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Blut spenden: So rettet Dein Blut Leben

von Thorben Grünewälder
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Mann reißt sich das Hemd auf und man sieht das Zeichen von Supermann

Schwere Krankheiten, Operationen oder Unfälle – jeder von uns kann eines Tages auf fremdes Blut angewiesen sein. Leider sinkt die Bereitschaft, Blut zu spenden. Dabei wäre rund ein Drittel der Bevölkerung körperlich dazu in der Lage. Dennoch gehen nur drei Prozent der Deutschen regelmäßig zur Blutspende. Wir erklären Dir, wie wichtig das Thema Blutspende ist und wie Du mit Deinem Blut Leben retten kannst.

Blutspende

Eine Blutspende dauert insgesamt nur rund 20 Minuten.

Wieso ist der Bedarf an Blutspenden so hoch?

Ganz einfach: Die Bevölkerung wird immer älter und ältere Menschen benötigen eine umfassendere medizinische Versorgung. Bei vielen Operationen verlieren die Patienten Blut, das anschließend ersetzt werden muss. Einige Operationen, Transplantationen und die Behandlung von Patienten mit bösartigen Tumoren sind nur dank moderner Transfusionsmedizin möglich geworden.

Wer braucht Spenderblut?

Heute wird das meiste Blut zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Aber auch Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten, Sport- und Verkehrsunfälle sorgen für hohen Bedarf. Bei schweren Unfällen kann es vorkommen, dass wegen bestimmter innerer Verletzungen mindestens zehn Blutkonserven pro Unfallopfer bereitstehen müssen. Dieses Blut kann natürlich nicht künstlich hergestellt werden. Daher sind Blutspender echte Lebensretter.

Was sollte ich vor der Blutspende beachten?

Vielen Menschen ist direkt nach der Blutentnahme etwas schwindelig. Das ist völlig normal und unbedenklich. Trinke vorher reichlich Wasser und esse mindestens zwei Stunden vorher eine Mahlzeit. So stärkst Du Deinen Kreislauf. Die meisten Blutspendedienste stellen Dir aber auch während der Wartezeit kostenlos Wasser und Softdrinks zur Verfügung. Natürlich solltest Du an dem Tag der Spende gesund sein. Eine leichte Erkältung ist eventuell kein Hindernis, eine schwere Grippe, Magen-Darm-Infekte oder ähnliche Erkrankungen hingegen schon.

Wie läuft eine Blutspende ab?

Wer zum ersten Mal Blut spendet, hat viele Fragen und ist vielleicht auch ein wenig nervös. Wir können Dich aber beruhigen: Der kleine Piekser ist auszuhalten und Du bist danach nicht stundenlang der Ohnmacht nahe. Hier nun der genaue Ablauf:

  1. Die Anmeldung

Bei der Anmeldung werden Deine persönlichen Daten überprüft. Du solltest also Deinen Personalausweis dabei haben. Außerdem musst Du Dir einige Minuten Zeit nehmen, um einen Fragebogen auszufüllen. Hierbei gibst Du unter anderem an, ob Du Raucher bist, Medikamente einnimmst und welche Krankheitsgeschichte Du hast. Natürlich musst Du alle Fragen wahrheitsgemäß beantworten. Da Dein Blut später eh im Labor untersucht wird, ist Lügen also eh zwecklos.

  1. Die Voruntersuchung

Danach werden die Körpertemperatur (im Ohr) und der Blutfarbstoffgehalt (Hämoglobinwert) festgestellt. Ein winziges Tröpfchen aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen reicht dafür aus. Blutdruck und Puls werden gemessen und alle Werte dokumentiert. Diese Daten geben dem Arzt zusammen mit dem ausgefüllten Anamnese-Fragebogen wertvolle Hinweise für seine Entscheidung ob Du für eine Blutspende geeignet bist. Wenn Du Erstspender bist, untersucht der Arzt manchmal auch Deinen Puls und den Blutdruck.

  1. Die Blutentnahme

Nun folgt die eigentliche Blutspende. Du legst Dich auf das Entnahmebett und das medizinische Personal wird Dir nach einem kleinen Pieks rund 500 Milliliter Blut entnehmen. Zusätzlich werden drei bis vier Laborröhrchen für eine Untersuchung Deiner Blutspende im Labor abgefüllt. Alles zusammen dauert ungefähr 10 Minuten. Der Einstich wird mit einem Pflaster oder einem kleinen Verband geschlossen.

 

Blutspende

Bevor Du Blut spenden kannst, wirst Du medizinisch untersucht.

Was sollte ich nach der Blutspende beachten?

Nach der Spende bleibst Du meist etwa eine Viertelstunde auf der Liege und ruhst Dich aus. Wenn Du Dich gut fühlst, kannst Du danach langsam aufstehen und Dich in den Wartebereich begeben. Hier solltest Du erneut viel trinken und Dich noch einige Minuten erholen. Du solltest an dem Tag der Blutspende aber kein Auto mehr fahren und auch das Bedienen gefährlicher Maschinen ist untersagt.

Darf ich Blut spenden?

Grundsätzlich darf jeder Mensch zwischen 18 und 72 Jahren Blut spenden. Aber natürlich gibt es Ausnahmen. Du bist als Blutspender geeignet wenn:

  • Du zwischen 18 und 72 Jahren alt bist
  • Du bei Deiner ersten Blutspende nicht älter als 64 Jahre alt bist
  • Du mindestens 50 Kilogramm wiegst
  • Du Dich fit und gesund fühlst
  • Du innerhalb der letzten 12 Stunden keinen Alkohol getrunken hast
  • Du keine Drogen konsumierst

Können alle Blutgruppen spenden?

37 Prozent der Menschen in Deutschland haben die Blutgruppe A+. Etwa 35 Prozent tragen die Blutgruppe 0+. Die Blutgruppe B+ kommt bei 9 Prozent der Menschen in Deutschland vor, die Blutgruppe A- und 0- bei jeweils 
6 Prozent. Am seltensten findet man die Blutgruppen AB+ mit 4 Prozent, B- mit 2 Prozent und AB- mit 1 Prozent. Viele Menschen kennen ihre eigene Blutgruppe aber nicht. Diese wird bei der Blutspende bestimmt. Grundsätzlich ist jede Blutgruppe wertvoll. Besonders bei Notfallpatenten kommt die Blutgruppe „0“ zum Einsatz – denn diese ist mit allen anderen Blutgruppen kompatibel.

Ist eine Blutspende gefährlich?

Immer wieder hört man von Menschen, die sich über eine Blutspende mit HIV oder anderen Krankheiten angesteckt haben. Doch das Risiko ist verschwindend gering und die Blutspende hat sogar einige gesundheitliche Vorteile. Wer regelmäßig Blut spendet hat zum Beispiel nachweislich einen besseren Blutdruck. Auch die Neubildung von Stammzellen wird angeregt und sogar die Cholesterinwerte profitieren von der Blutspende. So sinkt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei einer Blutspende wird Dein Blut wie bereits beschrieben untersucht. Betrachte die Blutspende also gleichzeitig als eine kleine Gesundheitsvorsorge.

Wie oft darf ich Blut spenden?

Bei einer Blutspende geht dem Körper wichtiges Eisen verloren. Jeder gesunde Mensch verfügt zwar über eine natürliche Eisenreserve, mit der Verluste normalerweise ausgeglichen werden können. Aber es dauert rund zwei Monate bis der Eisenverlust wieder kompensiert ist – bei Frauen aufgrund der Menstruation etwas länger. Daher dürfen Frauen nur vier Mal innerhalb von 12 Monaten spenden und Männer sechs Mal.

Bekomme ich für die Blutspende Geld?

Ab der zweiten Blutspende erhältst Du eine Aufwandsentschädigung. Für Vollblutspenden liegt diese in der Regel zwischen 15 und 25 Euro. Reich wirst Du durch die Spende also nicht – aber das ist ja auch nicht der Sinn der Sache.

Wo kann ich Blut spenden?

In den meisten Gemeinden gibt es gleich mehrere Blutspendedienste. Neben dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) gibt es auch zahlreiche Uni-Blutspendedienste oder Krankenhäuser, die Dein Blut annehmen. Eine gute Übersicht findest Du hier.

Kurz gesagt:

Mit einer Blutspende rettest Du Leben. Der zeitliche Aufwand ist äußerst gering, Du erhältst eine kleine finanzielle Entschädigung und tust gleichzeitig auch Deiner eigenen Gesundheit etwas Gutes. Bedenke, dass auch Du eines Tages vielleicht auf eine Blutspende angewiesen bist.

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