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Zahnpflege: So bleiben Deine Zähne gesund

von Thorben Grünewälder
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Zahnpflege: So bleiben Deine Zähne gesund

Zweimal täglich Zähne putzen und regelmäßig zum Zahnarzt: Für viele Menschen ist die Pflege der Zähne ein notwendiges Übel. Doch gesunde Zähne sehen nicht nur gut aus, sondern sind auf Dauer auch besser für Deinen Geldbeutel. Wir zeigen Dir, was Du bei der Pflege von Zähnen und Zahnfleisch beachten musst.

Woraus bestehen unsere Zähne?

Unser Gebiss besteht aus 32 Zähnen. Mit dabei sind auch die Weisheitszähne, die üblicherweise in späteren Jahren entfernt werden müssen. Das Gebiss und der Zahnabdruck sind übrigens genau wie der Fingerabdruck bei jedem Menschen einzigartig und werden daher zur Identifikation von Menschen unbekannter Herkunft genutzt. Der Aufbau der Zähne ist aber immer gleich:

  • Die Zahnkrone: Sie ist der Teil des Zahns, den wir sehen können.
  • Der Zahnhals: Er liegt direkt unter der Zahnkrone und ist von Zahnfleisch bedeckt. Er bildet den Übergang von der Krone zur Wurzel.
  • Die Zahnwurzel: Sie verankert den Zahn im Kiefer.
  • Das Zahnfleisch: Es umgibt den Zahn und gibt ihm Halt. Es ist Teil der Mundschleimhaut und muss genau wie die Zähne regelmäßig gereinigt werden.
  • Während die Zahnkrone aus dem harten Zahnschmelz besteht, ist das Innere des Zahns mit Blutgefäßen und Nervenfasern durchzogen. Sie verbinden den Zahn mit dem Nervensystem und dem Blutkreislauf.
Zähne
Gepflegte Zähne sind attraktiv und gesund.

Wieso ist Zahnpflege so wichtig?

Ohne unsere Zähne würden wir wortwörtlich schnell alt aussehen. Außer Brei und Flüssignahrung stünde nicht viel auf unserem Speiseplan. Schlechte Zähne entzünden sich und verursachen Schmerzen. Auch Mundgeruch und unser Immunsystem werden durch unsere Mundflora und den Zustand der Zähne beeinflusst. Kariöse Zähne können zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen, Gelenke und Stoffwechsel belasten. Bakterien, die sich auf der Zahnoberfläche ablagern, sollten genau wie Zahnstein gründlich entfernt werden. Sie bilden einen Film, der sich langsam Richtung Wurzel schiebt und dort das Bindegewebe zerstört. Dauerhaft entzündetes Zahnfleisch steht auch im Verdacht Rheuma, Diabetes und Schwangerschaftskomplikationen auszulösen. Gute Gründe für eine intensive Zahnpflege. Wer sich gut um seine Zähne kümmert, spart aber auch jede Menge Geld. Einzelkronen werden mit bis zu 2.000 Euro berechnet, während eine Brückenversorgung bis zu 17.000 Euro kosten kann.

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Ab welchem Alter sollten sich Kinder die Zähne putzen?

Sobald der erste Zahn durchgebrochen ist, kann mit dem Zähneputzen begonnen werden. Denn auch sehr kleine Kinder nehmen verschiedene Zuckerarten zu sich, die zu Karies führen können:

  • Muttermilch: Sie enthält Milchzucker, der ebenfalls die Zähne angreifen kann.
  • Kinderbreie: Die klebrigen Breie sind häufig mit sehr viel Fruchtzucker durchsetzt.
  • Saftschorlen: Die süßen Getränke sind bei Kindern sehr beliebt und enthalten viel natürlichen Zucker.
  • Schokolade und Süßigkeiten: Kinder-Schokolade, Kinderjoghurts und ähnliche Produkte sind leider oft nicht sehr kindgerecht und überzuckert.

Und noch ein wichtiger Grund, früh mit dem Zähneputzen anzufangen: Kinder akzeptieren die regelmäßige Reinigung der Zähne besser, wenn sie sich bereits in ganz jungen Jahren daran gewöhnt haben. Achte auch auf die Wahl der richtigen Zahnpasta für Dein Kind. Sollte ein Produkt mehr als 500 ppm Fluorid enthalten, ist die Zahnpasta erst ab dem Alter von etwa sechs Jahren empfehlenswert. Kaufe Deinem Kind außerdem eine weiche Kinderzahnbürste und tausche diese aus, sobald die Borsten schräg abstehen. Für Babys eignen sich auch Fingerhütchen mit Kunststoff-Borstenfeld. Eine elektrische Kinderzahnbürste kann Dein Kind ab einem Alter von rund zwei bis drei Jahren verwenden.

Wie oft sollte ich meine Zähne putzen?

Du solltest Deine Zähne mindestens zwei Mal am Tag putzen. Ideal ist eine Reinigung nach jeder Mahlzeit. Besonders wichtig ist das Zähneputzen am Abend. Bakterien und Essensreste, die über Nacht in Deinem Mund bleiben, richten dann besonders großen Schaden an. Morgens solltest Du erst Frühstücken, bevor Du Deine Zähne putzt. Denke auch daran, dass Du Deine Zahnbürste nicht lieblos und hektisch durch den Mund ziehst. Drei Minuten sollten es mindestens sein.

Die richtige Putztechnik

Putze immer mit System. Denke daran, nicht nur die Schneidezähne zu reinigen, sondern auch die hinteren Backenzähne. Jeder Zahn hat drei Seiten. Jede Seite muss geputzt werden. Beginne mit den Innenflächen im Unter- und Oberkiefer. Danach sind die Außenflächen an der Reihe. Zum Schluss putzt Du die Kauflächen. Übe nur leichten Druck aus und putze nicht zu hektisch. Führe dabei leicht kreisende Bewegungen durch und putze auch vorsichtig weiter, wenn bereits entzündetes Zahnfleisch blutet.

Welche Zahnbürste sollte ich verwenden?

Elektrische Zahnbürsten sind oft effektiver als herkömmliche Modelle. Dennoch ist die Wahl der Zahnbürste Geschmacksfrage. Wenn Dir das Putzen mit der elektrischen Zahnbürste nicht gefällt oder Du das Geräusch nervig findest, solltest Du bei der normalen Zahnbürste bleiben. Wähle ein Modell mit mittlerer Härte und einem biegsamen Kopf. So belastest Du Zahnschmelz und Zahnfleisch nicht unnötig.

Zahnbürste
Die Wahl der richtigen Zahnbürste und Zahnpasta ist entscheidend.

Welche Zahnpasta ist gut?

In der Regel hast Du die Wahl zwischen einer Vielzahl an Geschmackssorten und spezialisierten Produkten. Neben der normalen Zahnpasta mit Fluorid, sind auch Sensitiv-Zahnpasten mit schmerzstillenden Zusätzen im Angebot, die sich für besonders empfindliche Zähne eignen. Wer seine Zähne aufhellen möchte, greift zu Whitening-Zahnpasta. Diese besitzt einen stärkeren Abrieb als normale Zahnpasta und eignet sich für verfärbte oder gelbe Zähne. Achte darauf, eine floridhaltige Zahnpasta zu kaufen. Erwachsenenzahnpasta enthält bis 0,15 Prozent Fluorid, Kinderzahnpasta rund 0,05 Prozent. Eine Fluoridvergiftung ist dabei so gut wie ausgeschlossen. Auch Geschmack- und Farbstoffe kommen bei vielen Zahncremes zum Einsatz. Wirklich nötig sind sie nicht – doch solange die Zahnpasta nicht verschluckt wird, besteht keine akute Gefahr für die Gesundheit. Im Handel findest Du weitere Zusätze:

Zink: wird einigen Zahncremes beigemischt, weil es antibakteriell wirkt und daher unangenehmen Begleiterscheinungen wie Mundgeruch vorbeugt. Allerdings sollte zu viel Zink vermieden werden, da es zu gesundheitlichen Beschwerden kommen kann – besonders bei Kindern. Wenn überhaupt, ist Zahnpasta mit Zink daher nur für Erwachsene zu empfehlen.

Triclosan: besitzt eine bakterienhemmende Wirkung und hatte in einigen Studien positive Auswirkungen auf die Zahngesundheit. Allerdings gibt es auch Hinweise auf eine allergieauslösende Wirkung.

Sorbitol: ist ein Süßstoff, der in den meisten Zahnpasten zum Einsatz kommt. Der überwiegende Großteil der Bevölkerung hat damit keine Probleme, doch manche Menschen reagieren allergisch auf den Zusatz.

Einige Menschen verwenden auch sogenannte Schlemmkreide. Diese besteht aus feingemahlenen Kalksteinen und kommt ohne chemische Zusätze aus. Apotheken und Drogeriemärkte – aber auch große Internetkaufhäuser – bieten das natürliche Zahnputzmittel in praktischen Haushaltsgrößen an. Zwei Kilogramm kosten um die 12 Euro, zum Zähneputzen benötigst Du etwa 0,3 Gramm. Die Wirkung der Schlemmkreide ist allerdings umstritten. Viele Experten verweisen darauf, dass Zahnpasta ohne Fluorid nicht zur Gesunderhaltung der Zähne beiträgt.

Sind Zahnzwischenraumbürsten empfehlenswert?

Viele von uns kennen Zahnzwischenraumbürsten aus der TV-Werbung. Sie sind eine gute Alternative zur Zahnseide. Du ziehst die feine Bürste durch die Zahnzwischenräume und entfernst so Zahnstein und Essensreste. Achte aber darauf, die richtige Größe zu kaufen. Zu breite Bürsten können die Lücken zwischen Deinen Zähnen ausdehnen.

Brauche ich Zahnseide?

Zahnseide ist ebenfalls gut geeignet, um Essensreste und Zahnstein sicher zu entfernen. Von vielen Menschen wird sie aber als umständlich empfunden. Einige Versionen sind zusätzlich mit Fluorid überzogen. Ob mit Zahnseide oder Zahnzwischenraumbürste: Die regelmäßige Reinigung der Zahnzwischenräume ist äußerst wichtig und gut für Zähne und Zahnfleisch.

Sind Mundspülungen sinnvoll?

Wie bei der Zahnpasta auch, hast Du in Sachen Mundspülung die Qual der Wahl. Es gibt unzählige Anbieter auf dem Markt. Viele Mundspülungen sorgen für einen frischen Atem, sind aber wenig effektiv in der Bekämpfung von Bakterien und Plaque. Achte also darauf, eine antibakterielle Mundspülung zu kaufen. Lasse Dich am besten vom Zahnarzt Deines Vertrauens oder in der Apotheke beraten.

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Was bringen Zahnpflegekaugummis?

Du hast gerade eine köstliche Mahlzeit genossen und möchtest etwas für Deine Zahngesundheit tun? Zuckerfreie Zahnpflegekaugummis sind eine gute Wahl, wenn es schnell gehen muss und Du keine Zeit für das Zähneputzen hast. Viele Kaugummis haben kleine Granulate, die die Zähne noch effektiver reinigen und für einen frischen Geschmack sorgen. Natürlich gibt es auch hier Produkte, die Deine Zähne aufhellen. Verspreche Dir aber nicht zu viel davon. Eine wirklich sichtbare Aufhellung der Zähne erreichst Du nur über ein Bleeching beim Zahnarzt. Zahnpflegekaugummis haben aber noch einen weiteren Vorteil: Sie regen die Speichelproduktion an und sorgen so für eine gesunde Mundflora. Wenn Du also häufig unter einem trockenen Mund leidest, gönne Dir ein Kaugummi.

Wie oft sollte ich zum Zahnarzt gehen?

Mindestens zwei Mal im Jahr solltest Du zur Kontrolle gehen. Ein Besuch beim Zahnarzt ist für kaum jemanden erfreulich, spart Dir aber langfristig Geld und Schmerzen. Gehe also nicht erst zum Zahnarzt, wenn es bereits weh tut. Eine regelmäßige Vorsorge ist auch wichtig für die Beurteilung durch Deine Krankenkasse. Wenn Du alles für die Gesunderhaltung Deiner Zähne getan hast, erhältst Du leichter Zuschüsse.

Ist die professionelle Zahnreinigung sinnvoll?

Auf jeden Fall. Der Zahnarzt kann so Zahnstein und Verfärbungen entfernen. Das ist gesund und sorgt für weißere Zähne. Besonders hartnäckiger Zahnstein muss oft per Hand mit verschiedenen Instrumenten nachgearbeitet werden. Auch eventuelle Verfärbungen durch Tee, Kaffee oder Nikotin wird dabei entfernt. Besonders Menschen, die ein erhöhtes Risiko für Karies und Parodontitis haben, profitieren von der gründlichen Reinigung. Du kannst Dein Gebiss noch so gut pflegen – Du wirst leider niemals alle Ecken erreichen. Diese Engpässe, die oft weiter hinten im Mund liegen, erreichst Du mit der Zahnbürste nur sehr schlecht. Du solltest also zweimal im Jahr zur professionellen Zahnreinigung gehen. Manche Krankenkassen übernehmen hier die Kosten komplett oder zumindest teilweise.

Zahnarzt
Die professionelle Zahnreinigung entfernt Verfärbungen und Zahnstein.

Welche Kosten übernehmen die Krankenkassen?

Die meisten Krankenkassen übernehmen folgende Behandlungen vollständig:
• Karies / Füllungserneuerungen im Zahn
• Wurzelkanalbehandlungen
• Extraktionen des Zahns
• Professionelle Zahnreinigung (1 Mal pro Jahr)
• Parodontitis-Behandlung

Beim Zahnersatz sieht es anders aus: Hier unterliegen die Kosten für den Zahnersatz äußeren Einflüssen, wie dem Honorar des Zahnarztes, den Labor- und Materialkosten, der Therapievariante und dem Ort der Behandlung.

Welche Lebensmittel sind schlecht für die Zähne?

Wenig überraschend: Zuckerhaltige Getränke wie Cola, Saft und Schorlen greifen die Zähne an und sollten daher nur selten getrunken werden. Das gleiche gilt natürlich für Schokolade, Lakritz oder Weingummis. Zigaretten sind zwar kein Nahrungs- aber ein Genussmittel, auf das Du ebenfalls verzichten solltest. Der Rauch greift das Zahnfleisch an, sorgt für Entzündungen und Zahnfleischbluten. Außerdem verfärbt es die Zähne. Auch die Säure in gewissen Zitrusfrüchten greift die Zähne an. Honig haftet stundenlang an den Zahnzwischenräumen und ist ebenfalls ein Risikofaktor für Karies. Möchtest Du ein Kaugummi kauen, so greife zu speziellen Zahnpflegekaugummis oder wenigstens zuckerfreien Produkten.

Welche Lebensmittel sind gut für die Zähne?

Es gibt natürlich auch Lebensmittel, die die Zähne schützen und pflegen. Grüner Tee zum Beispiel ist dafür bekannt, Karies vorzubeugen. Auch Äpfel sind empfehlenswert. Die runden Früchte reiben Verfärbungen und Plaque von den Zähnen. Gesund sind darüber hinaus alle Lebensmittel, die den Speichelfluss anregen. Dieser stellt einen natürlichen Schutz gegen Säuren dar und verhindert so die Entstehung von Karies. Karotten, Brokkoli und Grünkohl haben genau wie viele Milchprodukte einen hohen Kalziumgehalt. Das Kalzium stärkt den Zahnschmelz und ist daher ebenfalls gut geeignet, um die Zähne gesund zu erhalten.

Kurz gesagt:

Eine regelmäßige und intensive Zahnpflege sorgt dafür, dass Du lange Freude an Deinen Zähnen hast. Wer hier nachlässig ist, muss später mit teuren Behandlungen beim Zahnarzt und gesundheitlichen Problemen rechnen. Mit unseren Tipps hast Du alle wichtigen Informationen für eine gute Zahnpflege zur Hand. Dennoch sind sie natürlich kein Ersatz für einen Besuch beim Zahnarzt Deines Vertrauens.

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