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Wie die Notfalldose Leben rettet

von Lieselotte Wever
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Frau steht vorm offenen Kühlschrank mit Notfalldose drin

Bei einem medizinischen Notfall zählt jede Sekunde. Herbeigeeilte Notärzte und Rettungssanitäter stehen oft vor dem Problem, nur wenig brauchbare Angaben über ihren Patienten zu erhalten. Einen Ausweg aus dieser Situation bietet die Notfalldose.

Was ist die Notfalldose?

Von der Notfalldose hast Du noch nie gehört? So geht es nicht nur Dir. Vielen Menschen ist die Notfalldose unbekannt. Das soll sich ändern. Die Notfalldose ist ein kleiner Behälter zur Aufbewahrung wichtiger Informationen für einen möglicherweise zu Hause eintretenden medizinischen Notfall. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Angaben zu Gesundheit, Hausarzt, Kontakt zu Angehörigen oder vorhandene Haustiere.

Warum eine Notfalldose für jeden empfehlenswert ist

Die Notfalldose kommt für jeden infrage, nicht nur für Senioren, chronisch Kranke oder Menschen mit Behinderung. Seit Jahren wächst die Zahl der Ein- bis Zwei-Personen-Haushalte rapide, und die Entwicklung nimmt weiter zu. Das bedeutet, dass bei einem Notfall eventuell außer der notärztlich zu behandelnden Person niemand anwesend ist, der näher Auskunft zu ihr geben kann. Vielleicht hat ein Nachbar oder die Putzfrau denjenigen bewusstlos aufgefunden. Oder die Person hat es gerade noch geschafft, den Notruf durchzuführen, ist unmittelbar darauf aber zusammengebrochen und nicht mehr ansprechbar.

Selbst wenn jemand nicht allein zu Hause war, als der Notfall eintrat, hat die Notfalldose schon geholfen. Nicht immer wissen Familienangehörige oder Freunde sämtliche benötigten Details. Hinzu kommt die enorme Aufregung. Allzu leicht werden dann Dinge durcheinandergebracht oder vergessen. In einer Extremsituation kann ein Angehöriger sogar selbst zum Notfall werden. Gut dran ist, wer sich dann auf seine Notfalldose verlassen kann.

Naturgemäß sind derartige Szenarien bei älteren und gesundheitlich beeinträchtigten Menschen häufiger als bei Jüngeren. Grundsätzlich kann es jedoch in jedem Alter zu medizinischen Notfällen in den eigenen vier Wänden kommen: ein Haushaltsunfall, ein Kreislaufzusammenbruch, selbst ein Schlaganfall oder Herzstillstand – alles schon vorgekommen. Je mehr Rettungssanitäter und Ärzte über Dich und Deine gesundheitliche allgemeine Situation wissen, umso besser können sie Dir helfen und desto günstiger stehen Deine Chancen, dass Du keine bleibenden Schäden davonträgst.

Wie funktioniert die Notfalldose?

Bei der Notfalldose handelt es sich um ein absolut analoges Objekt. Genau deshalb ist sie so zuverlässig. Ohne Übertreibung: In ihrer Einfachheit ist die Notfalldose geradezu genial. Die weiß-grüne Notfalldose trägt eine sparsame, aber aussagekräftige Beschriftung: „SOS“, darunter „+ i“ und ganz unten die Webseitenadresse: www.notfalldose.de. Als Doseninhalt erhältst Du ein umfangreiches, bereits vorbereitetes Hinweisblatt, das Du mit Deinen persönlichen Daten ausfüllst. Zusammen mit der Dose und dem Hinweisblatt erhältst Du außerdem zwei identische ebenfalls weiß-grüne Aufkleber mit der Aufschrift: „+ i“ und „Notfalldose“ sowie „in der KühlschrankTÜR“.

Genau: Die Notfalldose soll im Kühlschrank aufbewahrt werden, und zwar in einem der Ablagefächer in der Innenseite der Kühlschranktür. Außen an der Kühlschranktür bringst Du einen der beiden Aufkleber an, den anderen Aufkleber innerhalb der Wohnung in Augenhöhe an Deiner Wohnungstür. Auf diese Weise stellst Du sicher, dass Rettungssanitäter, Notarzt und mögliche weitere Personen in einer Notfallsituation raschen Zugriff auf Deine Notizen haben.

Weshalb die Notfalldose so eine gute Idee ist

Das Prinzip der Notfalldose ist so einfach, dass unweigerlich die Frage aufkommt, warum nicht viel früher jemand darauf gekommen ist.

Es ist doch so: Sehr viele Menschen bewahren Dinge wie Impfpass, Blutspendeausweis, Medikamenteneinnahmeplan, Patientenverfügung und Adressbuch oder Notizbuch inklusive Eintrag „Im Notfall bitte informieren…“ bei sich zu Hause auf. Allerdings befinden sich die einzelnen Teile an unterschiedlichen Orten der Wohnung. Sie liegen in Schubladen, in einer verborgenen Ecke im Schrank oder dort, wo sie niemand erwarten würde. Fest steht: Bei einem Notfall ist keine Zeit zum Suchen. Bestenfalls guckt jemand oberflächlich, was oft genug erfolglos bleibt.

Die Notfalldose dagegen steht im Kühlschrank. Ein Kühlschrank ist praktisch in jedem Haushalt vorhanden – in der Küche oder der Kochecke. Eine Notfalldose im Kühlschrank muss im Bedarfsfall nicht gesucht werden, sondern kann sofort herausgenommen werden.

Noch einen Vorteil hat die Aufbewahrung Deiner Notfalldose in der Kühlschranktür: Du siehst sie regelmäßig. Ihr Anblick erinnert Dich außerdem daran, von Zeit zu Zeit Deine Angaben zu überprüfen und gegebenenfalls zu aktualisieren. Du weißt doch: „Aus den Augen – aus dem Sinn.“

Notfalldose im Video

Welche Informationen gehören in die Notfalldose?

Der mit der Notfalldose mitgelieferte und zum Ausfüllen vorbereitete Zettel führt Dich wie ein roter Faden durch die für Ärzte und Rettungsdienste wichtigen Angaben. Selbstverständlich darfst Du einen Extrazettel mit weiteren Informationen dazulegen. Leben mehrere Personen im Haushalt, bekommt jeder sein eigenes ausgefülltes Notfall-Infoblatt.

Auch für ein eventuell hilfreiches Notfallmedikament ist in der Dose Platz. Stopfe die Notfalldose jedoch nicht entbehrlichen Hinweisen zu, sondern halte sie übersichtlich. Deine Retter sollen schließlich ohne Mühe alles finden.

Solche Angaben gehören vor allem in die Notfalldose:

  • Personalien: Name, Geburtsdatum, Adresse, Krankenkasse mit Versicherungsnummer, Kontaktpersonen inklusive Kontaktdaten
  • gesundheitliche Angaben: Vorerkrankungen, chronische Krankheiten, Operationen, Allergien, Medikamente einschließlich Aufbewahrungsort, Blutgruppe, Hausarzt mit Kontaktdaten
  • Dokumente – sofern vorhanden: Patientenverfügung (beziehungsweise: bei wem sie hinterlegt ist), Organspendeausweis, Blutspendeausweis
  • Haustiere: Ja oder nein? Falls ja: Wie viele? Art? Aufenthaltsort? Ferner Angaben einschließlich Kontaktdaten zu Personen, die sich kümmern beziehungsweise die Tiere in Obhut nehmen.

Nenne alles, was Du weißt und was Dich betrifft. Hinterlege alles, was Du hiervon hast.

Kennst Du Deine Blutgruppe noch nicht, kannst Du sie bei Deinem Hausarzt über eine Blutuntersuchung ermitteln lassen. Eine weitere Möglichkeit ist die Blutspende, bei der Deine Blutgruppe festgestellt wird und worüber Du einen Blutspendeausweis ausgehändigt bekommst. Einen Organspendeausweis sollte jeder haben. Darin kannst Du Dich keineswegs nur als Organspender erklären. In einem Organspendeausweis kannst Du Deine Spendenbereitschaft auf bestimmte Organe und Gewebe beschränken. In einem Organspendeausweis kannst Du Dich auch als Spender von Organen und Geweben ausschließen.

Was Deine Angaben zu möglicherweise vorhandenen Haustieren betrifft: Hunde oder Katzen bleiben zwar selten unbemerkt, aber was ist mit Meerschweinchen, Geckos oder einem Aquarium? Erst recht verborgen bleiben Tiere außerhalb der Wohnung, wie beispielsweise ein Pferd. Auch hier können Maßnahmen erforderlich werden.

Notfalldose: zuverlässige Vorsorge

Auf Deine Notfalldose kannst Du Dich unbedingt verlassen. Sie funktioniert ganz altmodisch analog. Genau das macht sie so zuverlässig. Sie benötigt weder Strom noch Batterien oder Akkus. Sie enthält keine anfällige Elektronik. Sie ist nicht auf eine funktionierende Internetverbindung oder den Online-Status einer zugehörigen Webseite angewiesen. Hacker haben null Chance. Du allein verantwortest den funktionierenden Schutz Deiner Notfalldose. Updates nimmst Du einfach handschriftlich vor.

Wo gibt es Notfalldosen?

Notfalldosen sind für kleines Geld in Apotheken erhältlich, häufig auch in kommunalen Bürgerämtern oder sozialen Einrichtungen. Du kannst sie außerdem im Internet bestellen:

Notfalldose Set 1 Stück
  • Inhalt: 1 Notfalldose, 1 Notfall-Infoblatt, 2 Aufkleber
  • Gut sichtbar in der Kühlschranktür platziert hilft sie im Notfall
  • Hält alle wichtigen Dokumente bereit im Falle eines Notfalls

 

Erzähle anderen über die Notfalldose

Trage zur weiteren Verbreitung der Notfalldose bei und erzähle anderen davon. Dann könnte sie eines Tages so selbstverständlich sein wie der Verbandskasten im Auto oder die Hausapotheke.

Kurz gesagt

Notfalldosen können Leben retten. Jeder sollte deshalb im Kühlschrank seine persönliche Notfalldose aufbewahren, auf die Notärzte und Rettungssanitäter bei Bedarf sofort Zugriff haben. Die Notfalldose ist im Nu mit allen relevanten Informationen für einen medizinischen Notfall versehen. Senioren, chronisch Kranke und Menschen mit Behinderung haben zwar ein erhöhtes Notfallrisiko, doch kann grundsätzlich jeder unvorhersehbar von einem Moment zum anderen in eine kritische gesundheitliche Lage geraten. Die Notfalldose gehört daher in jeden Haushalt.

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