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Exotische Haustiere mit Fell – Welche eignen sich als Haustier?

von Lieselotte Wever
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3 Meerschweinchen auf einer Wiese nebeneinander, alle am futtern

Ein Haustier zum Kuscheln und Knuddeln, aber ein anderes als Hund oder Katze: Gibt es das? Klar! Wir haben uns umgesehen und unter exotischen Haustieren einige Vertreter mit weichem Fell gefunden. Entdecke hier einige ausgefallene Haustiere und verliebe dich in die kuscheligen Exoten 🙂

Exotische Tiere mit Fell: Eignen sich alle als Haustiere?

Keine Angst, wir wollen Dir jetzt nicht Tiger oder Affen als Haustiere aufschwatzen. Davon raten wir Dir sogar ab. Auch wenn manche Menschen sich exotische Raubtiere oder andere außergewöhnliche Tiere ins Haus holen, solltest Du ihnen nicht nacheifern. Du würdest Ärger mit Nachbarn und Behörden bekommen. Für diese Tiere wäre ein Haushalt keine artgerechte Umgebung, vom Haltungsaufwand und der benötigten Zuwendung ganz zu schweigen.

Es bleiben genug exotische Haustiere mit Fell übrig, die sich problemlos halten lassen. Du wirst Freude an ihnen haben und auch sie werden sich bei Dir wohl fühlen, vorausgesetzt, Du kümmerst Dich aufmerksam um sie. Dazu gehört, dass Du nicht nur an Deine eigenen Interessen denkst, sondern auch Eigenarten und Vorlieben der Tiere respektierst.

Einige der von uns vorgestellten Tierarten wirst Du sogar schon kennen. Sie leben in vielen Haushalten und werden häufig nicht als Exoten wahrgenommen.

Warum Haustiere mit Fell so beliebt sind

Exotische Haustiere gibt es reichlich, doch tragen viele davon kein Fell. Echsen und Vögel sind zwar unterhaltsam, aber sie auf den Arm nehmen oder mit ihnen kuscheln klappt nicht so gut. Haustiere mit Fell dagegen laden geradezu zum Streicheln und Knuddeln ein. Hinzu kommt, dass sie Säugetiere sind und dadurch mit uns Menschen mehr gemeinsam haben als die übrigen Exoten.

Die 5 beliebtesten exotischen Haustiere mit Fell

Nun spannen wir Dich nicht länger auf die Folter. Hier kommen die beliebtesten Fell-Haustiere aus exotischen Ländern:

1. Meerschweinchen

Bist Du gerade erstaunt? Ja, Meerschweinchen kommen von weit her. Ihre Heimat ist Peru in Südamerika. Dort werden sie ebenfalls als Haustiere gehalten, wenn auch aus einem anderen Grund als hierzulande: In Peru gelten Meerschweinchen nämlich als Delikatesse. Dieses Schicksal bleibt ihnen zum Glück bei Dir erspart.

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Meerschweinchen gelten zwar nicht als aussergewöhnliche aber als unkomplizierte Haustiere, aber ein bisschen gibt es doch bei der Haltung zu beachten. Halte ein Meerschweinchen nie alleine, sondern lege Dir mindestens zwei davon zu.

Meerschweinchen sind gut in Haushalten mit Kindern aufgehoben. Kinder lernen dabei, Verantwortung für Tiere zu übernehmen. Neben dem Beschäftigen mit dem Meerschweinchen erfahren Kinder außerdem, dass ein Tier auch zwischendurch seine Ruhe braucht.

Die Haltung und Fütterung von Meerschweinchen ist einfach: neben Meerschweinchenfutter zum Beispiel Vegetarisches wie Löwenzahnblätter, Pellets, Heu, Salat, Mohrrüben, Gurken und Äpfel. Die Tiere haben eine Lebenserwartung von ungefähr 8 Jahren.

2. Goldhamster

Goldhamster stammen aus dem Grenzgebiet von Syrien und der Türkei. Du siehst also, der vertraute Goldhamster ist auch ein Exot. Er ist in verschiedenen Zuchtformen zu haben und zählt zu den beliebtesten der exotischen Haustiere mit Fell.

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Obwohl der Goldhamster mit seinen Knopfaugen so possierlich ausschaut, ist er erst etwas für ältere Kinder ab 10 oder 12 Jahren. So sind Goldhamster nachtaktiv. Tagsüber schlafen sie und werden erst ab circa 20 Uhr munter. Diesen Rhythmus darf man nicht versuchen umzudrehen.

Im Hamsterkäfig darf neben einem Häuschen zum Ruhen natürlich das Laufrad nicht fehlen. Hamster lieben es, nachts ihre Runden zu drehen. Dabei darf das Laufrad nicht zu eng sein. Der Goldhamster muss Kopf und Rücken gerade halten können, sonst drohen Rückenprobleme.

Für Goldhamster gibt es in Zoohandlungen spezielle Trockenfutter, darunter neben Saaten-, Nuss- und Getreidemischungen sogenannte Grünrollis. An Frischfutter mögen sie Löwenzahn, Wiesengras, Mohrrüben, Äpfel, Gurken, Tomaten, Paprika und Brokkoli. Goldhamster sind aber keine Vegetarier und schätzen obendrein Quark, Mehlwürmer und mageres, rohes Rinderhackfleisch (Tatar).

Was bei Goldhamstern betrüblich ist: Sie haben nur eine geringe Lebenserwartung von 2 bis 3 Jahren.

3. Mongolische Rennmaus

Unter allen Rennmausarten wird die Mongolische Rennmaus am häufigsten gehalten. Auch sie ist ein exotisches Haustier. Die Tiere messen ohne Schwanz ungefähr 10 Zentimeter.

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Mongolische Rennmäuse klettern und springen gern. Sie lieben leidenschaftlich gern Sandbäder, die ihnen neben der Freude am Herumwälzen darin auch zur Fellpflege dienen. Die Tiere sind tags und nachts aktiv. Bei ihnen wechseln sich Wachphasen und Schlafphasen mit kurzen Dauern von jeweils 2 bis 4 Stunden ab.

Beim Füttern von Mongolischen Rennmäusen ist auf energiearmes Futter zu achten wie Grünzeug und Wurzeln, dazu etwas Sämereien und Nüsse sowie in geringen Mengen Insekten oder Mehlwürmer. Es gibt fertige Futtermischungen zu kaufen, die aber nur ergänzend gegeben werden sollten, da sie Übergewicht fördern. Fett- und Zuckerreiches einschließlich Leckerlis sollten möglichst vermieden werden.

Die Mongolischen Rennmäuse sind für Kinder als Haustiere gut geeignet. Dabei haben die Tiere ihren individuellen Charakter. Einige verhalten sich eher scheu, andere sind verspielter und krabbeln gern auf Menschen herum, um es sich dann dort irgendwo gemütlich zu machen, zum Beispiel auf der Schulter. Mongolische Rennmäuse sind friedlich und beißen praktisch nur, wenn sie jemand ärgert.

Idealerweise werden Rennmäuse zu zweit gehalten. Einzeln auf keinen Fall, aber auch nicht in größeren Gruppen, da es dann leicht zu blutigen Rangstreitigkeiten unter den Tieren kommt. Mongolische Rennmäuse haben eine Lebenserwartung von 3 bis 4 Jahren.

4. Degu

Die aus Chile stammenden Degus wurden Ende der 1980er Jahre in Deutschland als Haustiere populär. Degus leben am liebsten in Gruppen. Der Ordnung der Nagetiere, der sie angehören, machen sie alle Ehre: Wenn sie nicht ständig genug zum Knabbern wie Zweige von Birken oder Weiden, spezielle Knabberhölzer oder wenigstens Heu zur Verfügung haben, machen sie sich innerhalb kurzer Zeit über die Käfigeinrichtung her. Neben Grünfutter schätzen Degus getrocknete Wurzeln und Wurzelgemüse. Sie knabbern einfach zu gern. Obst und Getreide sollen sie nur in geringen Mengen erhalten, da Degus zu Diabetes neigen.

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Ausgewachsene Degus sind 12 bis 17 Zentimeter groß. Sie brauchen einen Käfig mit viel Platz und reichlich Beschäftigungsmaterial wie Laufrad, Röhren zum Durchlaufen, Gehäuse und Heuhaufen zum Verstecken sowie spezielle Utensilien für die Krallenpflege. Als Unterlage im Käfig oder in einer separaten Schale empfiehlt sich Chinchilla-Sand, denn Degus nehmen gerne Sandbäder, auch zur Fellpflege.

Wie zutraulich Degus werden, ist von Tier zu Tier sehr verschieden. Manche bleiben scheu, andere werden zutraulich, können aber bissig bleiben. Sie sind also weniger Streicheltiere, sondern eher Tiere zum Beobachten. Manche Tiere allerdings lieben es, auf ihren Besitzern herumzuklettern. Auf jeden Fall sollten Halter von Degus bereit sein, im Umgang mit den Tieren Geduld aufzubringen. Diese exotischen Haustiere eignen sich erst für etwas größere Kinder ab einem Alter von circa 10 Jahren. Degus werden in Gefangenschaft ungefähr 6 bis 8 Jahre alt.

5. Chinchilla

Die an Kaninchen erinnernden Chinchillas aus Südamerika sehen niedlich aus mit ihren Knopfaugen und haben ein besonders flauschiges Fell. Mit ihren Bedürfnissen und im Charakter erinnern sie an die Degus: Auch sie knabbern leidenschaftlich gern an allem, was sich irgendwie dafür eignet – wie Holz, Pappe, Heu, Zweigen und mehr. Chinchillas fütterst Du am besten mit Wiesengrün wie Gräsern, Blüten und Kräutern, dazu mit Heu und Gemüse sowie speziellen in Tierhandlungen erhältlichen Pellets und Samenmischungen. Obst wegen seines hohen Zuckergehalts solltest Du ihnen nur in kleinen Mengen geben.

chinchilla-723359Chinchillas dürfen nicht einzeln, sondern mindestens zu zwei Tieren gehalten werden. Sie sind spannend zu beobachten. Wenn Du Glück hast, werden sie zahm, lassen sich jedoch nicht gern auf den Arm nehmen. Außerdem sind sie nachtaktiv. Für Kinder sind Chinchillas als Haustiere nicht geeignet.

Die Anschaffung von Chinchillas musst Du Dir gut überlegen. Sie können ein Alter von 20 Jahren oder sogar mehr erreichen.

Exoten mit Fell: Haustiere mit Ähnlichkeiten

Es fällt auf, dass es sich bei den exotischen Haustieren mit Fell sämtlich um Nagetiere handelt. Zumindest sind dies die einzigen Fell-Exoten, die sich für die Wohnungshaltung eignen. Neben exotischen Tieren wie Affen, Tigern, weiteren Raubtieren und anderen für die private Haltung ungeeigneten oder sogar verbotenen Tierarten gäbe es ansonsten noch Exoten mit Fell für die Stall- und Weidehaltung: zum Beispiel Lamas, Kamele oder Yaks.

Achtung bei der Gruppenhaltung exotischer Haustiere mit Fell

Du musst wissen, dass Nager sehr vermehrungsfreudig sind. Daher nimmst Du bei Gruppenhaltung am besten Tiere vom selben Geschlecht oder lässt sie kastrieren.

Kurz gesagt

Wenn Du Dich für exotische Haustiere mit Fell interessierst, wirst Du unter Nagetieren fündig. Einige werden Dir gut bekannt sein wie Meerschweinchen und Goldhamster. Vielleicht bist Du im ersten Moment erstaunt, sie auf unserer Liste exotischer Tiere zu finden. Von Rennmäusen und Chinchillas hast Du wahrscheinlich auch schon gehört, vielleicht aber nicht unbedingt vom Degu. So verspielt und verschmust wie viele Hunde oder Katzen sind exotische Haustiere mit Fell zwar oft nicht, aber sie faszinieren mit ihrem Verhalten und Charakter.

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