Stoffwindeln oder Einwegwindeln: Was ist besser?

Veröffentlicht am 11. August von Philipp Senge in Baby

Bis Dein Kind trocken ist, braucht es in den ersten Lebensjahren Windeln. Aber welche Windeln sind die besten? Bei dieser Frage haben Eltern wie so oft die Qual der Wahl. Sollen sie Stoffwindeln nehmen oder Wegwerfwindeln? Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten. Wir erklären Dir die Vor- und Nachteile der jeweiligen Windeltypen. Außerdem verraten wir Dir, welche Windeln besser sind.

Baby wird frisch gewickelt
Welche Windeln soll man für sein Baby nehmen? Hier die Windeln im Vergleich.

Vergleich von Stoffwindeln und Einwegwindeln

Wer es nicht selbst miterlebt hat, kann sich kaum vorstellen, wie viele Windeln ein Kind in den ersten Lebensjahren benötigt. In Zahlen: Bis Dein Kind trocken ist, musst Du es 5.000-mal wickeln. Das bedeutet, 5.000 volle Windeln. Bei Einwegwindeln heißt das: 1.000 kg Müll. Das ist viel. Die Alternative sehen viele Eltern in Stoffwindeln. Die müssen wie zu Großmutters Zeiten nach Verwendung gewaschen werden. Welche Art von Windeln ist nun besser? Sowohl für die Umwelt als auch für das Kind? Unten erfährst Du, zu welchem Ergebnis wir bei einem Vergleich gekommen sind. Vorher haben wir die wichtigsten Fakten, Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Windelarten für dich zusammengestellt. Damit kannst Du Dir erstmal ein eigenes Bild machen.

Vorteile von Einwegwindeln

Einwegwindeln kennt heute eigentlich jeder. Dabei sind sie eine vergleichsweise junge Erfindung. Es gibt sie erst seit 1973. Zu er damaligen Zeit stellten sie eine enorme Arbeitserleichterung dar. Kein Wunder also, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit durchsetzten und die bis dahin alternativlose Stoffwindel verdrängten. Einweg- oder Wegwerfwindeln bestehen aus einer dünnen Außenhülle aus Kunststoff und einem sogenannten Saugkörper, der wiederum aus einem extrem saugfähigen Material besteht. Er nimmt die Flüssigkeit auf. Bei modernen Windeln werden Materialien verwendet, die auch bei Druck die aufgenommene Flüssigkeit nicht wieder abgeben. Das hält die Feuchtigkeit von der Babyhaut ab und verhindert, dass Dein Kind im Windelbereich wund wird.

Der größte Vorteil der Einwegwindel besteht tatsächlich darin, dass sie so gut wie keine Arbeit macht. Nach der Benutzung kommt sie einfach in den Müll. Außerdem ist das Wickeln mit den Einwegwindeln mit wenigen Handgriffen erledigt. Durch die Außenschicht halten die Windeln lange dicht. Flüssigkeit kann nicht durchsickern.

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Nachteile von Einwegwindeln

Den Vorteilen stehen wie immer einige Nachteile gegenüber. Da ist zum einen der bereits erwähnte Müll, der entsteht. Hast Du eine eigene Mülltonne, wirst Du Dich wundern, wie schnell die voll sein kann. Der entstehende Müll ist nur ein Problem. Auch der Ressourcenverbrauch bei der Herstellung von Windeln und letztlich für den Transport sind enorm.

Ein weiteres Problem sind die Kosten, die Dir durch Einwegwindeln entstehen. Jede Windel, die Du verwendest, musst Du selbstverständlich bezahlen. Bei 5.000 Windeln, die Dein Kind im Durchschnitt verbrauchen wird, kommen da im Laufe der Zeit mehrere hundert Euro zusammen.

Stoffwindeln: nicht mehr wie früher

Vor der Erfindung der Einwegwindeln, gab es ausschließlich Stoffwindeln. Das waren Mulltücher, die mehrfach gefaltet und gewickelt wurden. Dadurch entstanden mehrere Stoffschichten, die die gewünschte Saugfähigkeit hatten. War die Windel voll, musste sie gewaschen werden. Das klingt nicht nur nach viel Arbeit, das war es auch. Selbstverständlich kannst Du auch heute noch Dein Kind mit Mullwindeln wickeln. Ist jedoch von Stoffwindeln die Rede, sind damit nur noch selten die ganz klassischen Mulltücher gemeint.

Stattdessen gibt es viele verschiedene Systeme. Ähnlich wie bei den Einwegwindeln, haben die Stoffwindeln eine Außenschicht und einen saugenden Kern. Diese können direkt mit einander verbunden sein. Bei manchen Systemen sind die einzelnen Komponenten getrennt und können unterschiedlich kombiniert oder ausgetauscht werden. In der Regel werden außer für die undurchlässigen Außenschichten Naturmaterialen wie Baumwolle oder auch Schafwolle verwendet.

Eine Stoffwindel wird nach der Benutzung nicht weggeworfen, sondern gewaschen. Je nach Art der Stoffwindel kann das die komplette Windel sein. Bei mehrschichtigen Systemen können einzelne Teile wie zum Beispiel die Außenwindeln mehrfach benutzt werden, bevor sie in die Wäsche kommen. Dadurch muss nicht jedes Mal die ganze Windel gewaschen werden.

Unabhängig von den verschiedenen Systemen besteht der Vorteil von Stoffwindeln darin, dass sie immer wieder verwendet werden können. Du sparst damit vor allem Geld für das ständige Nachkaufen. Im Vergleich zu Einwegwindeln sind Stoffwindeln meistens deutlich atmungsaktiver. Es kommt daher seltener zu Problemen mit wunder Haut.

Ein deutlicher Vorteil von Stoffwindeln besteht darin, dass Kinder im Schnitt etwas schneller trocken werden können als mit Einwegwindeln.

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Nachteile von Stoffwindeln

Im Vergleich zu Einwegwindeln macht vor allem das regelmäßige Waschen der Windeln deutlich mehr Arbeit. Außerdem verbrauchst Du mehr Wasser, Strom und Waschmittel. Für die Erstausstattung mit Stoffwindeln musst du mit höheren Kosten rechnen als für das erste Paket Einwegwindeln. Die Kosten für die Erstausstattung liegen etwa bei 200 bis 300 Euro. Weitere Nachteile von Stoffwindeln sind, dass sie beim Wickeln etwas aufwändiger sind. Das hängt aber stark von der Art der Stoffwindeln ab. Vor allem, wenn du unterwegs bist, kannst Du eine benutzte Stoffwindel nicht einfach entsorgen.

Stoffwindeln und Einwegwindeln im Vergleich

Inzwischen wurde schon mehrfach untersucht, welche Windelart die bessere ist. Zum Teil mit sehr unterschiedlichen Ergebnissen. Inzwischen zeichnet sich ab, dass es zwischen Stoffwindeln- und Einwegwindeln zwar durchaus Unterschiede gibt. Wirklich besser ist aber keine der Windelarten. Sie sind nur anders und haben alle ihre Vor- und Nachteile. Lediglich wenn Stoffwindeln für mehrere Kinder benutzt werden, können sich finanzielle Vorteile ergeben. Bei einem Kind halten sich die Kosten für Erstanschaffung und das Waschen von Stoffwindeln und das Kaufen von Wegwerfwindeln in etwa die Waage.

Letztlich müssen Eltern für sich ausprobieren und entscheiden, welche Art von Windeln für sie und ihr Kind die beste ist. Übrigens steht nirgendwo geschrieben, dass man nicht auch beide Arten gleichzeitig verwenden darf. Viele Eltern nutzen zu Hause Stoffwindeln und unterwegs Einwegwindeln.

Kurz gesagt

Wegwerfwindeln sind vor allem sehr praktisch und machen wenig Arbeit. Du musst Dich aber ständig um Nachschub kümmern und hast viel Müll. Stoffwindeln hingegen kannst Du immer wieder verwenden. Dafür musst Du sie aber immer waschen. Du hast zwar weniger Müll, dafür läuft aber Deine Waschmaschine deutlich öfter. Bei einem Kind halten sich deshalb auch die Kosten für Stoff- und Einwegwindeln in etwa die Waage. Bei mehreren Kindern können sich finanzielle Vorteile für die Stoffwindeln ergeben. Letztlich hilft nur ausprobieren. Das gilt insbesondere für Stoffwindeln. Die einzelnen Systeme können sich in der Handhabung erheblich unterscheiden. Egal, welche Entscheidung Du triffst: Wenn sie gut für Dich und Dein Kind ist, ist sie richtig.

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