Start Gesundheit Grippeimpfung: warum, wann und für wen?

Grippeimpfung: warum, wann und für wen?

von Lieselotte Wever
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Krankenschwester zieht Spritze auf

Viele nehmen sie nicht so recht ernst: Die Rede ist von der Grippeimpfung. Ist sie nicht mehr etwas für alte Menschen? Mancher braucht außerdem richtigen Leidensdruck, bevor er überhaupt eine Arztpraxis aufsucht. Schließlich ist die Grippeschutzimpfung eine Vorbeugungsmaßnahme. Wer wird denn da gleich so pessimistisch sein! Wir – und wir sagen Dir auch, warum.

Grippeimpfung gegen eine gefährliche Krankheit

Was hinter der Zurückhaltung gegenüber einer vorbeugenden Grippeimpfung oft steckt: Eine Grippeerkrankung wird völlig unterschätzt. Ein großer Teil der Bevölkerung versteht unter dem Begriff „Grippe“ eine starke Erkältung. Es ist zwar unangenehm, mit Fieber, total verschnupft einschließlich verstopfter Nasenneben- und Stirnhöhlen sowie oft noch mit Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Husten das Bett zu hüten oder sich mit letzter verbliebener Kraft irgendwie durch den Alltag zu schleppen. Kaum jemand rechnet damit, an einer starken Erkältung zu sterben. Oft bessert sich der Zustand bereits nach wenigen Tagen. Ist doch alles halb so wild und das Immunsystem konnte mal ausgiebig trainieren. Manche genießen es dazu, während ihrer Erkrankung von ihren Lieben daheim aufmerksam umsorgt zu werden.

„Ich habe die Grippe!“ hat sich als Aussage über eine heftige Erkältung eingebürgert. Die echte Grippe jedoch ist eine Erkrankung, die Du nicht auf die leichte Schulter nehmen sollst. Zum Glück geht eine Grippe meistens gut aus. Tatsächlich aber kann man an ihr auch sterben oder gesundheitliche Beeinträchtigungen zurückbehalten. Das gilt selbst für junge und sonst gesunde Menschen. Wie gering ist doch da der Aufwand für eine vorbeugende Schutzimpfung gegen Grippe. Die Kosten dafür übernehmen sogar die Krankenkassen.

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Wie sich Grippesymptome von Erkältungssymptomen unterscheiden

Erkältungssymptome

Eine Erkältung tritt hauptsächlich im Herbst und Winter auf. Sie kündigt sich normalerweise mehrere Tage im Voraus an. Das kennst Du: Erstes Anzeichen ist oft ein leichtes Kratzen im Hals. Am zweiten Tag kratzt es stärker oder aus dem Halskratzen wurden Halsschmerzen, oft begleitet durch eine laufende Nase. Husten und Heiserkeit müssen nicht auftreten, sind aber häufig ebenfalls unter den Symptomen einer Erkältung. Innerhalb von 3 bis 7 Tagen bessern sich Erkältungsbeschwerden meistens. Spätestens nach zwei Wochen sind die meisten Erkältungen überstanden.

Grippesymptome

Bei einer Grippe treten ebenfalls typische Erkältungssymptome auf. Charakteristisch für eine Grippe ist, dass sie sich innerhalb weniger Stunden entwickelt statt über mehrere Tage wie bei einer Erkältung. Die Grippe taucht wie aus dem Nichts auf. Erkältungsartige Anfangsbeschwerden wachsen sich im Nu zu einer heftigen Erkrankung aus, die Betroffene aus ihrem Alltag reißt. Sie leiden unter Schnupfen und Halsbeschwerden wie bei einer besonders starken Erkältung, fühlen sich abgeschlagen und müde, haben Kopfschmerzen und Gliederschmerzen und werden von Husten, oft in Form eines trockenen Reizhustens, gequält. Fieber tritt bei einer Grippe nicht immer auf, aber meistens und kann dabei in Höchstbereiche klettern. Eine Entzündung des Rachens und der Atemwege, Ohrenschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können ebenfalls Bestandteil einer Grippe sein.

Unterschied zwischen Erkältung und Grippe

Auf den ersten Blick sehen sich Erkältung und Grippe recht ähnlich. Die Schilderung des Verlaufes der Krankheitsentwicklung gibt dem Arzt gute Hinweise zur richtigen Diagnose. Zur besseren Abgrenzung der beiden Krankheitsbegriffe wird eine „starke Erkältung“ auch als „grippaler Infekt“ bezeichnet und eine „echte Grippe“ als „Influenza“.

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Welche sind die Ursachen für Grippe und Erkältung?

Grippe lösen hochansteckende Influenzaviren aus. Fast immer wird das Virus über eine Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten sowie durch Berührungen von Mensch zu Mensch übertragen. Die Grippeviren sind über die ganze Welt verbreitet, wo sie jeweils in der Winterzeit Hochsaison haben: von November bis Mai auf der Nordhalbkugel und von Mai bis Oktober auf der Südhalbkugel. Ein zeitlich und örtlich gehäuftes Auftreten der Grippe heißt Epidemie. Sind ganze Länder oder Kontinente betroffen, ist von einer Pandemie die Rede. Circa alle 10 bis 40 Jahre kommt es zu einer Grippe-Pandemie.

Bei einer Erkältung einschließlich grippalem Infekt handelt es sich ebenfalls um eine Viruserkrankung, die über Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen wird. Allein durch Kälte kommt es also nicht zu einer Erkältungserkrankung. Allerdings haben es Erkältungsviren einfacher bei einem geschwächten Immunsystem, wofür Stress oder eben Kälteeinwirkung verantwortlich sein können. Fast die Hälfte aller Erkältungen wird von Rhinoviren ausgelöst.

Mögliche Komplikationen bei einer Grippe

Bei einer Grippe kann es zu verschiedenen Komplikationen kommen, denn ein geschwächter Körper hat weiteren Krankheitserregern nicht viel entgegenzusetzen. Berüchtigt als Folgen einer Grippe sind eine Herzmuskelentzündung – Myokarditis – oder eine Entzündung des Gehirns – Enzephalitis – sowie eine Lungenentzündung. Die Herzmuskelentzündung kann zur verbleibenden Herzmuskelschwäche nach überstandener Grippe führen. Eine fiebrige Grippeerkrankung bedeutet eine starke Belastung für das Herz-Kreislauf-System, die insbesondere für Personen mit einem ohnehin schon geschwächten Herzen oder anderen chronischen Erkrankungen und Vorschäden gefährlich werden kann. Es ist zum Glück heutzutage selten, aber: An einer Grippeerkrankung kann man sterben.

Grippeimpfung: Warum?

Wer schon einmal eine echte Grippeerkrankung durchgemacht hat, stellt sich die Frage nach dem Warum einer Grippeimpfung nicht mehr. Die unangenehmen Symptome der Grippe einschließlich schwerem Krankheitsgefühl übertreffen die von ebenfalls unerfreulichen starken Erkältungen.

Eine Grippeimpfung schützt Dich vor einem Ausbruch der Erkrankung. Sie bietet Dir jedoch keinen hundertprozentigen Schutz. In seltenen Fällen kannst Du trotz Impfung eine Grippe bekommen, die dann immerhin dank Grippeschutzimpfung einen wesentlich leichteren Verlauf nimmt als bei ungeimpften Personen. Der Nutzen einer Grippeimpfung überwiegt also.

Überdies schützt die Grippeimpfung Personen in Deinem persönlichen Umfeld, die sich – aus welchen Gründen auch immer – nicht haben impfen lassen. Die Grippeschutzimpfung hilft also, die allgemeine Ausbreitung der Grippe einzudämmen.

Grippeimpfung: Wann?

Die Monate Oktober und November sind ideale Monate, Dich gegen Grippe impfen zu lassen. In dieser Zeit beginnt die Grippesaison und Du baust gleich von Anfang an Deinen Schutz gegen die Krankheit auf. Grundsätzlich ist die Grippeimpfung über den gesamten Winter zu empfehlen, selbst noch im Februar, falls Du sie vorher versäumt hast. Es dauert ungefähr 10 bis 14 Tage bis zum Aufbau des vollen Impfschutzes.

Grippeimpfung: Wer?

Die Grippeschutzimpfung ist im Prinzip jedem zu empfehlen. Besonders anzuraten ist sie:

  • Personen ab 60 Jahren und chronisch Kranken, weil bei ihnen das Immunsystem nicht mehr so effektiv arbeitet oder der Körper allgemein geschwächt ist;
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung, multipler Sklerose und Diabetes;
  • gesunde Schwangere ab zweitem Schwangerschaftsdrittel sowie chronisch kranke Schwangere ab erstem Schwangerschaftsdrittel, da Schwangere mit einer Grippeerkrankung einem erhöhten Risiko von Fehlgeburten ausgesetzt sind und eine Grippeschutzimpfung außerdem Neugeborene vor grippebedingten Komplikationen in ihren ersten Lebensmonaten schützt;
  • Personen, die beruflich viel mit Publikum zu tun haben und dadurch einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind und
  • Personal in Arztpraxen, Krankenhäusern und Pflegeheimen: ebenfalls aufgrund einer erhöhten Ansteckungsgefahr sowie der gesundheitlichen Verantwortung für Patienten und Betreute.
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Woraus besteht der Grippeimpfstoff?

Das Influenzavirus ist sehr wandlungsfähig und tritt jedes Jahr in veränderter Form auf. Der Grippeimpfstoff muss also schon im Voraus aus bisher bekannten Influenzavirusstämmen kombiniert werden. Das ist der Grund, weshalb die Wirksamkeit von Grippeschutzimpfungen nicht jedes Jahr gleich gut ausfällt. Man spricht hier von einer unvermeidbaren Prognoseunschärfe. Es ist aber grundsätzlich besser, sich mit einer Grippeimpfung zu schützen als nichts zu unternehmen.

Bei Grippeimpfstoffen wird unter Lebend- und Totimpfstoffen unterschieden. Üblich ist das Impfen mit Totimpfstoff. Seit der Grippesaison 2012/2013 ist außerdem Lebendimpfstoff als über die Nase zu verabreichender Impfstoff erhältlich. In Deutschland ist Lebendimpfstoff gegen Grippe ausschließlich für Kinder und Jugendliche im Alter von 2 bis 18 Jahren zugelassen. Während Totimpfstoffe inaktivierte oder abgetötete Influenzaviren oder Bestandteile davon enthalten, bestehen Lebendimpfstoffe aus kleinen Mengen aktiver Influenzaviren, welche zwar noch vermehrungsfähig sind, aber bereits so abgeschwächt, dass sie im Allgemeinen keine Grippe mehr auslösen.

Jeden Herbst gibt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ihre Empfehlungen zur Verwendung der Viren-Typ-Varianten für die Herstellung des aktuellen Grippeimpfstoffes heraus. In der Impfstoffherstellung werden diese Viren daraufhin in den Embryonen bebrüteter Hühnereier vermehrt – pro Impfdosis ein bebrütetes Hühnerei. Das Verfahren ist aufwändig und erstreckt sich über mehrere Wochen.

Hat die Grippeimpfung Nebenwirkungen oder Risiken?

„Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker“ lautet der Rat, wenn es um medizinische Anwendungen geht. Was wirken soll, kann unerwünschte Nebenwirkungen haben oder in einigen Fällen für Patienten gefährlich sein.

Nach einer Grippeimpfung kommt es gelegentlich zu Nebenwirkungen wie Rötungen und Schwellungen an der Impfstelle sowie zu Muskelschmerzen, Abgeschlagenheit oder leicht erhöhter Körpertemperatur.

Totimpfstoff gegen Grippe ist besser verträglich als Lebendimpfstoff, der den Körper stärker belastet und bei dem Geimpfte leichte bis mäßige grippeähnliche Symptome entwickeln können. Außerdem besteht hierbei ein Restrisiko: In seltenen Fällen können abgeschwächte Grippeviren mutieren und lösen eine Grippeerkrankung aus statt gegen sie zu schützen. Auch kann es bei der durch die Nase erfolgten Immunisierung mit Lebendimpfstoff zu vorübergehender Nasenverstopfung kommen. Für Asthmatiker und Personen mit einer Immunerkrankung ist Lebendimpfstoff kontraindiziert.

Personen mit Hühnereiweißallergie brauchen auf eine Grippeschutzimpfung nicht zu verzichten. Für sie gibt es speziellen Impfstoff auf der Grundlage von Zellkulturen.

Grippeimpfung: Wie oft?

Da sich die Influenzaviren ständig ändern, ist in jeder Grippesaison eine neue Impfung fällig. Grippeschutzimpfungen sind eine Krankenkassenleistung, auf die kein Versicherter verzichten sollte.

Was die Grippeimpfung nicht kann: vor einer Erkältung oder einem grippalen Infekt schützen. Die von Influenzaviren ausgelöste „echte“ Grippe ähnelt diesen zwar in vielen Symptomen, doch werden sie von einer Vielzahl anderer Viren ausgelöst, gegen die eine Grippeschutzimpfung nicht wirkt.

Schutzimpfungen als Verantwortungsübernahme

Wer sich für eine Schutzimpfung gegen Grippe und andere Erkrankungen entschließt, übernimmt damit Verantwortung für seine Gesundheit und die seiner Mitmenschen. Der Nutzen von Impfungen bewährt sich seit vielen Jahrzehnten. Leider bleibt es nicht aus, dass es bei Impfungen aller Art gelegentlich zu Gesundheitsbeeinträchtigungen kommen kann. Ohne Impfungen wären jedoch viele Erkrankungen und sogar Todesfälle weitaus häufiger. Je „durchgeimpfter“ eine Gesellschaft ist, desto schwerer können sich Krankheitserreger ausbreiten. Weniger Menschen stecken sich an und erkranken oder sterben.

Zum Schluss:

Dieser Artikel soll darüber informieren, was Grippe ist und welche wichtige Bedeutung eine Grippeschutzimpfung hat. Der Artikel soll nicht den Besuch bei einem Arzt, Heilpraktiker oder Apotheker ersetzen.

Kurz gesagt

Die Grippe wird häufig als eine lediglich etwas stärkere Erkältung angesehen und leider von vielen Menschen völlig unterschätzt. Dabei stellt die Grippe eine eigene Erkrankungsart dar, ausgelöst vom Influenzavirus. Mit einer Grippeimpfung kannst Du das Virus wirksam bekämpfen. Dir bleibt nicht nur eine unangenehme Grippeerkrankung erspart, sondern möglicherweise auch bleibende gesundheitliche Folgeschäden. Die Grippe kann sogar tödlich sein. Eine Grippeimpfung schützt.

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