Rauchen: Alles über den Tabakrauch und wie Du am besten damit aufhörst

Veröffentlicht am 10. November von Thorben Grünewälder in Gesundheit

Rund 30 Prozent der erwachsenen Deutschen rauchen Tabak. Dass sind mehr als 20 Millionen Menschen. Doch auch viele Jugendliche greifen zur Zigarette. Welche Schäden das Rauchen anrichtet und wie Ihr vom Glimmstängel loskommt, erklären wir Euch in diesem Artikel.

Seit wann rauchen die Menschen Tabak?

Die Tabakpflanze stammt ursprünglich aus Amerika. Die Blätter der Tabakpflanze wurden von den Maya-Indianern geraucht, gekocht oder gekaut. Auch die Medizinmänner nutzen den Tabakrauch für ihre Rituale. Mit der Entdeckung Amerikas durch Christoph Columbus im Jahr 1492 erreichte neben der Kartoffel und der Tomate auch die Tabakpflanze Europa. Wahrscheinlich rauchen die Menschen aber schon seit Urzeiten verschiedene Blätter und Pflanzen.

Aschenbecher
Rund 20 Millionen Erwachsene in Deutschland rauchen.

Welche Arten des Tabakrauches gibt es

Zigaretten sind die verbreitetste Tabakware. Aber auch Pfeifen, Zigarren und Zigarillos sind beliebt. Während Zigaretten – ob selbstgedreht, mit Filter oder ohne – meist inhaliert werden, sind Pfeife und Zigarre eher für das sogenannte „paffen“ vorgesehen.

Was sind E-Zigaretten?

Bei den neuen elektrischen Zigaretten wird eine „Liquid“ genannte Flüssigkeit verdampft. Laut den Herstellern sind keine krebserregenden Stoffe, sondern nur Nikotin enthalten. Wissenschaftliche Studien kommen aber zu dem Schluss, dass auch der Rauch von E-Zigaretten gefährlich und gesundheitsschädlich ist.

Ist inhalieren schädlicher als paffen?

Durch das inhalieren des Zigarettenqualms, erreichen die Schadstoffe auch feinste Zellen in Mund, Lunge, Magen und Darm. Aber auch das paffen ist sehr gesundheitsschädlich. Der Rauch verbleibt länger im Mund und kann dort die Schleimhäute angreifen und Mundhöhlen- oder Zungenkrebs auslösen. Beide Arten des Rauchens sind also gefährlich.

Woraus besteht Tabakrauch?

Brennt eine Zigarette, verglühen ihre Bestandteile bei Temperaturen von 500 bis 950 Grad Celsius. Dabei entstehen zwei Arten von Rauch: der Hauptstromrauch und der Nebenstromrauch. Fast 4.800 chemische Substanzen sind Bestandteil dieses Tabakrauchs. 250 von Ihnen sind giftig. Rund 90 sind krebserregend. Die im Tabakrauch enthaltenen Substanzen treten in Wechselwirkung miteinander und verstärken sich dadurch. Auch zunächst harmlos erscheinende Zusatzstoffe bergen weitere Gefahren. Sie wandeln sich im Verlauf des Verbrennungsprozesses zu gesundheitsschädlichen Substanzen und können Krebs erregen.

Wie viele Zigaretten am Tag sind ungesund?

Oft geistern Behauptungen wie „Bis zu drei Zigaretten am Tag sind unbedenklich“ durch die Medien. Das ist falsch. Jede einzelne Zigarette ist schädlich und erhöht das Risiko für schwere Erkrankungen. Das ein Kettenraucher, der drei Schachteln am Tag raucht, ein höheres Risiko hat, als ein Gelegenheitsraucher, ist aber natürlich richtig. Wie überall macht auch hier die Dosis das Gift. Dennoch solltest Du komplett auf den Qualm verzichten.

Welche Auswirkungen hat das Rauchen auf den Körper?

Rauchen ist für eine Vielzahl von Erkrankungen verantwortlich. Einige sind tödlich, andere mindern „nur“ die Lebensqualität. Auf jeden Fall ist Rauchen mit das Schlimmste, was Du Deinem Körper antuen kannst.

Krebs: Der Rauch schädigt die DNA und zieht in jede Körperzelle. Zu den häufigsten Krebsarten, die vom Rauchen verursacht werden gehören Lungenkrebs, Kehlkopfkrebs, Magenkrebs, Blasenkrebs und Zungenkrebs. Alle diese Krebserkrankungen sind schwer behandelbar und aggressiv.

Herz-Kreislauferkrankungen: Rauchen verstopft die Arterien, erhöht den Blutdruck und damit auch das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall & Co. Tabakrauch kann auch unangenehme Schwindelanfälle auslösen.

Lungenerkrankungen: COPD – dies ist der Name des chronischen Raucherhustens. Diese Krankheit ist nicht heilbar und führt auf Dauer zum Erstickungstod. Die Betroffenen müssen oft jahrelang mit einem Sauerstoffgerät leben.

Kraft und Kondition: Jede Zigarette führt direkt nach dem Rauchen zu einer Verschlechterung Deiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Kohlenmonoxid aus dem Tabakrauch bindet sich an die roten Blutkörperchen, die eigentlich Sauerstoff transportieren sollen. Den Organen wird daher weniger Sauerstoff zugeführt. Doch gerade beim Sport wird viel Sauerstoff benötigt – zur optimalen Versorgung von Herz und Muskeln. Greifst Du zur Zigarette, sinkt Deine Leistungsfähigkeit um durchschnittlich 15 Prozent. Und weil Rauchen Herz und Kreislauf beeinträchtig, müssen Raucherinnen und Raucher mehr Herzschläge aufwenden, um mit Nichtrauchenden mitzuhalten. Auch Passivrauchen wirkt leistungsmindernd.

Libido: Erektionsstörungen sind unter Rauchern deutlich häufiger vertreten. Raucher haben auch weniger Lust auf Sex, weniger Ausdauer und qualitativ minderwertigere Spermien.

Immunsystem: Raucher sind deutlich häufiger Erkältet. Die vielen schädlichen Inhaltsstoffe des Rauchs belasten das Immunsystem, dass dadurch weniger Energie aufwenden kann, um Krankheitserreger zu bekämpfen. Besonders bei einer Bronchitis, zögert Rauchen den Heilungsprozess hinaus.

Zähne und Zahnfleisch: Zahnfleischbluten, freiliegende Zahnhälse und gelbe Zähne sind nur einige Folgen des Rauchens. Auch Zungenkrebs, Mundkrebs oder eitrige Wunden im Mund können durch Tabakrauchen entstehen. Das Zahnfleisch der Raucher wird weniger durchblutet und zieht sich schneller zurück. So verlieren Raucher auch früher als Nichtraucher ihre zweiten Zähne. Rauchen verursacht außerdem unangenehmen Mundgeruch.

Haut und Haare: Rauchen macht hässlich. Die Haare stinken, die Haut wird faltig und fleckig. Besonders Frauen müssen hier aufpassen. Ihre Haut wird weniger durchblutet und ist dünner als die der Männer. Das Rauchen ist hier also noch schädlicher für die Haut. Auch Pickel auf dem Rücken, Akne im Gesicht und verstopfte Poren sind besonders häufig bei Rauchern zu finden.

Augen: Das Risiko im Alter zu erblinden, steigt mit dem Zigarettenkonsum erheblich. Auch grauer Star, Kurzsichtigkeit und trockene, gereizte Augen entstehen durch das Rauchen.

Welche Vorteile hat es, mit dem Rauchen aufzuhören?

Ganz einfach: Du gewinnst an Lebensqualität, wirst gesünder und sparst jede Menge Geld. Die Preise für Tabakprodukte sind in den letzten Jahren enorm gestiegen. Wer eine kleine Schachtel am Tag raucht, gibt im Jahr durchschnittlich knapp 2.200 Euro aus. Mit dem Geld könntest Du Dir einen Urlaub finanzieren oder etwas für eine eigene Wohnung oder Dein Alter sparen.

Was passiert mit meinem Körper, wenn ich aufhöre zu rauchen?

Direkt nach Deiner letzten Zigarette, erholt sich der Körper:

Nach 20 Minuten sinken Puls und Blutdruck auf normale Werte.

Nach 12 Stunden sinkt der Kohlenmonoxid-Spiegel im Blut. Deine Organe, das Gehirn und die Muskeln erhalten mehr Sauerstoff und Deine körperliche Leistungsfähigkeit steigt.

Nach 2 Wochen bis 3 Monaten stabilisiert sich der Kreislauf. Auch die Lungenfunktion verbessert sich.

Nach 1 bis 9 Monaten musst Du weniger Husten. Auch Verstopfungen der Nasennebenhöhlen und Kurzatmigkeit gehen zurück. Die Lunge wird allmählich gereinigt, indem Schleim abgebaut wird. Die Infektionsgefahr verringert sich. Du bist weniger für Erkältungen anfällig.

Nach 1 Jahr sinkt das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um die Hälfte.

Nach 5 Jahren sinkt das Risiko für eine Krebserkrankung in der Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre und Harnblase auf die Hälfte. Das Gebärmutterhalskrebs-Risiko ist auf dem Niveau eines Nichtrauchers. Auch das Schlaganfallrisiko ist erheblich reduziert.

Nach 10 Jahren verringert sich das Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, um etwa die Hälfte. Auch die Risiken für Krebserkrankungen an Kehlkopf und Bauchspeicheldrüse gehen zurück.

Nach 15 Jahren ist das Risiko für eine koronare Herzkrankheit nicht mehr höher als bei einem lebenslangen Nichtrauchenden.

Zigarre
Raucher verbrennen bares Geld.

Wie kann ich mit dem Rauchen aufhören?

„Mit dem Rauchen aufhören ist ganz einfach. Habe ich schon tausendmal gemacht.“ Damit es nicht bei einem guten Vorsatz zu Silvester bleibt, haben wir die besten Tipps für Dich gesammelt.

  1. Du musst es wirklich wollen: Nach einer durchzechten Nacht mit gefühlt 100 gerauchten Zigaretten, schwören viele dem Nikotin ab. Leider löst sich dieser gute Vorsatz genauso schnell auf, wie eine Kopfschmerztablette in Wasser. Wenn Du wirklich aufhören möchtest, solltest Du diesen Entschluss in nüchternem Zustand und mit klarem Kopf treffen. Wer innerlich noch nicht bereit ist und eigentlich noch gerne weiterrauchen möchte, hat auch mit Nikotinpflastern und anderen Hilfsmitteln kaum eine Chance.
  2. Höre sofort auf: Manch einer möchte das Rauchen zunächst einschränken, bevor er ganz aufhört. Doch aus den fünf Zigaretten wird in stressigen Situationen schnell wieder eine ganze Schachtel. Höre besser gleich ganz mit dem Rauchen auf.
  3. Mache Sport: Studien beweisen – wer Joggen, Schwimmen oder Walken geht, wird seltener rückfällig. Der Sport an der frischen Luft produziert Glückshormone und Du hast bessere Laune.
  4. Verzichte zunächst auf Alkohol: Bier, Wein & Co. enthemmen und lassen viele gute Vorsätze in Vergessenheit geraten. Verzichte also die ersten Wochen nach dem Rauchstopp auf Alkohol.
  5. Erzähle es Deinen Freunden: Wer Freunde und Familie von seinen Plänen informiert, ist erfolgreicher. Sie haben dann mehr Verständnis, falls Du mal schlechte Laune haben solltest und motivieren Dich, wenn Du zweifelst.
  6. Spare das Geld: Werfe jeden Tag das Geld in ein Sparschwein, welches Du ansonsten für Zigaretten ausgegeben hättest. Wie wir gesehen haben, kannst Du so schnell eine ordentliche Summe sparen. Ob Du das Geld

Helfen Nikotinpflaster?

Nur bedingt: Denn die Nikotinpflaster bekämpfen nur die Symptome. Außerdem sind die schwer zu dosieren. Wer es übertreibt, wird nervös und unruhig. Das Gleiche gilt natürlich auch für Nikotinkaugummis, die dazu noch extrem schlecht schmecken. Versuche es also besser ohne diese Hilfsmittel.

Wirken Hypnose oder Akupunktur?

Hier gehen die Meinungen auseinander: Einige Menschen haben nach der Hypnose nie wieder eine Zigarette angefasst, andere qualmen direkt nach der Sitzung weiter. Eine Hypnose ist zudem sehr teuer und wird nur selten von den Krankenkassen übernommen. Akupunktur ist ebenfalls oft hilfreich, eine Garantie, gibt es aber leider nicht.

Welche Bücher sollte ich lesen, um mit dem Rauchen aufzuhören?

Eines der bekanntesten Bücher ist „Endlich Nichtraucher“ von Alan Carr. Der Autor war selbst lange Raucher und gab, nachdem er selbst aufhörte, Seminare, in denen er seine Erfolgsstrategie verriet. Die Aussage des Buches ist einfach: Niemand außer Dir selbst kann Dich zwingen, die nächste Zigarette zu rauchen. Im Verlauf des Buches belegt er, wie schädlich der Tabakkonsum ist und gibt hilfreiche Tipps, um endlich von der Sucht loszukommen. Das Buch hat Millionen Menschen auf der Welt geholfen und ist mittlerweile ein echter Klassiker.

Endlich Nichtraucher! Der einfache Weg, mit dem Rauchen Schluss zu machen
  • Allen Carr
  • Goldmann Verlag
  • Auflage Nr. 50. Auflage (19.11.2012)

Kurz gesagt:

Rauchen ist extrem gesundheitsschädlich, teuer und stinkt. Dennoch qualmen sich jedes Jahr Millionen Menschen zu Tode. Damit Du Dich von der Sucht befreist, ist ein starker Wille wichtig. Denn nur wer wirklich bereit ist aufzuhören, erfindet keine Ausreden. Mit unseren Tipps hast Du eine gute Hilfe, um Dein Vorhaben in die Tat umzusetzen. Wir wünschen Dir viel Erfolg und Freude bei Deinem rauchfreiem Leben.

 

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