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Seniorenpflege zu Hause: 10 wichtige Tipps

von Ursula Martens
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Frau hält Schild mit Aufschrift Pflegeberatung und einen kleinen Rettungsring

Pflegebedürftigkeit ist ein Einschnitt ins Leben. Auf einen Schlag kommen Belastungen von mehreren Seiten auf die pflegebedürftige Person und die Angehörigen zu. Deshalb ist es wichtig, sich gut zu informieren und zu koordinieren.  Es gibt auch viele Hilfsangebote für die Seniorenpflege zu Hause, die Du in Anspruch nehmen solltest. Am Schluss des Artikels findest Du den Link zu einem kostenlosen Ratgeber für Seniorenhilfe.

Seniorenpflege zu Hause: 10 Tipps, worauf Du achten solltest

1. Keine Panik!

Pflege bringt viele Belastungen mit sich. Egal ob eine pflegebedürftige Person in einem Heim untergebracht wird oder zu Hause bleibt, kommt auf die Angehörigen einiges zu: Kosten, organisatorische Fragen, Unsicherheiten und vielleicht Schuldgefühle oder Zeitprobleme. Kaum jemand kann die Anforderungen einfach erfüllen und sein bisheriges Leben einfach so weiterleben. Mach Dir keinen zu großen Druck und nutze den Einschnitt, um Dein Leben neu zu ordnen.

2. Hole Dir Hilfe für die Seniorenhilfe zu Hause

Wenn ein Pflegefall eintritt, wirst Du wahrscheinlich als Erstes mit einem Arzt zu tun haben. Vielleicht zeichnet sich ein Pflegefall aber auch bereits ab und Du hast Zeit, Dich darauf vorzubereiten. Egal wie viel Zeit Du zur Vorbereitung hast: Du solltest auf jeden Fall neben Deinem Arzt auch mit der Krankenkasse sowie mit Selbsthilfegruppen und passenden Pflegediensten sprechen. Besorge Dir Literatur über alles, was mit Pflege zu tun hat: Organisation, Zuschüsse, rechtliche Fragen, medizinische Fachliteratur.

Denke daran, dass Dir Beratung und Hilfe zustehen. Niemand verlangt von Dir, dass Du von heute auf morgen zum Experten für Alten- oder Krankenpflege wirst. Im Artikel „24-Stunden-Pflege für Senioren: Ablauf, Kosten, Vor- und Nachteile“ findest Du zum Beispiel einen Überblick über die Ganztagsbetreuung.

3. Gehe strukturiert vor

Nachdem eine Pflegebedürftigkeit festgestellt wird, kommt einiges an Papierkram auf Dich zu. Gutachten, Merkblätter, Anträge usw. können viel Zeit rauben. Besser Du legst sie so ab, dass Du sie sofort wiederfindest. Das gilt auch für alle Unterlagen der pflegebedürftigen Person. Wenn noch keine Vollmachten, Willensbekundungen und Übersichten über Versicherungen, Konten und Verträge vorliegen, dann solltest Du sie zusammenstellen. Für den Fall, dass Du sie brauchst.

4. Setze Pflegeziele

Pflegebedürftigkeit wird meist nach einer Krankheit oder einem Unfall diagnostiziert. Seniorenpflege zu Hause sollte also immer das Ziel haben, die Gesundheit wiederherzustellen, wenn nicht sogar für neue Vitalität zu sorgen. Dafür sind Reha-Maßnahmen, Programme zur Seniorenaktivierung und viel Wertschätzung für die Leistungen von Senioren notwendig.
Am besten ist, wenn die pflegebedürftige Person Freude am Leben oder Disziplin hat, um sich ein Ziel zu setzen. Wenn nicht, ist Deine Hilfe gefragt!

Ärzte können zwar Therapien verschreiben, aber es liegt an den Pflegebedürftigen, ob sie dabei mit voller Überzeugung oder nur halbherzig mitmachen.

5. Hole Dir finanzielle Hilfe

Du hast Anrecht auf eine Reihe von Zuzahlungen und andere finanzielle Leistungen, wenn Du selbst als Angehöriger pflegst oder dafür Hilfe in Anspruch nimmst. Zu den finanziellen Leistungen gehören unter anderem:

  • die Möglichkeit auf die Befreiung von Zuzahlungen für die häusliche Krankenpflege
  • Befreiung von Medikamentenzuzahlungen
  • Zuschüsse für Sachleistungen
  • Beihilfen für stationäre Pflege
  • Geld für Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege
  • Pflegegeld
  • Geld für Investitionen

Viele Geldmittel können auch rückwirkend beantragt werden, heb also alle Belege und Rechnungen gut auf.

Leistungen zur Pflege im Überblick

6. Vernachlässige Deine eigene Absicherung nicht

Um später keine Nachteile zu haben, solltest Du Dich beraten lassen, wie für Dich als pflegenden Angehörigen zum Beispiel Renten- und Unfallversicherung geregelt sind. Wenn Du während der Zeit der Pflege ganz oder teilweise aus Deinem Beruf aussteigst, hast Du weiterhin Anrecht auf Arbeitslosengeld und Hilfen beim Wiedereinstieg. Du kannst Dir auch eine Auszeit gönnen und dafür Pflegepersonal zu Hilfe holen. Vor allem solltest Du auf Deine Gesundheit achten. Wenn Du die Möglichkeit hast, solltest Du unbedingt einen Pflegekurs besuchen, um Dich vor Schäden durch schweres Heben oder Ansteckung mit einer Krankheit zu schützen.

7. Investiere in die Pflege

Für den Umbau von Räumen und Material wie einen Treppenlift gibt es Zuschüsse. Das Geld für seniorengerechtes Wohnen ist gut angelegt, denn damit erleichterst Du Dir und Deinen Angehörigen das Leben. Darüber hinaus solltest Du alles tun, um den Lebensabend so schön wie möglich zu gestalten. Viele ältere Menschen ziehen sich zurück und leiden unter Einsamkeit. Wer bis ins hohe Alter mobil bleibt, hat es leichter, ins gesellschaftliche Leben eingebunden zu bleiben.

8. Begreife die Pflege als Chance

Mit der Pflegebedürftigkeit ändert sich vieles im Leben. Zum Beispiel sind unabhängige Eltern, die zuvor den Ton angegeben haben, nun auf Hilfe angewiesen. Wer sich darauf einlassen kann, erlebt eine neue Facette in einer familiären Beziehung. Wer an alten Mustern festhalten will, muss unnötig gegen Widerstände ankämpfen. Sei deshalb offen für einen neuen Lebensabschnitt und geh unbefangen an ihn heran. Das hilft auch dem Pflegebedürftigen, mit der neuen Situation besser klarzukommen.

9. Schließe Dich mit anderen Pflegenden zusammen

Selbst wenn Du alle Informationen hast, die Du brauchst, und gut mit der Pflege zurechtkommst, solltest Du Dich nach Selbsthilfegruppen für pflegende Angehörige in Deiner Nähe umsehen. Wenn Du Dich daran beteiligst, verpasst Du keine wichtigen Informationen mehr und kannst Dir im Bedarfsfall schneller Hilfe holen. Außerdem gibt es wahrscheinlich andere in einer ähnlichen Situation, die sehr dankbar sind, wenn Du Ihnen hilfst.

Pfleger und Patienten beratschlagen

10. Seniorenpflege zu Hause ist nicht immer die beste Lösung

Bei der Pflege von Senioren ist es wichtig, regelmäßig zu überprüfen, ob die gewählte Pflegeform die Ergebnisse bringt, die man sich davon verspricht. Die Möglichkeit einer Heimunterbringung oder zusätzliches Personal anzustellen, sollte nicht von vornherein ausgeschlossen werden. Auch der Wechsel aus einem Heim zurück in eine eigene Wohnung ist grundsätzlich möglich, wenn die Bedingungen stimmen.

Kurz gesagt

Pflege ist ein komplexes Thema, für das man mehrere Wochen braucht, um sich einzuleben und Routine zu gewinnen. Es stehen verschiedene Hilfsangebote und Informationen zur Verfügung, aber das bedeutet nicht, dass die Seniorenpflege zu Hause sofort reibungslos klappt. Egal ob mit zusätzlichem Personal oder als pflegender Angehöriger: Nimm Dir die Zeit, die Du brauchst, und lade Dir nicht zu viel auf einmal auf! Wenn Du weitere Informationen brauchst, lade Dir diesen kostenlosen Ratgeber Seniorenhilfe herunter.

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Hans Brandt 16. August 2019 - 9:54

Meine Frau kümmert sich um ihren Vater, der alt und krank ist. Glücklicherweise hat sie Zeitpläne, die es ihr ermöglichen, dies zu tun, da sie nur in Teilzeit arbeitet. Andernfalls sollten wir die Pflegehilfe bezahlen.

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