Der Nutzer nimmt auf ihm Ă€hnlich wie auf einem Stuhl Platz. Nach BetĂ€tigung der Absenkfunktion senkt sich der Sitz mit ihm auf dem Badewannengrund herab. Ist das Bad zu Ende, geht es umgekehrt wieder hinauf.

Dusche und Wanne sichern

Ein paar Sicherheitsvorkehrungen betreffen Dusche und Wanne gleichermaßen. So kann auch der Wannenboden gegen ein Ausrutschen gesichert werden. Vor allem, wenn die Badewanne mangels separater Dusche sowohl zum Baden als zum Duschen dient. Außer Anti-Rutsch-Matten gibt es ornamental gestaltete Rutschstopper aus Gummi oder Plastik zum Befestigen auf dem Wannenboden.

Wie an der Badewanne sind ebenso im Duschbereich Haltevorrichtungen empfehlenswert. Außer Haltegriffen gibt es hierfĂŒr auch lĂ€ngere Haltestangen.

Altersgerechtes Badezimmer

Toilettenbereich sichern

Oft ins Badezimmer integriert, gelegentlich in einem eigenen Raum: Stets soll auch das WC mit seiner direkten Umgebung in die altersgerechte Wohnungsgestaltung einbezogen werden. Barrierefreie Erreichbarkeit ist hier genauso wichtig wie Sicherheitsaspekte. Das WC muss ebenerdig angelegt sein, also nicht etwa wie ein Thron ĂŒber eine Stufe erreichbar. Die Sitzhöhe hat dem allgemeinen Standard zu entsprechen – weder zu hoch noch zu niedrig. Seitlich an der Wand angebrachte Haltegriffe erhöhen den Benutzungskomfort und die Sicherheit.

FĂŒr Rollstuhlfahrer muss der Toilettenbereich besonders gerĂ€umig sein. Das gilt auch fĂŒr den Platz am Waschbecken. Besondere Aufmerksamkeit erfordert zudem der Schwingungsbereich der TĂŒr.

Altersgerechtes Schlafzimmer

Was bereits ĂŒber das altersgerecht gestaltete Wohnzimmer gesagt ist, lĂ€sst sich großenteils auch auf das Schlafzimmer ĂŒbertragen. Ein paar Besonderheiten gibt es allerdings.

Eine Maßnahme ist das Anbringen von einem selbstleuchtenden Lichtschalter oder Nachtlicht fĂŒr das einfache und schnelle Auffinden im Dunkeln.

Die wichtigste „Baustelle“ ist jedoch das Bett. In jungen Jahren spielt die Höhe des Bettes eher eine untergeordnete Rolle. Futon, Boxspringbett oder eine Höhenvariante dazwischen ist vor allem eine Stilfrage, keine Höhenfrage. Ältere Menschen bevorzugen dagegen fast immer ein Bett mit höherer LiegeflĂ€che. Auch bei ihrer Matratze mögen sie keine Kompromisse. Beliebt sind Taschenfederkernmatratzen. Sie passen sich im Liegen dem Körper bequem an. Außerdem sind sie flexibel genug, um sich einem höher gestellten Kopfende anzupassen. Damit kommt ein weiterer wichtiger Punkt bei einem Bett fĂŒrs höhere Lebensalter ins Spiel: Es muss verstellbar sein. Beim Bett muss sich die Höhe der LiegeflĂ€che insgesamt sowie in einzelnen Bereichen nach oben sowie nach unten verstellen lassen. So können zum Beispiel Personen mit bestimmten Leiden wie Sodbrennen oder Herz- und Lungenleiden hĂ€ufig nur mit erhöhtem Oberkörper schlafen.

Geschickte Lösung: Seniorenbett

Warum nicht gleich ein Seniorenbett kaufen? Es ist auf diesen Altersabschnitt perfekt abgestimmt. Interessenten können unter mehreren Modellen wĂ€hlen. Bei der Auswahl sollte die Zukunft mit einbezogen werden. Das ideale Seniorenbett erleichtert selbst noch bei eventueller spĂ€terer PflegebedĂŒrftigkeit den Alltag.

Seniorenbetten haben eine Liegehöhe beziehungsweise Sitzhöhe von ungefĂ€hr 60 cm. Beim darauf Sitzen sollten die FĂŒĂŸe noch ganzflĂ€chig den Boden berĂŒhren. Eine große Hilfe bedeutet auch der Motor bei einem Seniorenbett. Er kann sowohl den – höherverstellbaren – Lattenrost hinauf- und hinunter bewegen als auch das obere und untere Ende anheben. Neben gesundheitlichen Aspekten bietet ein verstellbares Bett grundsĂ€tzlich mehr LebensqualitĂ€t. Lesen oder Fernsehen im Bett ist mit elektrisch angehobenem Oberteil wesentlich komfortabler als mit einer improvisierten Lösung. Solche Vorteile erfreuen also auch die noch rĂŒstigen Senioren. Wenn sich spĂ€ter gesundheitliche EinschrĂ€nkungen bemerkbar machen, bietet das Seniorenbett weiterhin die benötigten Funktionen fĂŒr altersgerechtes Wohnen zu Hause.

KĂŒche seniorengerecht gestalten

Die KĂŒche ist in erster Linie ein Arbeitsraum. Eine altersgerechte KĂŒcheneinrichtung berĂŒcksichtigt daher zwei Faktoren:

  1. Komfort
  2. Sicherheit

Alles muss gut erreichbar sein – weder zu hoch noch zu niedrig. Senioren sollen sich nicht mehr tief bĂŒcken mĂŒssen. Umgekehrt sollen sie auch nicht allzu sehr in die Höhe greifen mĂŒssen. Gelenkigkeit und Körperbalance lassen nun mal im Alter nach. Schwer erreichbare Stellen im KĂŒchenmobiliar provozieren HaushaltsunfĂ€lle. Sie verfĂŒhren außerdem dazu, auf Leitern oder StĂŒhle zu steigern. Das ist bereits bei JĂŒngeren riskant und eine der hĂ€ufigsten Unfallursachen im Haushalt.

In einer seniorengerechten KĂŒche befindet sich stets eine Sitzgelegenheit fĂŒr zwischendurch. Aus Platzmangel ist nicht jede KĂŒche mit einem Esstisch und mit StĂŒhlen ausgestattet. Daher sollte mindestens ein Stuhl in der KĂŒche stehen – zum Ausruhen und fĂŒr bestimmte gut im Sitzen ausfĂŒhrbare TĂ€tigkeiten wie zum Beispiel Kartoffeln schĂ€len.

KĂŒchengerĂ€te sollten einfach bedienbar sein. Neben guter Handhabung fĂŒr schwĂ€cher gewordene HĂ€nde sollen sie auch technisch nicht zu kompliziert sein und außerdem keine nennenswerte Verletzungsgefahr darstellen.

FĂŒr Rollstuhlfahrer ist es ganz wichtig, dass Herd und SpĂŒle unterfahrbar sind. Ohnehin bietet sich hier eine SpĂŒlmaschine an. Ebenso ist eine Mikrowelle ergĂ€nzend zum Herd praktisch fĂŒr das einfache AufwĂ€rmen bereits vorbereiteter Mahlzeiten.

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Altersgerecht wohnen mit UnterstĂŒtzung

In der eigenen Wohnung das Alter verbringen ist sehr verbreitet. Anstrengend wird es hÀufig dadurch, wenn eine Wohnung nicht ausreichend an geÀnderte LebensumstÀnde im höheren Alter angepasst wurde. Selbst wenn sich eines Tages Pflegebedarf einstellt, ist dank Pflegediensten oder der Hilfe von Angehörigen oft noch lange oder sogar bis zum Lebensende ein Bleiben in der eigenen Wohnung möglich.

Was Ă€lteren Menschen zusetzen kann, ist Einsamkeit. Als MĂŒhen des Alters gelten vielen Menschen das Nachlassen der KrĂ€fte und gesundheitliche BeeintrĂ€chtigungen. Direkt befragt, nennen Senioren jedoch hĂ€ufig etwas anderes an erster Stelle: Vereinsamung. Das liegt nicht nur daran, dass sie hĂ€ufig weniger mobil sind und seltener hinaus unter Leute kommen. Schließlich können sie sich besuchen lassen oder telefonieren. Immer mehr von ihnen sind außerdem im Internet aktiv. Die Vereinsamung von Senioren hat eine andere Ursache: Je Ă€lter sie werden, desto mehr bisherige Wegbegleiter von ihnen sterben. Nicht selten haben Hochbetagte außer ihren Familienangehörigen niemanden mehr. Auch schĂŒtzt Familie nicht automatisch vor Alterseinsamkeit, wenn sie rĂ€umlich weit verstreut lebt oder die FamilienverhĂ€ltnisse zerrĂŒttet sind.

Das KnĂŒpfen von Kontakten scheint im höheren Alter schwieriger zu sein als in jungen Jahren. Ein Hindernis dabei ist, wenn sich die Suche nach neuen Bekannten nur auf die eigene Altersgruppe konzentriert, die eben naturgemĂ€ĂŸ immer kleiner wird und dabei oft zurĂŒckgezogen lebt. So kommt es nicht selten zu einem unfreiwilligen Nebeneinanderher leben, bei dem der eine nichts vom anderen weiß.

Auswege aus einem anstrengenderen und ereignisĂ€rmeren Leben im Alter bis hin zur Einsamkeit bieten alternative Konzepte fĂŒr altersgerechtes Wohnen – zum Beispiel:

Senioren-WG

Charakteristisch fĂŒr eine Senioren-WG ist, dass jeder ein Zimmer zum Wohnen und Schlafen fĂŒr sich hat. RĂ€ume wie Bad, KĂŒche und Flur aber teilt er gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Wohngemeinschaft. HĂ€ufig gibt es fĂŒr gemĂŒtliches Zusammensein zusĂ€tzlich einen Gemeinschaftsraum. Hier ist nur allein, wer vorĂŒbergehend mal Ruhe beziehungsweise Zeit fĂŒr sich braucht. Einsam jedoch wird niemand in dieser Art des altersgerechten Wohnens. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ unternehmen die Bewohner einer Senioren-WG regelmĂ€ĂŸig etwas miteinander. Sie unterstĂŒtzen sich gegenseitig im Alltag. Bei Pflegebedarf unterstĂŒtzt der Pflegedienst in einer Senioren-Wohngemeinschaft ebenso wie in der allein bewohnten Wohnung. Auch wenn man sich in der Senioren-WG untereinander hilft: Als Ersatz fĂŒr professionelle Pflege ist die hier eher freundschaftliche Hilfe nicht gedacht. Was in einer Senioren-WG zĂ€hlt, ist das weitgehend erhaltene selbstbestimmte Wohnen in einer Gemeinschaft.

Mehrgenerationenhaus

Ein Mehrgenerationenhaus ist meistens ein Familienprojekt. Die Ă€lteste Genration lebt dabei ĂŒblicherweise im altersgerecht gebauten Erdgeschoss. Kinder und Enkel bewohnen die höheren Etagen. Untereinander unterstĂŒtzen sich die Familienmitglieder wie sonst oft auch, nur dass sie jetzt zusammenleben und keine rĂ€umliche Distanz mehr ĂŒberbrĂŒcken mĂŒssen. Kinder und Enkel unterstĂŒtzen vor allem bei altersbedingten Problemen. Die Ă€ltere Generation wiederum hilft zum Beispiel im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung. Bei PflegebedĂŒrftigkeit kann selbstverstĂ€ndlich auch hier ein Pflegedienst engagiert werden. Gelegentlich bilden auch Nichtverwandte eine Wohngemeinschaft im Mehrgenerationenhaus.

Eine ganze Generation Familie steht im Garten und lÀchelt

Wohnpartnerschaften mit Studenten

In jĂŒngerer Zeit hat sich eine weitere Form des altersgerechten Wohnens etabliert. Ist die Wohnung groß genug, vermietet der Bewohner ein Zimmer zur Untermiete an einen Studenten oder eine Studentin. Voraussetzung ist eine noch vorhandene gewisse RĂŒstigkeit des Senioren. Pflegeaufgaben kann ein Student natĂŒrlich nicht ĂŒbernehmen. Er kann aber im Haushalt zur Hand gehen, den Garten pflegen, EinkĂ€ufe erledigen und Ähnliches. HierfĂŒr bespricht der Untervermieter mit ihm ein festes Stundenkontingent. Im Gegenzug zur geleisteten UnterstĂŒtzung kommt er seinem Untermieter beim Mietpreis entgegen. FĂŒr beide ergibt sich so eine Win-Win-Situation: Hilfe im persönlichen Alltag des Senioren gegenĂŒber einer gĂŒnstigen Wohngelegenheit fĂŒr den Studenten. ErfahrungsgemĂ€ĂŸ ergeben sich hierbei anstelle eines reinen ZweckbĂŒndnisses oft herzliche Kontakte, die auch ĂŒber das gemeinsame Wohnen hinaus andauern.

Wichtig: Wann Vermieter kontaktieren?

WĂ€hrend Haus- und WohnungseigentĂŒmer bei der altersgerechten Umgestaltung ihrer RĂ€ume selbst entscheiden können, mĂŒssen Mieter bei bestimmten VerĂ€nderungen mit ihrem Vermieter RĂŒcksprache halten und sich ein EinverstĂ€ndnis am besten schriftlich geben lassen. Insbesondere das Einbauen eines Treppenlifts oder Umbauten im Bad wie das Anbringen von Haltegriffen oder Verlegen rutschsicherer Fliesen sollten niemals ohne Zustimmung des Vermieters erfolgen. Auch beim Untervermieten eines Zimmers – zum Beispiel an einen Studenten – muss der Vermieter schriftlich zustimmen.

FĂŒr den Notfall vorsorgen

Selbst wenn du keine Pflege benötigst, kann bei dir ein gesundheitlicher Notfall eintreten. Mache dir daher bereits in guten Tagen Gedanken darĂŒber, mit welchen Maßnahmen du im Notfall schnell Hilfe erhĂ€ltst.

Im Kontakt bleiben

Lasse deine Kontakte nicht einschlafen und bleibe neuen Begegnungen gegenĂŒber aufgeschlossen. Etwas dazu findest du bereits im Kapitel „Altersgerecht wohnen mit UnterstĂŒtzung“. RegelmĂ€ĂŸiger Kontakt, und sei es nur ĂŒbers Telefon, halten dich im Bewusstsein der anderen. Bist du plötzlich nicht mehr erreichbar, fĂ€llt das auf. Jemand wird nachforschen, was los ist.

Notrufknopf

Bestimmt hast du schon Werbung fĂŒr den Notrufknopf erhalten. FĂŒr Senioren ist der Notrufknopf durchaus eine Überlegung wert. Stell dir vor, du stĂŒrzt und kannst nicht wieder aufstehen. Das Telefon ist ebenso außer Reichweite wie etwas zu trinken. Der am Körper getragene Notrufknopf bewahrt dich davor, womöglich tagelang hilflos in der Wohnung zu liegen. Allein schon das Vorhandensein dieses kleinen Helfers bei dir beruhigt. Bei bestimmten Pflegestufen ĂŒbernimmt die Pflegekasse einen Teil der Kosten.

Notfalltasche

Zum altersgerechten Wohnen gehört außerdem eine weitgehend fertig gepackte Notfalltasche fĂŒr den Fall eines kurzfristigen Krankenhausaufenthalts. Da hinein gehören Dinge wie mindestens ein Nachthemd oder Pyjama, UnterwĂ€sche fĂŒr mehrere Tage und Hygieneartikel wie Waschzeug und Zahnputzutensilien. Denke auch an Lesestoff oder anderes zum Zeitvertreib. Einiges davon, zum Beispiel Zahnpasta, solltest du von Zeit zu Zeit gegen frische Artikel austauschen. Solltest du aber plötzlich ins Krankenhaus mĂŒssen, wirst du ĂŒber deine im Voraus gepackte Notfalltasche froh sein. Du musst dich nur noch um eine Handtasche mit etwas Bargeld, Personaldokumenten, Handy, SchlĂŒssel und Ă€hnlichem kĂŒmmern.

Daten von Kontaktpersonen

FĂŒr einen Notfall, bei dem du möglicherweise nicht mehr kommunikationsfĂ€hig bist, halte an gut sichtbarer Stelle eine oder mehrere Kontaktadressen mit Telefonnummern parat. Diese können zum Beispiel in einer KlarsichthĂŒlle innen an deiner EingangstĂŒr befestigt sein.

Fazit

Altersgerecht wohnen erleichtert den Alltag. Wer sein Haus oder seine Wohnung an Altersbeschwerden einschließlich einer MobilitĂ€tseinschrĂ€nkung anpasst, hat gute Aussichten, in seinem Zuhause alt zu werden. Die meisten Menschen möchten im Alter weiterhin in ihrer vertrauten Umgebung leben. Je frĂŒher sie sich ĂŒber ein altersgerecht ausgestattetes Heim Gedanken machen, umso besser.

Letzte Aktualisierung am 5.07.2021 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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