Kompost anlegen und pflegen

Veröffentlicht am 23. Oktober von Philipp Senge in Garten

Im Garten fallen immer viele Gartenabfälle an. Ganz besonders im Herbst. Sträucher und Stauden zurückschneiden, Laub haken und noch einmal den Rasen mähen – wohin mit dem ganzen Grünzeug? Am besten nutzt Du die Gelegenheit und legst Dir einen Kompost an. Damit sparst Du Dir nicht nur die Entsorgung Deiner Gartenabfälle, sondern hast bald beste Komposterde für Deinen Garten. Worauf Du achten muss, wenn Du einen Kompost anlegst und wie Du ihn richtig pflegst, erfährst Du hier.

Kompost und Männerhand mit Komposterde
Eigene Komposterde herstellen ist nicht schwer und der beste Dünger für Deinen Garten

Kompost – das Schwarze Gold des Gärtners

Kompost, genauer Komposterde, genießt bei vielen Gärtnern ein hohes Ansehen. Manche bezeichnen die Komposterde sogar als Schwarzes Gold des Gärtners. Der Vergleich ist gar nicht so abwegig. Komposterde ist im Garten sehr nützlich:

  • Durch ihren hohen Humusanteil verbessert Komposterde die Bodenstruktur im Garten. Der Boden wird lockerer und kann mehr Wasser speichern.
  • Insbesondere frische Komposterde ist reich an Nährstoffen, die Deine Pflanzen zum Wachsen benötigen. Mit Komposterde kannst Du Dünger sparen.

Mit einem eigenen Kompost kannst Du bald Deine eigene Komposterde im Garten verwenden. Dafür benötigst Du zuerst einen passenden Standort.

Wo lege ich einen Kompost an?

Wenn Du einen Kompost anlegen möchtest, musst Du als erstes einen geeigneten Platz in Deinem Garten auswählen. Der sollte nach Möglichkeit folgende Kriterien erfüllen:

  1. Der Boden sollte offen sein – also nicht gepflastert oder anders versiegelt sein
  2. Der Platz sollte etwas schattig stehen
  3. Er sollte gut zu erreichen sein

Ein offener Boden ist die wichtigste Voraussetzung. Auf diese Weise können die Mikroorganismen, Kleinstlebewesen und Würmer, die im Kompost die eigentliche Arbeit leisten, ungehindert in den Kompost gelangen. Auch die Feuchtigkeitsregulierung ist bei einem offenen Boden deutlich besser gewährleistet.

Schatten spielt vor allem im Sommer eine wichtig Rolle. In der prallen Mittagshitze kann der Kompost austrocknen. Die Folge: Deine „Kompostarbeiter“ ziehen sich zurück und die Verrottung kommt zum erliegen.

Viele Menschen legen einen Kompost in der entferntesten Ecke ihres Gartens an. Sie befürchten Geruchsbelästigung oder finden den Anblick unansehnlich. Wenn Du es richtig machst, trifft beides nicht zu. Lange Wege sind unpraktisch. Vor allem, wenn viele Abfälle in einem ganz anderen Bereich Deines Gartens anfallen. Möchtest Du außerdem Küchenabfälle kompostieren, achte darauf, dass der Kompost bei Schnee und Regen gut zu erreichen ist. Am besten über einen befestigten Weg.

Aus diesen Materialien kannst Du einen Komposter bauen

Für die meisten Gärtner bedeutet „einen Kompost anlegen“ zuerst einen Kompostbehälter aufzubauen. Zwingend notwendig ist das nicht, hat aber durchaus Vorteile. Auf diese Weise grenzt Du den Kompost vom restlichen Garten ab und verhinderst, dass er überwuchert wird oder auseinander rutscht.

Kompostbehälter bekommst Du in unterschiedlichen Ausführungen. Zum Beispiel als offene Behälter, die eine seitliche Begrenzung bieten. Diese können aus Holz sein. Dauerhafter und stabiler sind Komposter aus verzinktem Metallgitter. Du kannst auch ganz einfach einen offenen Komposter aus Europaletten selber bauen.

Neben offenen Kompostern gibt es noch geschlossene Komposter. Sie werden oft als Thermo- oder Schnellkomposter bezeichnet. In ihnen läuft die Kompostierung schneller ab als in einem offenen Komposter. Sowohl offene wie geschlossene Komposter haben jeweils Vor- und Nachteile.

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Wie lege ich einen Kompost an?

Wichtiger als die Form des Komposters ist der Inhalt. Beginne mit einer Schicht aus dünnen, holzigen Abfällen, die Du direkt auf dem Boden ausbreitest. Das können zum Beispiel dünne Äste sein, die Du grob zerkleinerst. Auf diese Weise kommt ausreichend Luft an den Kompost. Das ist wichtig für den Verrottungsprozess. Gut ist es, wenn Du schon einige leicht verrottete Abfälle aus einem bestehenden Kompost untermischen kannst. Damit hast Du gewissermaßen eine Starterkulter für Deinen Kompost. Das muss aber nicht unbedingt sein.

Als nächstes schichtest Du weitere Abfälle auf. Schichte nach Möglichkeit unterschiedliche Abfälle wie Grasschnitt, alte Blütenstände und leicht verholzte Abfälle im Wechsel. Auf diese Weise wechseln sich trockenere mit feuchteren und dichtere mit lockeren Abfällen. In vielen Gartenbüchern wird empfohlen, den Kompost auf diese Weise mit einem Mal vollständig anzulegen. Das ist in der Praxis nicht immer zu machen. Du kannst Deine Abfälle auch nach und nach, wie sie anfallen auf den Kompost werfen. Dann ergibt sich ein Wechsel der Abfälle ganz von alleine. Weitere Informationen findest Du dazu in diesem Artikel: Kompost anlegen – So geht’s!

Was darf auf den Kompost?

Auf einen Kompost dürfen vor allem Abfälle aus dem Garten und rohe, pflanzliche Abfälle aus der Küche. Dabei gibt es ein paar kleinere Einschränkungen, die Du berücksichtigen solltest. Auf gar keinen Fall sollten auf den Kompost gekochte Essensreste oder tierische Abfälle wie Reste von Fleisch oder Fisch.

In der folgenden Tabelle siehst Du auf einen Blick, was auf den Kompost darf und was nicht.

Das darf auf den KompostDas darf nicht auf den Kompost
Rasenschnitt, LaubKranke Pflanzen
Obst- und Gemüsereste
Hartnäckige Unkräuter
EierschalenGekochte Lebensmittel
Tee und Kaffeefilter
Essensreste
Pappe oder Papier wie zum Beispiel Rollen von Toilettenpapier oder Küchenrolle oder auch Eierpappen (in kleinen Mengen, grob zerkleinert, keine Hochglanzprospekte)Fleisch oder Fisch
Dünnes Gehölz, zerkleinertKunststoffe oder andere Stoffe, die nicht verrotten

So pflegst Du Deinen Kompost

Die beste Pflege für Deinen Kompost ist ein ausgewogenes Verhältnis zwischen unterschiedlichen Abfällen. Wenn Du darauf achtest, dass nie zuviele Abfälle von einer Sorte auf den Kompost kommen, ist das schon die halbe Miete.

Im Sommer kann es sinnvoll sein, den Kompost zu gießen. Hebe von Zeit zu Zeit mit einer Grabgabel die oberste Schicht an. Sind die Gartenabfälle auch weiter unter trocken, solltest Du ihn gießen.

Oft wird empfohlen, den Kompost nach vier Wochen umzusetzen. Das macht nur Sinn, wenn Du den Kompost mit einem mal vollständig aufgesetzt hast. Füllst Du Deinen Kompost nach und nach mit den anfallenden Abfällen, spare dir diesen Schritt.

Nach spätestens einem Jahr kannst Du Deinen Kompost zum ersten Mal öffnen und Deine eigene Komposterde entnehmen. Dazu siebst Du den Inhalt Deines Kompostes mit einem Durchwurfsieb.

Die fertige Komposterde kannst Du direkt im Garten verteilen oder Sammeln und bei Bedarf verwenden. Frische Komposterde ist sehr reich an Nährstoffen. für manche Pflanzen und vor allem für Samen ist sie manchmal sogar zu nährstoffreich. Wenn Du die Erde im Herbst auf Deinen Beeten verteilst, haben sich die Nährstoffe bis zum Frühjahr ein bisschen im Boden verteilt und Du solltest keine Probleme mehr haben.

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So behebst Du Probleme mit Deinem Kompost

Beim Kompostieren kann es zu Problemen kommen. Kommt der Verrottungsprozess ins Stocken, ist Dein Kompost wahrscheinlich zu trocken. Versuche den Kompost zu gießen und vor Austrocknung zu schützen. Ein weiterer Grund kann zu große Hitze sein. Dieses Problem kommt bei geschlossenen Schnellkompostern öfters im Sommer vor. Lass den Deckel offen und versuche gegebenenfalls den Komposter zusätzlich etwas vor der Hitze zu schützen.

Ein größeres Problem stellt oft zu viel Nässe im Kompost dar. Die hat meist zwei Ursachen:

  • Zu viele feuchte Gartenabfälle wie zum Beispiel Grasschnit
  • Die Feuchtigkeit kann in einem geschlossenen Komposter nicht gut abziehen.

Durch zu viel Nässe im Kompost kann die Rotte ebenfalls ins Stocken geraten. Außerdem kann der Kompost anfangen zu riechen.

In beide Fällen ist es sinnvoll, trockene Abfälle unterzumischen und den Kompost ein wenig aufzulockern und damit besser zu durchlüften. Den geschlossenen Komposter kannst Du eine Weile offen stehen lassen. Dadurch kann Feuchtigkeit besser verdunsten.

Kurz gesagt

Einen Kompost anlegen und pflegen ist nicht schwer. Achte dabei immer auf eine möglichst gute Mischung der Abfälle. Trockene, holzige Abfälle sollten mit feuchten, weichen Abfällen wechseln. So sorgst Du für eine gute Durchlüftung und damit für eine gute Verrottung. Kommt es zu Problemen liegt es meist an einem unausgewogenen Verhältnis zwischen den Abfällen. Die offene oder geschlossene Form des Komposters kann eine Ursache für zu hohe Trockenheit oder einen zu feuchten Kompost sein. Die meisten Probleme lassen sich jedoch leicht in den Griff bekommen und schon bald kannst Du Deine erste eigene Komposterde im Garten verwenden.

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