Start LifestyleBesser leben Selbstvertrauen für Frauen: Interview mit Boxprofi Sarah-Louise Halcour

Selbstvertrauen für Frauen: Interview mit Boxprofi Sarah-Louise Halcour

von Thorben Grünewälder
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Frau blickt den Betrachter an

Sarah-Louise Halcour ist studierte Medienwirtin, Profiboxerin und reist als Unternehmerin um den Globus. Wie sie sich fit hält und mit welchen Tipps Frauen mehr Selbstvertrauen aufbauen können, hat sie uns im Interview verraten.

Selbstvertrauen für Frauen: Interview mit Boxprofi Sarah-Louise Halcour

Sarah, Du warst als Profiboxerin im Jahr 2014 Deutsche Meisterin im Mittelgewicht, schreibst nebenbei Deine Doktorarbeit, gibst Seminare im Bereich Macht- und Eliteforschung und führst heute Unternehmen, die unter anderem Nahrungsergänzungsmittel herstellen. Wie hast Du das alles unter einen Hut bekommen?

Gar nicht! Denn alles gleichzeitig geht nicht. Es ist eher so, dass das Ganze in Phasen verläuft. Nach meiner Deutschen Meisterschaft habe ich keine Gegnerinnen in meiner Gewichtsklasse finden können. Also habe ich mich verstärkt um meine Doktorarbeit gekümmert. Diese ist nun fast fertig. Die Seminare passen immer dazwischen und meine unternehmerischen Tätigkeiten sind gut organisiert. Ich habe in all den Jahren gelernt, mich zu strukturieren.

Ich fange frühmorgens an zu arbeiten und beantworte meine letzte Mail im Bett, vor dem Schlafen. Bevor ich morgens duschen gehe, habe ich schon meine Mails und Zeitungen gelesen. Für mich ist das alles keine richtige Arbeit, denn ich habe meine Leidenschaft zum Business gemacht.

Freizeit ist mir nicht wichtig, eher im Gegenteil: 99 Prozent meiner Gedanken drehen sich um meine Arbeit. Ich überlege bei allem, wie ich daraus ein Geschäft machen kann. Diesen unternehmerischen Verwertungsgedanken hatte ich schon als Kind. Ich hatte ständig neue Geschäftsideen und habe mein Umfeld damit manchmal richtig genervt.

Boxen hat ja den Ruf, eher eine harte Männersportart zu sein. Wie bist Du auf die Idee gekommen, mit diesem Sport anzufangen?

Meine beiden Großväter haben aktiv Kampfsport betrieben und geboxt. Der eine war sogar westdeutscher Meister im Boxen. So habe ich bereits in meiner Kindheit gemeinsam mit ihnen große Kämpfe geschaut. Irgendwann später war ich dann in eine Schlägerei mit ein paar frechen Jungs verwickelt und musste leider feststellen, dass ich zwar groß und körperlich stark, ihnen technisch jedoch unterlegen war. Das hat mich mehr gestört, als meine körperlichen Blessuren. Also habe ich dann später einen Freund zum Box-Training begleitet.

Das war der Beginn einer ziemlich interessanten Reise, denn der Trainer wollte keine Frauen trainieren. Für ihn gehörten Frauen prinzipiell nicht in einen Boxring. Erst als ich mich auf die deutsche Verfassung und die Paragraphen zum Thema Gleichberechtigung berufen und ihm mit einer Klage gedroht habe, hat er mich notgedrungen in die Gruppe gelassen. Das Ganze hat mich ziemlich provoziert und ich wollte ihm natürlich beweisen, dass ich was drauf habe.

Irgendwann habe ich dann Spaß daran gefunden und bin dabeigeblieben. Als ich Jahre später eine Zeit lang in Buenos Aires gelebt habe, habe ich als große, blonde Amazone durch sogenannte Backyard-Fights (Underground-Kämpfe, bei denen das Publikum durch Wetteinsätze für Umsätze sorgt) ziemlich gutes Geld verdient. Ein paar Jahre später habe ich dann den Schritt ins Profiboxen gemacht und dank meiner Sponsoren auch nie bereut.

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Du ernährst Dich sehr gesund. Gibt es eine bestimmte Ernährungsphilosophie oder Diät, der Du folgst?

Ich bin da sehr speziell. Ich kann mich gar nicht ungesund ernähren, weil ich die Auswirkungen auf meinen Körper und auf meine Leistungsfähigkeit sofort spüre. Es ist mir also ein inneres Bedürfnis, auf unbehandelte Lebensmittel zurückzugreifen. Meine Diät besteht aus viel Gemüse, manchmal Fisch, Eiern und Nüssen. Ich habe noch nie Fleisch gegessen und Zucker, Mehl und Alkohol verzehre ich auch nicht. Ich glaube, je natürlicher, desto besser. Wenn ich mal Lust auf etwas Süßes verspüre, dann mixe ich mir einen meiner SuperPowerShakes, die schmecken wie cremige Milchshakes und sind auf Grund ihrer Zusammensetzung rein natürlich und somit der perfekte Ersatz!

Welche Rolle spielen Nahrungsergänzungsmittel wie Proteinshakes in Deiner Ernährung?

Eine sehr große Rolle, ich habe ja selbst eine Firma, die vegane, rein natürliche Proteinshakes entwickelt und produziert. Übrigens waren diese ursprünglich nur für den Eigenverzehr gedacht. Die Idee, unsere SuperPowerShakes im großen Stil zu vertreiben, kam erst später. Ich war so unzufrieden mit all den herkömmlichen Produkten, dass ich gemeinsam mit meiner Schwester, einer promovierten Biologin, selbst welche entwickelt habe. Gott sei Dank! Denn zwei bis drei Shakes am Tag trinke ich auf jeden Fall. Sie versorgen mich mit viel pflanzlichem Eiweiß, halten satt und machen nebenbei schlank und fit. Und schmecken einfach toll.

Würdest Du sagen, dass die Disziplin, die Du beim Boxen brauchst, Dir auch im beruflichen Alltag weiterhilft?

Ich bin fest davon überzeugt, dass der Boxsport eine Schule fürs Leben ist. Diese ganze Philosophie dahinter ist faszinierend. Was machst Du, wenn Du angeschlagen bist und zu Boden gehst? Bleibst Du liegen und gibst auf, oder stehst Du wieder auf und kämpfst? Oder wenn ein Schlag kommt – weichst Du aus, tauchst Du ab, oder blockst Du ihn? All diese Dinge kann man eins zu eins aufs Leben beziehen. Deshalb ist Boxen auch ein sehr intelligenter Sport. Generell gilt: ohne Disziplin geht nichts – weder im Sport und im Leben ganz allgemein. Denn wer sich gehen oder hängen lässt, verliert seinen Fokus.

Würdest Du Frauen, die ein eher schwaches Selbstbewusstsein haben empfehlen, mit Kampfsport oder Sport im Allgemeinen anzufangen?

Ganz eindeutig. Kampfsport ist natürlich das Non-plus-ultra – aber Sport ganz allgemein ist toll, um die eigene Kraft kennenzulernen und Erfolg zu erleben. Selbst wenn sonst alles im Leben stagniert – wer regelmäßig fleißig trainiert, wird sich stetig weiterentwickeln und das vermittelt ein unfassbar gutes Gefühl. Kampfsport verleiht natürlich zusätzlich auch die Sicherheit, sich im Zweifelsfall einem Angreifer widersetzen zu können. Das ist gerade in der heutigen Zeit, ein echter Pluspunkt. Zudem verbindet Sport die Menschen, unabhängig von der Nationalität, Hautfarbe oder Altersgruppe.

Wieso glaubst Du, haben vor allem Frauen oft ein Problem mit ihrem Selbstbewusstsein und was können sie tun, um dies zu stärken?

Ich glaube, ein schwaches Selbstbewusstsein ist oft durch das Umfeld entstanden. Wer schon als Kind zu wenig Erfolg erfährt oder immer klein gehalten wird, der ist auch als Erwachsener eher in einer defensiven Rolle. Viele Frauen hinterfragen sich sehr und sind überkritisch mit sich, ihrem Körper und ihrem Leben. Propagierte Schönheitsideale und soziale Medien tragen sicher auch ihren Teil dazu bei. Aber wie schon gesagt, es gibt keine Superheldinnen. Ich bemühe mich, mit meinen Seminaren und Artikeln wie diesem ein wenig Motivation und Antrieb zu vermitteln, das Beste aus sich herauszuholen und sich selbst ein glückliches Leben zu basteln – unabhängig von einem Mann oder gesellschaftlichen Normen.

Frau vor Wand

Gibt es Frauen in der Politik oder Wirtschaft, die Du bewunderst? Hast Du Vorbilder?

Vorbilder habe ich nicht. Aber es gibt ein paar tolle Frauen, die ihr Ding machen und in den unterschiedlichsten Branchen erfolgreich sind. Männer aber ebenso. Biografien können sehr spannend sein.

In meinem persönlichen Umfeld war meine Großmutter für mich immer eine Frau, die mich beeindruckt hat. Sie hat alles zu Geld gemacht, was ihr möglich war und hat über einen enormen Geschäftssinn verfügt. Sie war ständig in Bewegung und hat über ein weit gesponnenes Netzwerk verfügt. Von ihr habe ich viel gelernt und ich bin sehr dankbar für die lange, gemeinsame Zeit.

Welche Ziele verfolgst Du aktuell und was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Ich bin Geschäftsfrau und natürlich will ich, dass meine Unternehmungen erfolgreich sind. Meine Schwester und ich haben gerade ein E-Book mit Shake-Rezepten geschrieben und diesen Bereich werde ich weiter ausbauen. Ich arbeite daran, meine SuperPowerShakes international aufzustellen und war aus diesem Grund gerade vier Wochen in Asien und Australien unterwegs. In wenigen Wochen wird er auch für Endverbraucher erhältlich sein.

Unter dem gleichen Label wird es im kommenden Jahr auch vegane Kosmetik geben, was ebenfalls eine Menge Entwicklungsarbeit bedeutet. Ich bin sehr detailverliebt, was meine Produkte betrifft.

Ich möchte aber bei all dem nicht den Kontakt zu meinen Kunden verlieren. Als ich noch aktiv Ernährungsberatungen und Personal Training angeboten habe, war das unmittelbare Feedback und der Erfolg meiner Kunden mein größter Antrieb.

Es macht superviel Spaß, so viele Menschen zu inspirieren und ihnen einen Start in ein gesünderes Leben zu ermöglichen. Mal sehen, vielleicht veranstalte ich bald einfach größere Workout-Sessions und bringe den Vibe unter die Menschen. Wenn alles glatt läuft, werde ich meine Doktorarbeit in den nächsten zwei Jahren abschließen und – was ganz wichtig ist: Boxen. Ich will wieder kämpfen, denn das fehlt mir sehr!

Sarah, vielen Dank für das tolle Interview! Wir wünschen Dir viel Erfolg bei Deinen Projekten!

Euch hat das Interview mit Sarah-Louise gefallen? Dann freut Euch auf weitere Beiträge von ihr. Denn Sarah-Louise wird Liebe & Familie in Zukunft als Gastautorin begleiten. Ihren ersten Artikel zum Thema „Selbstbewusstsein“ findet Ihr hier. Wir wünschen Euch viel Freude beim Lesen!

Natürlich postet Sarah-Louise auch regelmäßig auf Facebook.

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