Golden Retriever auf Globuli? Tierisch gesund mit Naturheilkunde.

Veröffentlicht am 21. April von Thorben Grünewälder in Tiere

Viele Menschen schwören auf die Naturheilkunde und sind von ihrer Wirkung überzeugt. Gegner bezeichnen sie als Abzocke und Hokuspokus. Zur Homöopathie hat jeder eine Meinung. Seit einigen Jahren werden Schüssler-Salze und Salben auch für erkrankte Tiere eingesetzt. Doch so unterschiedlich wie Mensch und Tier, sind auch die Tierarten untereinander. Was Deiner Hauskatze hilft, ist für den Hund vielleicht gefährlich. Wir haben uns die Naturheilkunde für Tiere einmal genauer angesehen.

Naturheilkunde für Tiere: Ein ganz neuer Ansatz

Das Konzept der Naturheilkunde ist einfach: Das Tier soll gesund bleiben und gar nicht erst erkranken. Anders gesagt: Ihr sollt nicht erst reagieren, wenn der Welpe bereits in den Brunnen gefallen ist. Homöopathie für Tiere kann somit eine interessante Alternative zur klassischen Schulmedizin sein. Sie soll das innere und äußere Gleichgewicht wieder herstellen, Selbstheilungskräfte aktivieren und das Immunsystem stärken.

Ganzheitliche Betrachtung

Ein weiterer Grundsatz der Naturheilkunde lautet, den Organismus ganzheitlich zu heilen, anstatt Symptome lediglich zu unterdrücken. Übrigens: Neben Katze, Hund und Hamster werden längst auch größere Vierbeiner wie Pferde mit homöopathische Mitteln behandelt. Die Naturheilkunde gilt also auch bei stark beanspruchten Tieren, wie etwa Rennpferden, als eine willkommene Alternative oder zumindest als Ergänzung zur klassischen Schulmedizin. Du hast kein Rennpferd im Stall? Wie der Mensch, werden auch kleinere Haustiere ab und zu krank. Auch hier sind die Krankheitsbilder nicht überall identisch. Eine individuelle Betrachtung der Symptome ist daher wichtig. Erfahrene Haustierbesitzer haben hier natürlich einen Vorteil.

Naturheilkunde für Pferde
  • Walter Salomon
  • Ullstein Taschenbuch
  • Auflage Nr. Nachdruck der 11. Auflage 2002. (21.04.2005)

Im Zweifelsfall ist der Tierarzt die bessere Wahl

Ob Durchfall, Allergien oder Parasiten – bevor das geeignete Heilmittel ausgewählt werden kann, müssen die Symptome erkannt und beschrieben werden. Wer noch keine Erfahrung mit der Naturheilkunde für Tiere hat, sollte im Vorfeld besser einen kompetenten Tierheilkundler oder Tierarzt konsultieren. Informiert Euch genau über die Wirkung der einzelnen Mittel. Hunde sollen beispielsweise gut auf Globuli reagieren. Sie sind einfach einzunehmen und in flüssiger Form auch rezeptfrei erhältlich.

Jedes Tier reagiert anders auf homöopathische Mittel

Wie häufig und in welcher Dosierung das Mittel verabreicht werden muss, hängt natürlich auch vom Körpergewicht, den Fressgewohnheiten und dem Gesamtzustand des Hundes ab. Was ein70 Kilogramm schwerer Neufundländer kaum spürt, haut einen kleinen Mops vielleicht von den Pfoten.

Naturheilkunde für Katzen

Katzen gelten als sehr feinfühlige und sensible Wesen. Daher sollen sie besonders gut auf die Naturheilkunde ansprechen. Veterinärmedizinisch austherapierte Katzen haben mit Mitteln der Homöopathie eine Chance wieder gesund zu werden. In besonders hoffnungslos erscheinenden Fällen, hat sich die Kombination verschiedener Kräuter und Präparate als wirkungsvoll erwiesen. Diese Wirkkomplexe sollten allerdings von einem erfahrenen Tierheilpraktiker zusammengestellt und individuell auf das Tier abgestimmt werden. Da Stubentiger wie Hunde über einen besonders feinen Geruchssinn verfügen, muss oft erst ausgetestet werden, welche Kräuter sich problemlos in das Futter mischen lassen und welche für die Katze eher abstoßen riechen. Auch der Geschmackssinn der Katzen ist nicht so leicht auszutricksen. Manchmal ist daher ein wenig Zeit und Geduld erforderlich, um das richtige Mittel zu finden.

Mittel der Naturheilkunde
Die Naturheilkunde kann auch Tieren helfen.

Hamster, Wellensittich & Co.

Kleinvieh macht auch Mist – natürlich können sich kleine Nagetiere oder Vögel ebenso verletzen und erkranken wie eine deutsche Dogge oder die Siamkatze. Wellensittiche leiden wie Kanarienvögel häufig unter Durchfall. Die Vögel sind stressanfällig und das schlägt ähnlich wie beim Menschen schnell auf den Magen. Oft sind auch falsche Ernährung oder ein Mangel an Mineralstoffen Grund für die Beschwerden.

Verlasse Dich nicht zu sehr auf die Naturheilkunde

Grundsätzlich gilt: Ist Dein Tier krank, muss es zum Tierarzt. Gerade bei akuten Erkrankungen ist oft Eile geboten und besonders Unerfahrene sollten in einer solchen Situation nicht mit Kräutern, Pulvern oder Salben experimentieren. Steht die Diagnose fest, kannst Du mit dem Tierarzt Deines Vertrauens über die optimale Behandlung sprechen.

Katze
Sensible Tiere wie Katzen, brauchen viel Pflege.

Chinesische Kräutermedizin für Tiere

Während Verletzungen, Wunden oder Brüche direkt versorgt werden, sind chronische Erkrankungen häufig komplexer und durch klassische Medikationen allein nicht mehr ausreichend zu behandeln. Hier hat sich die chinesische Kräutermedizin als wirksam und effektiv erwiesen. Bei Blasenentzündungen, chronischer Niereninsuffizienz oder Allergien können die Kräuterformeln häufig Heilung und Linderung bieten. Schädliche Nebenwirkungen sind bisher nicht bekannt. Wichtig ist aber eine ganzheitliche Betrachtung der Symptome. So sollte nicht die Erkrankung allein im Vordergrund stehen, sondern auch die Lebensumstände, Verhaltensmuster sowie die Ernährung des Haustieres. Als logische Konsequenz zielt die chinesische Kräuterkunde auf sämtliche Organe des Körpers ab, anstatt einzelne Bereiche isoliert zu betrachten.

Die Suche nach dem Tierheilpraktiker Deines Vertrauens

Wenn Du Dich noch nicht lange mit der Homöopathie für Tiere beschäftigt hast oder unsicher bist, kann der Gang zu einem Tierheilpraktiker weiterhelfen. Auch viele Veterinäre verfügen bereits über eine entsprechende Zusatzqualifikation und kennen sich mit den alternativen Behandlungsmöglichkeiten aus. Beachte allerdings, dass es für den Beruf des Tierheilpraktikers bisher keine einheitlichen staatlichen Standards oder Ausbildungsrichtlinien gibt. Der beste Weg, den für Dich richtigen Arzt zu finden, ist daher die Empfehlung durch Freunde, Bekannte oder Menschen, die ihr Tier bereits erfolgreich behandeln lassen konnten. Ob die verschiedenen Kräuter und Salben wirken, ist in der Tierhomöopathie übrigens nicht dem berühmten Placebo-Effekt überlassen: Denn Dein Schäferhund wird Dir kaum mitteilen, ob er an die alternative Medizin glaubt oder nicht.

Kurz gesagt:

Viele erfahrene Tierbesitzer schwören auf die Naturheilkunde. Wir empfehlen Dir, dass Du Dich zunächst bei einem Veterinär informierst. Vielleicht kann Dir auch Dein Freundeskreis einen kompetenten Tierheilkundler empfehlen. Im Zweifelsfall raten wir Dir aber zur klassischen Schulmedizin. Besonders akute Erkrankungen müssen sofort behandelt werden. Betrachte die Naturheilkunde daher eher als eine sinnvolle Ergänzung und nicht als echte Alternative zur tierärztlichen Behandlung.

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