Wintergemüse: Alles über Sorten, Anbau und Verzehr

Veröffentlicht am 04. Januar von Thorben Grünewälder in Essen & Trinken

Eine gesunde, abwechslungsreiche Kost ist in der dunklen Jahreszeit besonders wichtig. Sie versorgt uns mit wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen, hebt unsere Stimmung und stärkt das Immunsystem. Neben Kiwis aus Neuseeland, Orangen aus den USA oder griechischen Weintrauben, finden auch zahlreiche regionale Lebensmittel ihren Weg zu uns.

Das beliebteste Wintergemüse

Wintergemüse wie Rotkohl, Grünkohl oder Steckrüben kennen wir vor allem aus Großmutters Küche. Damals wurde noch regional gekocht. Auch der Anbau eigener Lebensmittel war früher weiter verbreitet als heute. Dennoch feiern viele alte Gemüsesorten ein Comeback. Ob Rosenkohl, Grünkohl, Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl oder Wirsing: Kaum ein Gemüse bringt im Winter so viel Abwechslung auf den Tisch wie Kohl. Grünkohl, Rosenkohl und Wirsing sind übrigens echte Wintergemüse, da sie in den Wintermonaten geerntet werden.

Wintergemüse
Wintergemüse ist gesund und lecker.

Grünkohl: Essen für Sieger

Gerade der Grünkohl ist ein echtes Multitalent. Er passt zu Würstchen, Kartoffeln und Spiegelei genauso gut wie in einen Auflauf oder als fleischlose Alternative zur Rindsroulade. Wunderbar wärmend und immer wieder köstlich ist die Grünkohl-Suppe. Angereichert mit Speckwürfeln und verfeinert mit Sahne ist der Klassiker ein Genuss für kalte Tage. Als aromatischer Begleiter zu Fleisch- und Kartoffelgerichten sind die meisten Kohlsorten eine gute Wahl. Unverzichtbar zu Geflügel, Wild und Klößen: der Rotkohl. Übrigens: Alle Kohlsorten enthalten die Vitamine A, C, E und K, die Mineralstoffe Kalzium, Kalium und Eisen und sind reich an Ballaststoffen. Doch neben Kohl gibt es natürlich viele weitere gesunde Wintergemüse Hier ein Überblick über die beliebtesten Sorten:

  • Rotkohl
  • Grünkohl
  • Weißkohl
  • Blumenkohl
  • Rosenkohl
  • Kohlrabi
  • Möhren
  • Schwarzwurzeln
  • Lauch
  • Rote Beete
  • Winterkürbisse
  • Spinat
  • Feldsalat
  • Chicorée
  • Tellerkraut
  • Wirsing
  • Zwiebeln

So gesund ist Wintergemüse

Allein der Grünkohl weist einen beeindruckenden Nährstoffgehalt auf. Er enthält doppelt so viel Calcium wie Milch und schon eine kleine Tasse Kohl liefert 180 Prozent des Tagesbedarfs an Vitamin-K. Grünkohl ist außerdem kalorien- und fettarm, enthält dafür aber jede Menge Vitamine, Mineral- und Ballaststoffe. Letztere sättigen nachhaltig und bringen die Verdauung auf Trab. Zudem ist Grünkohl reich an pflanzlichem Eiweiß und nach der Möhre zweitbester Lieferant für Provitamin A. Auch gegen die Übersäuerung des Körpers kann der basische Grünkohl helfen. Steckrüben hingegen enthalten jede Menge Folsäure. Dieses B-Vitamin ist wichtig für eine gesunde Zellteilung. Auch Kalzium und Magnesium stecken in diesem Klassiker der norddeutschen Küche. Besonders lecker ist auch der Rosenkohl. Er ist leicht bitter im Geschmack und sehr zart. Die kleinen Röschen sind wunderbare Vitamin-C-Lieferanten und stecken voller Ballaststoffe.

Warum soll ich Wintergemüse essen?

Du weißt nun, dass Wintergemüse sehr gesund ist. Doch es gibt noch einen weiteren Grund hier beherzt zuzugreifen. Denn Grünkohl & Co. sind regionale Gemüsesorten. Das heißt, sie sind ökologisch unbedenklicher als Obst und Gemüse, dass erst per Schiff oder Flugzeug viele tausend Kilometer zu uns gebracht werden muss. Indem Du auch im Winter regional isst, tust Du also Deiner Gesundheit einen Gefallen, schützt die Umwelt und unterstützt heimische Erzeuger.

Wintergemüse anbauen

Das Gute an Wintergemüse: Du kannst es auch problemlos selbst im heimischen Garten anbauen, ohne Gewächshaus oder Balkon. Sie sind außerdem sehr robust und kälteunempfindlich. Einige Gemüsesorten wie zum Beispiel der Grünkohl profitieren sogar von dem im Winter einsetzenden Frost. Durch sehr niedrige Temperaturen werden die Stoffwechselvorgänge in der Pflanze verlangsamt. Es wird weniger Energie in Form von Zucker verbraucht und gleichzeitig Zucker in der Pflanze durch die Photosynthese gebildet. Dies macht Grünkohl schmackhafter. Als Standort bietet sich ein Hochbeet an. Darin reift das Gemüse trotz frostiger Temperaturen. Achte aber darauf, Rote Bete nicht neben Kartoffeln zu pflanzen. Die beiden Gemüse vertragen sich nicht gut.

Feldsalat für frischen Genuss

Feldsalat und Spinat sind ebenfalls für den Winter gemacht und dürfen draußen bleiben. Doch nicht alle Sorten halten frostige –12 bis –15 Grad locker aus. Beim Spinat empfehlen wir Dir die Sorten „Monnopa“, „Verdil“ oder „Riesenspinat“. Beim Feldsalat sind es die Sorten „Gala“, „Accent“ und „Favor“.  Typisch für den Feldsalat sind seine dunkelgrünen, flachen Blätter. Sie enthalten viele ätherische Öle und schmecken etwas nussig. Feldsalat wird etwa Mitte August für die Ernte im Herbst gesät. Für die Überwinterung ist sogar eine Aussaat im Oktober noch möglich. Feldsalat ist robust und gedeiht an sonniger oder halbschattiger Stelle problemlos – so kannst Du den Herbst und Winter über ständig frisches Salatgemüse ernten. Die winterharten Sorten haben kleinere Blätter und einen gedrungenen Wuchs. Bei allzu kühlen Nächten solltest Du den Feldsalat mit Reisig oder einem Vlies abdecken.

Grünkohl
Grünkohl ist besonders in Norddeutschland beliebt.

Schutz gegen Pilze und Wühlmäuse

Um nicht das Wachstum von Pilzen zu fördern, solltest Du ein mit Folie oder Frühbeetaufsatz abgedecktes Hochbeet tagsüber öffnen. Nachts ist die Abdeckung hingegen als Kälte-Schutz nötig. Das Vlies schützt Dein Herbstgemüse während kurzer Frostphasen, es hält die Pflanzenumgebung um bis zu fünf Grad wärmer als die Außentemperatur. Gegen Wühlmäuse hilft es, den Boden des Hochbeetes mit einem nicht zu dichten Drahtgeflecht auslegen.

Das richtige Licht für den Wintergemüseanbau

Neben den niedrigen Temperaturen, ist auch das Licht ein Faktor, der im Winter das Pflanzenwachstum begrenzt. Bei deutlich unter zehn Stunden Tageslicht wachsen Pflanzen nur eingeschränkt oder gar nicht mehr. Gerade in Norddeutschland sind die Tage schon in der letzten Oktoberwoche weniger als zehn Stunden lang. Im Dezember sind es sogar nur knapp 7,5 Stunden. Erst Ende Februar haben wir wieder mehr als 10 Stunden Tageslicht. Dein Hochbeet sollte also möglichst in einem sonnenverwöhnten Teil Deines Gartens liegen.

Kurz gesagt:

Wer öfter Wintergemüse auf dem Speiseplan hat, lebt gesund und nachhaltig. Außerdem bieten die zahlreichen Sorten ganz unterschiedliche Geschmackserlebnisse. Die Vielfalt an Gemüsesorten ist für viele Menschen eine echte Überraschung. Selbst der Anbau von Grünkohl, Roter Bete & Co. ist im Vergleich zu anderen Gemüsesorten unkompliziert. Falls Du dennoch keine Lust oder genügend Platz für den Anbau hast, frage Deinen örtlichen Gemüsehändler nach frischen Exemplaren. Er wird Dich gerne beraten, welche Gemüsesorte zu Fleisch, Wurst oder Fisch passt.

 

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