Job als Babysitter – Wie wird man Babysitter?

Veröffentlicht am 10. März von Lieselotte Wever in Familie

Babysitter ist einer der beliebtesten Jobs, mit denen Schüler ihr Taschengeld aufbessern. Welche Voraussetzungen brauchen Babysitter? Wie bekommt man einen Job als Babysitter? Was gibt es dabei alles zu bedenken? Unser Artikel gibt Antwort.

Welche Aufgaben haben Babysitter?

Anders als die Bezeichnung zunächst vermuten lässt, betreuen Babysitter nicht ausschließlich Babys. Die Altersskala der ihnen anvertrauten Kinder liegt zwischen Babyalter und Teenageralter. Auch die Babysitter selbst sind zwar oft, aber nicht immer Schüler. Außerdem sind Erwachsene als Babysitter tätig.

Gehen Eltern abends aus, haben sie ihre kleinen Kinder oft schon zu Bett gebracht. Als bestellter Babysitter bist Du anwesend, damit die Kinder nicht allein sind, falls es ein Problem gibt. Bei älteren Kindern übernimmst Du im Laufe des Abends das Zubettbringen der Kinder. Beim Babysitten tagsüber genügt die bloße Anwesenheit als Aufsichtsperson nicht mehr. Du spielst mit den Kindern oder beschäftigst sie, zum Beispiel mit Malen oder Basteln. Darüber hinausgehende Betreuungswünsche sprechen die Eltern mit Dir ab. Für Notfälle erhältst Du eine Telefonliste, auf der außer den Eltern weitere Vertrauenspersonen vermerkt sind.

Wer darf Babysitter werden?

Für Babysitter ist ein Mindestalter von 13 Jahren vorgeschrieben. Es dürfen Mädchen und Jungen als Babysitter tätig sein.

Außer dem Mindestalter müssen Babysitter weitere Voraussetzungen erfüllen:

  • kinderlieb sein und Erfahrung mit Kindern haben
  • Eigenschaften: ehrlich, vertrauenswürdig, zuverlässig, verantwortungsbewusst, entscheidungsfreudig
  • Geduld und Verständnis für ungeschickte, langsame, weinende oder schreiende Kinder
  • fähig auch zu unangenehmen Tätigkeiten wie Windeln wechseln oder Erbrochenes beseitigen

Sei ehrlich zu Dir selbst: Erfüllst Du diese Anforderungen alle? Falls nicht, sieh Dich lieber nach einem anderen Job um. Du würdest Dich als Babysitter nicht wohlfühlen. Treffen dagegen alle Punkte auf Dich zu, ist Babysitter der richtige Job für Dich.

Was sagt der Gesetzgeber zu Babysittern im Kindesalter?

Das Mindestalter von 13 Jahren für Babysitter ist im § 5 des Verbots der Beschäftigung von Kindern gemäß Jugendarbeitsschutzgesetz festgehalten. Danach dürfen Kinder ab 13 Jahren einer für Kinder geeigneten leichten Beschäftigung nachgehen. Es handelt sich hier um eine Ausnahme zum grundsätzlich geltenden Kinderarbeitsverbot in Deutschland.

Die Tätigkeit darf nicht den Schulbesuch, Maßnahmen zur Berufswahlvorbereitung oder eine Berufsausbildung beeinträchtigen. Die Kinder benötigen hierfür weiterhin ausreichend Zeit und Energie. Auch Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung der Kinder müssen gewährleistet bleiben. Ein Elternteil beziehungsweise Erziehungsberechtigter muss zudem der Arbeit zustimmen.

Kinder dieses Alters dürfen höchstens 2 Stunden täglich und nicht zwischen 18 und 8 Uhr arbeiten. Jugendliche ab 15 Jahren dürfen bis 20 Uhr arbeiten. Darüber hinaus ist es ihnen erlaubt, bis zu 4 Wochen Vollzeit zu arbeiten. Sie können also während der Ferien verstärkt als Babysitter oder Kinderbetreuer arbeiten, zum Beispiel bei Ferienfreizeiten.

Wie sammelt man Erfahrung für einen Job als Babysitter?

Eltern möchten nicht irgendwem ihre Kinder anvertrauen. Auch für Deinen allerersten Babysitter-Job werden sie nach Deiner Erfahrung im Kinderbetreuen fragen. Erfährst Du rechtzeitig hiervon – wie jetzt gerade – kannst Du Dich vorbereiten. Vielleicht hast Du sogar längst Erfahrung als Babysitter!

Wenn Du nämlich jüngere Geschwister hast, wirst Du sie bestimmt schon beaufsichtigt haben, hast sie beschäftigt und mit ihnen gespielt. Gut möglich, dass Du sie gefüttert oder ihnen etwas zu essen gemacht hast. Du hast Deine Mutter beobachtet und unterstützt. Du kennst Dich von zu Hause aus gut mit Kindern unterschiedlicher Altersstufen aus. Selbst wenn Du keine kleinen Geschwister hast, hast Du vielleicht im Familienkreis oder Bekannten beim Kinderbetreuen mitgeholfen. Du hast den Kindern vorgelesen oder ihr habt Gesellschaftsspiele gespielt. War das bisher nicht der Fall, wird es jetzt Zeit, privat erste Erfahrungen für Deinen künftigen Job als Babysitter zu sammeln.

Der Umgang mit noch sehr kleinen Kindern muss Dir vertraut sein. Du darfst keine Scheu davor haben und sollst sogar geübt darin sein, Babys und Kleinkinder hochzuheben, auf den Arm zu nehmen und zu tragen. Du darfst nicht in Panik geraten oder die Nerven verlieren, wenn ein Kind mal trotzig reagiert oder brüllt.

Wie Du als Babysitter startest

Aller Anfang ist schwer – das gilt auch für den Start als Babysitter. Andere müssen erst einmal von Deinem Angebot erfahren. Erzähle im Freundes- und Bekanntenkreis sowie in Deiner Nachbarschaft herum, dass Du jetzt als Babysitter jobbst. Persönliche Empfehlungen wirken hier besonders vertrauensbildend.

Eine gute Idee ist das Anbringen eines Angebotszettels am Schwarzen Brett in Supermärkten Deines Wohnviertels. Mit Erlaubnis der Betreiber kannst Du in Krippen und Kitas Aushänge über Dein Angebot als Babysitter hinterlassen. Hier ist Deine Zielgruppe konzentriert versammelt. Du kannst damit rechnen, dass sich bei den Eltern auch außerhalb der Öffnungszeiten von Krippen und Kitas Betreuungsbedarf ergibt. Nenne in diesen Inseraten aber niemals Deinen Namen und Deine Adresse, sondern nur Deine Handy- oder Festnetznummer. Weitere Informationen über Deine Person erfahren ernsthafte Interessenten erst im direkten Gespräch.

Bei Anzeigen im Internet brauchst Du nur Deine E-Mail-Adresse anzugeben. Es existieren verschiedene, regional unterschiedliche Internet-Portale zur Babysitter-Vermittlung. Gib in die Suchmaschine einfach Deinen Wohnort und den Begriff „Babysitter“ ein, und schon erscheinen auf dem Monitor Vermittlungsportale für Babysitter an Deinem Wohnort. Dein Eintrag ist im Allgemeinen kostenlos. Ebenfalls beliebt für Babysitter-Angebote sind eBay-Kleinanzeigen.

Was muss in einer Babysitter-Anzeige stehen?

Beim Verfassen Deiner Anzeige versetzt Du Dich am besten in die Lage der Babysitter-Suchenden. Was wird sie interessieren? Vor allem das:

  • Dein Alter
  • Deine Erfahrung
  • die Dir möglichen Wochentage und Tageszeiten

Erste Interessenten für Dich als Babysitter

Beim Warten auf die ersten Babysitter-Anfragen brauchst Du wahrscheinlich etwas Geduld. Babysitter suchende Eltern werden nicht gleich auf Dich zustürmen. Das macht aber nichts. So kannst Du allmählich in Deinen Job als Babysitter hineinwachsen.

Mit Interessenten besprichst Du zunächst telefonisch oder per E-Mail den Auftrag: Wann brauchen sie Dich? Wie viele Kinder sollst Du betreuen? Welche Aufgaben erwarten Dich? Wenn alles passt, trefft Ihr Euch zu einem Kennenlerngespräch. Achte darauf, dass Du gepflegt aussiehst und zuverlässig wirkst. Am besten kommst Du in Begleitung eines Elternteils von Dir.

Denke daran: Nicht nur die Interessenten gucken, ob sie Dich als Babysitter für geeignet halten. Auch Du entscheidest bei dem Gespräch, ob Du für sie arbeiten möchtest. Hast Du ein ungutes Gefühl, weil die Eltern extrem pingelig wirken oder Dir anderweitig nicht sympathisch sind, vereinbare mit ihnen besser kein Babysitten.

Bei Interesse auf beiden Seiten hältst Du die getroffenen Vereinbarungen zum Babysitten schriftlich fest. Das sichert Euch gegenseitig ab und beugt außerdem möglichen Missverständnissen vor. Wichtig: Das Protokoll enthält auch Dein verabredetes Honorar. Natürlich hältst Du Dich als Babysitter an die Absprachen. Zum vereinbarten Termin erscheinst Du unbedingt pünktlich.

Wie viel Honorar bekommt ein Babysitter?

Dein Honorar als Babysitter hängt vom Umfang der Betreuungsaufgaben ab und außerdem von Deinem Alter. In Großstädten fallen die Honorare etwas höher aus als in ländlichen Regionen. Auskunft über die Stunden-Honorare für Babysitter verschiedener Altersstufen gibt Dir diese Übersicht:

  • 13-15 Jahre: 3-5 Euro
  • 16-18 Jahre: 5-8 Euro
  • ab 19 Jahren: 7-10 Euro

Abendliche Babysitterjobs, bei denen die Kinder bereits im Bett liegen und Babysitter nur eine Aufsichtsfunktion wahrnehmen, sind niedriger bezahlt als Babysittertätigkeiten tagsüber, bei denen die Kinder intensiver betreut werden.

In Deiner Startphase als Babysitter mit zunächst weniger Erfahrung und ohne Referenzen wirst Du Dich im unteren Bereich der Honorarskala bewegen. Mit zunehmender Erfahrung und guten Referenzen darfst Du mehr erwarten.

Babysitter: Referenzen sammeln

Machst Du einen guten Job als Babysitter, wirst Du bald Stammkunden haben, die in Zukunft sofort bei Dir anfragen, wenn sie einen Babysitter brauchen. Bitte sie um eine schriftliche Bestätigung als Referenz, dass sie mit Deinen Leistungen sehr zufrieden sind. Mit solchen Arbeitszeugnissen erhöhst Du Deine Chancen auf dem Babysitter-Markt.

Das Babysitter-Diplom

Ja, das gibt es tatsächlich: das Babysitter-Diplom! Es ist zwar nicht vergleichbar mit einem Hochschuldiplom, weist Dich aber überzeugend als fachkundigen Babysitter aus. Genau genommen erhältst Du kein Diplom, sondern ein Zertifikat. Der Begriff „Babysitter-Diplom“ ist auf dem Babysitter-Markt jedoch ein gängiger Ausdruck. Angeboten wird diese spezielle Babysitter-Ausbildung unter anderem vom Deutschen Roten Kreuz. Es geht dabei vor allem um

  • Säuglingspflege,
  • Zubereitung kindgerechter Mahlzeiten,
  • Spielpädagogik,
  • Rechte und Pflichten von Babysittern und
  • Erste-Hilfe-Maßnahmen.

Mit dem Babysitter-Zertifikat hast Du eine weitere Referenz. Du wurdest in der Babysitter-Ausbildung hervorragend auf Deinen Job als Babysitter vorbereitet. Damit weckst Du automatisch das Vertrauen von Eltern, die auf der Suche nach einem Babysitter sind.

Kurz gesagt

Babysitter ist ein toller Job für Menschen, die sich selbstständig stundenweise etwas dazu verdienen möchten. Beliebt und gut geeignet ist Babysitten auch schon für Schüler ab 13 Jahren. Erfahrung mit Kindern muss dabei vorhanden sein. Babysitter sind gesucht für Kinder ab dem Säuglingsalter bis ins Teenageralter. Zusätzlich zu einem vertrauenswürdigen persönlichen Eindruck sollte ein Babysitter über gute Referenzen verfügen: Arbeitszeugnisse vorheriger Auftraggeber und am besten noch das sogenannte Babysitter-Diplom von einem angesehenen Ausbilder wie dem Deutschen Roten Kreuz.

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