Kindergeburtstag feiern – Muss ich den Konsumwahn mitmachen?

Veröffentlicht am 28. März von Philipp Senge in Kinder

Für Kinder sind Geburtstage aufregend. Für Eltern sind Geburtstage der eigenen Kinder vor allem anstrengend und nicht selten auch richtig teuer. Das fängt bei den Geschenken für das Geburtstagskind an und hört bei der Kindergeburtstagsfeier auf. Nicht selten ist so ein Kindergeburtstag der reinste Konsumwahn. Gehörst Du auch zu den Eltern, denen das alles zu viel wird? Wir zeigen Dir, wie Du dem Konsumwahn ein Ende setzen und trotzdem mit Deinem Kind einen schönen Geburtstag feiern kannst.

Muffins und Holzspielzeug auf einem Tisch zum Kindergeburtstag
Selbstgemachte Muffins oder gebastelte Geschenke können dem Geburtstagskind genauso viel Freude bereiten

So „entkonsumierst“ Du einen Kindergeburtstag

Der eigene Geburtstag ist für Kinder immer wieder ein spannendes Ereignis. Schon Tage vorher steigt die Aufregung ins Unermessliche und Dein Kind kann von nichts Anderem mehr reden. Vor seinem inneren Auge sieht Dein Kind wahrscheinlich schon die vielen Geschenke, die es bekommen wird. Du kennst aber von den vergangenen Geburtstagen auch die Schattenseiten. Geschenke, mit denen Dein Kind überhaupt nichts anfangen konnte und die eigentlich überhaupt niemand braucht. Hinzu kommt, dass so ein Kindergeburtstag für die Eltern ganz schön ins Geld gehen kann. Es geht aber auch anders – wenn Du es richtig anstellst, sogar ohne enttäuschte Kinderaugen.

Weniger Geschenke von der Familie

Meistens fängt der Geburtstags-Konsumwahn schon in der eigenen Familie an. Dein Kind hat Wünsche. Einen oder auch mehrere möchtest Du ihm vermutlich erfüllen. Dann ist da aber auch noch die liebe Verwandtschaft. Großeltern, Onkel und Tanten möchten auch gerne etwas schenken. Das tun sie dann auch. Je nachdem wie groß Deine Verwandtschaft ist, kann es zu einer regelrechten Geschenkeflut kommen. Aber nicht jedes dieser Geschenke ist auch wirklich sinnvoll. Bei vielen handelt es sich eher um kleine Aufmerksamkeiten. Oft passen sie nicht einmal zu den Vorlieben Deines Kindes und landen völlig unbenutzt in einer Kiste im Kinderzimmer.

Die Geschenkeflut aus der eigenen Verwandtschaft lässt sich am besten vermeiden, indem Du die Geschenke abstimmst. Dabei gibt es vor allem zwei Möglichkeiten:

  1. Du lässt die Verwandten für ein großes Geschenk zusammenlegen
  2. Du sorgst dafür, dass alle Verwandten zu einem bestimmten Thema schenken

Beide Varianten setzen voraus, dass alle Verwandten mitziehen. Außerdem musst Du ein bisschen organisieren. Im ersten Fall können alle Verwandten etwas zu einem großen Geschenk dazugeben. Das kann etwas sein, das Du Deinem Kind sowieso schenken möchtest oder auch ein ganz eigenes Geschenk der Verwandten.

Bei der zweiten Variante lässt Du alle Verwandten Dinge schenken, die Dein Kind für einen bestimmten anstehenden Anlass benötigt oder die in anderer Weise thematisch zusammengehören. Zum Beispiel könnte jeder ein paar passende Tiere oder Fahrzeuge zu einem Spielzeugbauernhof schenken.

Weniger Geschenke von Geburtstagsgästen

Steht die Kindergeburtstagsfeier an, wird auch jeder Gast ein Geschenk mitbringen. Hier kannst Du im Grunde genauso verfahren, wie bei der Verwandtschaft. Allerdings ist es bei weitem nicht so einfach, die Geschenke abzustimmen. Wirst Du aber gefragt, was Dein Kind sich wünscht, kannst Du passende Wünsche äußern. Je besser Du die Eltern der Geburtstagsgäste kennst, desto besser wird Dir das gelingen. Die Entscheidung über das Geschenk sollte aber letztlich bei den Geburtstagsgästen liegen. Es kommt gar nicht gut an, wenn Du konkrete Geschenkwünsche oder gar -aufforderungen in die Einladung schreibst. Die Abstimmung der Geschenke von Geburtstagästen ist daher oft eine gewisse Gradwanderung. Es hängt von Deinem Fingerspitzengefühl ab und davon, wie gut Du die Eltern kennst.

Wie viele Feiern müssen eigentlich sein?

Ein weiterer Punkt, an dem Du den Konsumwahn eingrenzen kannst, ist die Zahl der Feiern. In manchen Familien kann es durchaus vorkommen, dass der Geburtstag zwei oder drei Mal gefeiert wird. Einmal im engsten Kreis mit Eltern und Geschwistern, einmal mit den Verwandten und ein drittes Mal die Kindergeburtstagsfeier mit Freunden. Manchmal lässt sich das nicht völlig vermeiden. Du kannst aber versuchen, die Feiern so gut wie möglich zusammenzulegen. Auf diese Weise reduziert sich für Dich der Stress und letztlich auch die Zahl der Anlässe, zu denen es für Dein Kind Geschenke gibt. Je besser Du die Feiern bündelst, desto besser wird es Dir auch gelingen, die Geschenke sinnvoll zu bündeln.

Kindergeburtstag feiern – weniger von allem ist mehr

Auch im Zusammenhang mit der Kindergeburtstagsfeier kannst Du an verschiedenen Punkten den Konsumwahn eindämmen. Das fängt bei der Feier selber an und hört bei den Mitgebseln auf.

„Halte die Feier einfach“ – Diese einfache Regel ist fast schon so etwas wie der Schlüssel zu einem erfolgreichen Kindergeburtstag. Sie betrifft alle wichtigen Punkte der Feier:

  • Die Anzahl der eingeladenen Kinder
  • Die Dauer der Feier
  • Das Essen
  • Die Spiele

Für die Anzahl der Kinder gibt es eine einfache Faustregel. Lade so viele Kinder ein, wie das Geburtstagskind alt wird: Zum sechsten Geburtstag dürfen sechs Gäste kommen. Statt mit allen Kindern in einem Indoorspielplatz oder mit einer Geburtstagsagentur zu feiern, kannst Du den Geburtstag auch ganz klassisch zu Hause ausrichten. Mit einer überschaubaren Anzahl Kindern ist das um Längen einfacher. Häufig überschätzen Eltern auch die Ausdauer der Kinder. Geburtstagfeiern ist anstrengend. Plane daher nicht zu viel Zeit ein. Bis ins Grundschulalter sind drei Stunden in der Regel völlig ausreichend.

Ein Punkt an dem sich die Geister bei Kindergeburtstagen immer öfter scheiden, sind Mitgebsel. Ist Dein Kind auch schon einmal mit mehr Geschenken von einem Kindergeburtstag zurückgekommen, als es mitgenommen hat? Klar ist es schön, wenn alle Kinder hinterher ein kleines Andenken oder ein paar Preise mit nach Hause nehmen. Statt aber bei jedem einzelnen Spiel Preise zu vergeben, kann es hinterher für jedes Kind einen kleinen Preis geben. Es hat sich auch bewährt, mit den Kindern im Laufe der Feier etwas zu basteln. Dann hat jedes Kind schon ein kleines Mitgebsel, das Du gegebenenfalls noch etwas ergänzen kannst.

In diesem Artikel erklären wir Dir, was Du für eine gelungene Kindergeburtstagsfeier sonst noch beachten solltest.

Kurz gesagt

Ein Kindergeburtstag kann schnell aus dem Ruder laufen und zu einer regelrechten Konsumschlacht werden. Das betrifft die Geschenke für Dein Kind ebenso wie die Ausmaße der Kindergeburtstagsfeier. Diesen Konsumwahn kannst Du vor allem dadurch vermeiden, dass Du mit allen Beteiligten kommunizierst. Außerdem solltest Du Dir die Devise „Weniger ist mehr“ zum ultimativen Leitmotiv machen. Damit tust Du Dir und Deinem Kind einen großen Gefallen.

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