Tomaten: selbst anbauen lohnt sich immer

Veröffentlicht am 05. April von Philipp Senge in Garten

Kein anderes Gemüse schmeckt so nach Sommer wie Tomaten. Ganz besonders gilt das für frisch geerntete, sonnenwarme Tomaten. Diesen Luxus kannst Du natürlich nur genießen, wenn Du selber Tomaten anbaust. Das geht leichter als Du vielleicht denkst und sogar, wenn Du zum Gärtnern nur einen Balkon zur Verfügung hast. Wir verraten Dir, wie es geht und worauf Du beim Tomatenanbau achten musst. Es lohnt sich, versprochen!

Verschiedene Tomaten, gelb und rot
Die selbstangebauten Tomaten schmecken einfach viel besser und sind auch bekömmlicher.

So erntest Du Deine eigenen Tomaten

Tomaten sind ein beliebtes Gemüse. Die Pflanzen benötigen zwar ein bisschen Pflege, dafür liefern sie aber über einen langen Zeitraum immer wieder neue Früchte. Für viele Gärtner liegt ein besonderer Reiz in den vielen verschiedenen Tomatensorten, die es gibt. Aber auch in kleinen Gärten oder selbst auf dem Balkon kannst Du Tomaten anbauen und im Sommer Deine eigenen Früchte ernten.

Möglichst viel Sonne und Nährstoffe

Tomaten haben gerne viel von allem: Sonne, Wasser, Nährstoffe und auch Schutz. Für ausreichend Nährstoffe solltest Du im Garten bereits vor der Pflanzung sorgen. Ideal ist es, wenn Du den Boden gründlich lockerst und mit Komposterde anreicherst. (Hier erfährst Du, wie Du eigene Komposterde herstellst.) Wenn Du keinen Kompost hast, solltest Du den Boden mit etwas Dünger anreichern. Ideal sind Langzeitdünger, die Deine Pflanzen über einen langen Zeitraum mit Nährstoffen versorgen. Weil der Nährstoffbedarf von Tomaten ein bisschen speziell ist, lohnt sich ein Tomatendünger. Der versorgt Deine Tomaten ideal mit den benötigten Nährstoffen. Meistens eignet er sich auch für viele andere Gemüse wie Gurken, Paprika oder Zucchini.

Tomaten pflanzen: warte den letzten Frost ab!

Passionierte Gärtner ziehen ihre Tomatenpflanzen selber aus Samen. Das macht Spaß und hat ein bisschen was mit Gärtnerehre tun. Wenn Du besondere Tomatensorten anbauen möchtest, kommst Du um eine eigene Anzucht nicht herum. Bis dahin kannst Du Dich für Deine ersten Anbauversuche mit Jungpflanzen aus dem Gartencenter, dem Baumarkt oder der Gärtnerei versorgen.

Tomaten vertragen absolut keinen Frost! Deshalb solltest Du mit dem Pflanzen warten, bis kein Frost mehr zu erwarten ist. Das ist in den meisten Regionen ab Mitte Mai, nach den sogenannten Eisheiligen, der Fall. Wenn Du früher pflanzen möchtest, solltest Du bei Frostgefahr für ausreichenden Schutz sorgen können.

Plane beim Pflanzen immer genügend Platz zwischen den einzelnen Pflänzchen ein. Je nach Sorte 50 bis 80 Zentimeter zwischen den einzelnen Pflanzen in der Reihe und zwischen zwei Reihen sogar 80 bis 100 Zentimeter.

Beim Pflanzen gehst Du folgendermaßen vor:

  • Grabe ein kleines Loch – es darf gerne tief sein
  • Stecke einen Bambus- oder Tomatenstab direkt neben das Pflanzloch in die Erde
  • Tomaten darfst und solltest Du tief einpflanzen. Setze die Jungpflanzen etwas schräg und bis kurz unter die ersten Blätter in die Erde. Am besten so, dass sie zum Stützstab geneigt sind. Das gibt ihnen Stabilität. Außerdem bilden sie so am Stamm neue Wurzeln und wachsen besser an.
  • Gieße die Pflanze kräftig an – in Fachkreisen spricht man auch von einschlämmen. Das solltest Du wörtlich nehmen

Tomaten auf dem Balkon pflanzen

Tomaten musst du nicht unbedingt in einem großen Gemüsebeet anbauen. Weil sie vor allem in die Höhe wachsen und Du lange ernten kannst, eignen sich Tomaten gut für den Anbau dem Balkon. Dafür benötigst Du einen großen Kübel mit einem Volumen von 20 bis 40 Litern. Es gibt für den Anbau auf dem Balkon sogar extra kleine Sorten. Sie kommen auch mit kleineren Gefäßen aus. Ansonsten gehst Du beim Pflanzen genauso vor, wie oben beschrieben. Weitere Informationen zum Gemüseanbau auf dem Balkon findest Du hier.

Regelmäßige Pflege der Pflanzen

Sind Deine Tomatenpflänzchen gut angewachsen, brauchen Sei vor allem Wasser und Nährstoffe. Speziell im Sommer solltest Du sie regelmäßig gründlich gießen. Gieße dabei immer direkt auf den Boden im Wurzelbereich. Nach Möglichkeit solltest Du nicht auf die Blätter gießen. Dünge Deine Tomaten außerdem in der Zeit von Juli bis September regelmäßig. Das geht am einfachsten mit dem bereits erwähnten Tomatendünger.

Eine wichtige Pflegemaßnahme bei vielen Tomatensorten ist das „Entgeizen“. Dabei brichst Du alle Seitentriebe aus, die aus den Blattachseln wachsen. Diese Triebe rauben der Pflanze Kraft. Außerdem werden sie dadurch eher buschig. Das macht die weitere Pflege schwieriger. Buschtomaten bilden eine Ausnahme. Hier ist es gerade erwünscht, dass sich die Pflanze etwas verzweigt.

Die erste eigene Tomaten-Ernte

Je nach Witterung und Sorte ist es ab Anfang Juli endlich so weit: Du kannst die ersten Früchte ernten. Ob Tomaten reif sind, erkennst bei zum einen an der Farbe. Sie sollten voll ausgefärbt sein. Ob sie wirklich reif sind, erkennst Du beim Ernten. Reife Tomaten lassen sich ganz leicht ernten. Du kannst sie ganz einfach kurz oberhalb des Stielansatzes abknicken. Oft ist diese Stelle ein bisschen verdickt und dadurch gut zur erkennen. Früchte, die sich nur schwer lösen, solltest du noch ein paar Tage hängen lassen.

Krankheiten an Tomatenpflanzen vermeiden

Tomaten haben einen Feind. Er trägt den Namen Kraut- und Braunfäule. Das klingt nicht schön und ist es auch nicht. Dabei handelt es sich um eine Pilzkrankheit. Sie breitet sich vor allem bei Nässe aus. Daher solltest Du den Pflanzabstand bei Tomaten sorgfältig einhalten, damit sie nach einem Regen schnell wieder trocknen können. Aus diesem Grund solltest du auch möglichst nicht auf die Blätter, sondern immer direkt auf die Erde gießen.

Meistens befällt die Krankheit zuerst die Blätter. Sie fangen dann am Rand an, stark zu welken. Verdächtige Blätter solltest du sofort und großzügig entfernen und in der Biotonne entsorgen. So verhinderst Du eine Ausbreitung. Als weitere Maßnahme kannst du bei Deinen Pflanzen die untersten Blätter vollständig entfernen. Balkongärtner sind im Vorteil, weil ihre Pflanzen in der Regel deutlich geschützter stehen als im offenen Beet.

Um ihre Tomaten zu schützen bauen viele Gärtner ihre Pflanzen nur im Gewächshaus oder unter Schutzfolien an. Es gibt auch passende Pflanzenschutzpräparate gegen Pilzerkrankungen. Möchtest Du solche Präparate einsetzen, lasse Dich in einem Fachgeschäft gut beraten. Schließlich möchtest Du die Früchte noch essen.

Tomatenanbau für Fortgeschrittene

Insgesamt gibt es über 2000 verschiedene Tomatensorten. Sie alle unterscheiden sich in Farbe, Form und Geschmack. Im Vergleich dazu werden nur sehr wenige Sorten als vorgezogene Jungpflanzen angeboten. Meistens musst Du die Pflanzen daher selber aus Samen vorziehen, die Du einfach im Internet bestellen kannst. In vielen Städten bieten auch Kleingarten- oder Umweltschutzvereine Pflanzen- und Saatgutbörsen an. Mit der Anzucht eigener Pflanzen musst Du im zeitigen Frühjahr beginnen.

Tomatenliebe: Wie Amore und die Olympische Flamme den Weg in meinen Garten fanden
  • Melanie Grabner, Dipl.-Ing. agr. Christine Weidenweber
  • Verlag Eugen Ulmer
  • Gebundene Ausgabe: 159 Seiten

Kurz gesagt

Im Vergleich zu vielen anderen Gemüsesorten benötigen Tomaten etwas mehr Pflege. Der Aufwand lohnt sich aber. Sorge dafür, dass es Deinen Pflanzen an nichts mangelt. Dann wirst du mit unvergleichlichen Geschmackserlebnissen belohnt!

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