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Hundeerziehung: Diese Kommandos sollte jeder Hund kennen

von Lieselotte Wever
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Junge Frau trainiert ihren Hund auf einer Wiese

Du planst, Dir einen Hund anzuschaffen? Oder Du hast sogar schon seit kurzem einen Hund? Dann hast Du bereits gemerkt, dass Dein Hund seinen eigenen Kopf hat und es manchmal ganz schön anstrengend sein kann, ihn zu etwas bewegen oder von etwas abzuhalten. Mache Dir und Deinem Hund das Leben leichter: Bringe Deinem Hund ein paar Kommandos bei!

Hundeerziehung: Ohne Kommandos geht es nicht

Zu den Hauptaufgaben in der Hundeerziehung zählen die Kommandos. Versteht Dein Hund Kommandos, erleichtert das den Alltag zwischen Euch enorm. Erst recht bewähren sich Kommandos in Gefahrensituationen, wo Du Deinen Hund oder Dich selbst schützen musst. Dann muss Dein Hund unterschiedliche Kommandos beherrschen. Du musst Dich darauf verlassen können, dass Dein Hund Kommandos gehorsam befolgt, und zwar sofort und auch aus der Entfernung.

Wie ein Hund Kommandos versteht

Du hast sicher beobachtet, dass Hunde auf Kommandos reagieren und genau das tun, was Frauchen oder Herrchen will. Du weißt aber, dass Hunde menschliche Sprache nicht wirklich verstehen. Wie funktionieren dann Kommandos?

Hunde sind mit Worten nur für das erreichbar, was ihre Gefühle und Sinneswahrnehmungen anregt sowie mit anderen Lebewesen oder Tätigkeiten zu tun hat. Einen bestimmten Gegenstand oder eine spezielle Situation und einen dazu gesprochener Befehl verbindet der Hund miteinander und merkt sich das. Dabei reagiert er besonders stark auf die Vokale der menschlichen Sprache und den Tonfall. Ein Kommando sollte außerdem kurz und nur ein- oder zweisilbig sein. Daraus folgt, dass die einzelnen Kommandos sich mit ihren Silben und Vokalen deutlich voneinander unterscheiden müssen. Ob Du nämlich zu einem Hund „Bleib“ oder „Brei“ sagst, wird beide Male dasselbe bewirken.

Hundeerziehung: Wie Du Deinem Hund Kommandos beibringst

Da Dein Hund die menschliche Sprache als solche nicht versteht, kannst Du ihm die Kommandos nicht wörtlich erklären. Beobachte Deinen Hund und nutze bestimmte Verhaltensweisen von ihm, um diese mit Kommandos zu verknüpfen. Nimmt er von selbst auf seinen Hinterbeinen Platz, sagst Du sofort: „Sitz!“ Dabei gibst Du ihm ein Leckerli. Nun spielst Du mit ihm. Er wird aufstehen und Du versuchst es gleich wieder mit einem „Sitz!“

Wahrscheinlich wird es nicht sofort klappen. Du brauchst Geduld. Wenn Du Glück hast, setzt er sich bald wieder und Du wiederholst die Lektion. Du sprichst erneut das Kommando und zeigst das Leckerli. Das gibt es aber erst, wenn sich Dein Hund wieder hingesetzt hat. Du kannst auch versuchen, Deinen Hund mit sanftem Druck in die Sitzposition zu bringen. Du wirst sehen, allmählich wird er begreifen, was das Kommando „Sitz!“ bedeutet. Dein Hund muss Dein Kommando mit seiner Handlung verbinden.

Mit Lob und Belohnung in Form von Streicheln oder Leckerlis förderst Du seinen Lernprozess. Niemals darfst Du Deinen Hund dabei ausschimpfen oder ihn bestrafen. Konsequent musst Du aber schon sein.

Unterstützen kannst Du Kommandos für Deinen Hund zusätzlich mit besonderen Gesten beziehungsweise Handzeichen oder Sichtzeichen und außerdem mit Pfiffen. Denke bei Welpen daran, dass sie nur über eine kurze Aufmerksamkeitsspanne verfügen. Allgemein übe mit Deinem Hund lieber mehrmals täglich ein paar Minuten statt einmal lange am Tag.

Viele Hundehalter gehen mit ihrem Hund auch in eine Hundeschule, wo sie unter Anleitung eines Hundetrainers ihren Hund mit Hundekommandos vertraut machen. Häufig ist das der Fall, wenn es nicht so richtig klappen will mit dem Lernen der Kommandos. Hundehalter sind manchmal nicht ausdauernd genug beim Vermitteln der Kommandos. Gelegentlich liegt es außerdem am mangelnden Respekt des Hundes gegenüber seinem Halter. Als Rudeltiere müssen sich Hunde ihrem Halter unterordnen.

Der Hundehalter muss stets die Rolle des Alpha-Tiers einnehmen. Aus falsch verstandener Tierliebe kommt es vor, dass ein Halter seinem Hund gegenüber zu nachsichtig ist. Hunde als soziale Wesen werten dies als Schwäche und gehorchen dann nicht.

Hundeerziehung: Welche Kommandos Dein Hund kennen soll

Es gibt ein paar Grundkommandos, die fast alle Hunde lernen. Bestimmt sind Dir einige davon schon bekannt. Wichtig ist, dass Du Dir keine eigenen Kommandos dafür ausdenkst, sondern diese Kommandos ebenfalls genauso Deinem Hund beibringst. Wird Dein Hund einmal von jemand anderem betreut, laufen die Kommandos für Deinen Hund wie gewohnt weiter mit dem einzigen Unterschied, dass sie jetzt jemand anders ausspricht.

Diese Kommandos soll Dein Hund auf jeden Fall beherrschen:

1. Kommando: „Sitz!“

Beim Kommando „Sitz!“ setzt sich Dein Hund hin und bleibt sitzen. Das sagst Du zum Beispiel zu Deinem Hund, wenn Ihr irgendwo warten müsst oder Du ihn anleinen möchtest.

Dein Hund muss dabei anfangs mehrere Sekunden und später minutenlang sitzend die Stellung halten. Verlängere beim Lernen ganz allmählich die Sitzdauer. Dein Hund muss so lange sitzen bleiben, bis Du das Kommando auflöst. Dies tust Du mit einem anderen Kommando wie „Lauf!“ oder „Fertig!“

2. Kommando: „Platz!“

Das Kommando „Platz!“ ähnelt dem Kommando zum Sitzen, nur dass Dein Hund hierbei mit allen vier Beinen auf den Boden niedergeht und nicht nur mit den beiden Hinterbeinen wie bei Sitz-Kommando. Auf „Platz!“ wird Dein Hund zunächst nicht so gern hören. Es bedeutet für ihn eine Unterwerfungsposition. Auch wenn Dein Hund Dich im Rang als ihm übergeordnet ansehen wird und dies auch muss, wird er sich mit diesem Kommando zunächst schwertun. Du erleichterst es Deinem Hund, das Kommando „Platz!“ zu akzeptieren, wenn Du es stets betont freundlich aussprichst, um ihm dabei ein positives Gefühl zu geben.

Beim Beibringen des Kommandos „Platz!“ gehst Du praktisch so vor wie beim Kommando „Sitz!“ Nutze Situationen, in denen sich Dein Hund zufällig von selbst so hingelegt. Lobe ihn intensiv und sprich deutlich „Platz!“ dabei. Dein Hund soll die Situation als bequemes Liegen empfinden und nicht als Unterwerfungsgeste. Dein Hund bleibt liegen, bis Du ein Auflösungskommando oder Handzeichen gibst.

3. Kommando: „Steh!“

„Steh!“ ist ein vielseitig einsetzbares Kommando. Du sagst es unter anderem beim Warten an einer Ampel oder brichst das freie Laufen Deines Hundes ab. Es ist aber auch bei einigen tierärztlichen Untersuchungen sehr nützlich. Außerdem eignet sich „Steh!“ vorzüglich als Ersatz für die Kommandos „Sitz!“ und „Platz!“, wenn diese draußen wegen Nässe oder Schmutz nicht infrage kommen.

4. Kommando: „Bei Fuß!“

„Bei Fuß!“ sagst Du zu Deinem Hund, wenn er mit oder ohne Leine dicht neben Dir gehen soll. Gerade beim Bewegen durch große Menschenmengen oder in anderen unübersichtlichen Situationen ist dieses Kommando sehr hilfreich.

Auch hier nutzt Du zufällige Verhaltensweisen Deines Hundes, indem Du „Bei Fuß!“ kommandierst, wenn der Hund gerade dicht neben Dir läuft. Unterstützend kannst Du dabei gegen Deinen Oberschenkel klopfen. Geduld und Lob werden auch hier zum Erfolg führen.

5. Kommando: „Warte!“ oder „Bleib!“

„Warte!“ oder „Bleib!“ sagst Du zu Deinem Hund, wenn er dort bleiben soll, wo er gerade ist, und es egal ist, ob er dabei liegt, sitzt oder steht. Das kann unterwegs beim Gassi gehen sein oder wenn Dein Hund zum Beispiel noch für eine Weile im Auto bleiben soll. Danach geht es mit „Komm her!“ oder „Bei Fuß!“ weiter.

6. Kommando: „Hier!“ oder „Komm her!“

Mit einem dieser beiden Kommandos lässt Du Deinen Hund zu Dir kommen. Diesen Befehl solltest Du immer sehr bestimmt aussprechen. Dein Hund soll außerdem unverzüglich und auf direktem Wege zu Dir kommen und keine Schnüffelstopps oder Umwege einlegen. Zum Trainieren kannst Du eine lange Leine einsetzen. Gesten wie zu Dir hin winkende Arme unterstreichen Dein Kommando.

7. Kommando: „Nein!“

Dieses Kommando solltest Du ebenfalls sehr energisch geben. „Nein!“ bedeutet ein absolutes Verbot für Deinen Hund. Du setzt dieses Kommando sehr bewusst ein und nur in besonderen Situationen. Hier geht es nicht darum, was Dir vielleicht im Moment nicht passt. Das Kommando „Nein!“ verbietet Deinem Hund etwas, das entweder für ihn oder für Dich und andere gefährlich ist.

8. Kommando: „Aus“

Mit „Aus!“ hast Du ein Kommando für zwei verschiedene Situationen. Wenn es Dein Hund beim Rangeln oder Spielen mit anderen Hunden übertreibt und die Lage brenzlig wird, beendest Du mit diesem streng gesprochenen Kommando das Geschehen. Ebenso veranlasst Du mit einem lauten „Aus!“ Deinen Hund dazu, etwas sofort fallen zu lassen, was er gerade im Maul hält. Das kann ein unerwünschter oder gefährlicher Gegenstand sein sowie fremdes Futter, das möglicherweise vergiftet ist.

9. Kommando: „Pfui!“

„Pfui!“ rufst Du Deinem Hund zu, wenn er etwas Unerwünschtes tut. Typische Situationen dafür sind, wenn er an Dein Essen geht, einen Schuh ankaut oder sich etwa für einen Giftköder interessiert. „Pfui!“ als Kommando überschneidet sich teilweise mit Situationen für „Nein!“ oder „Aus!“, sollte aber Deinem Hund ebenfalls bekannt sein.

Kurz gesagt

Hundehalter können ihren Hunden viel beibringen, darunter auch zahlreiche Sprachbefehle. Hunde sind sehr lernfähig und lieben obendrein gemeinsames „Arbeiten“ und Kommunizieren mit Frauchen oder Herrchen. Neben beliebigen individuell vergebenen Kommandos sollten Hundehalter ihren Tieren ein paar Grundkommandos beibringen. Jeder Hund muss sie einfach kennen. Sie schützen Hund und Menschen in Gefahrensituationen. Daher müssen diese Kommandos allgemeingültig und notfalls auch von Außenstehenden anwendbar sein.

 

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