Start Familie Umgang mit Inkontinenz: Welche Inkontinenz-Hilfsmittel gibt es?

Umgang mit Inkontinenz: Welche Inkontinenz-Hilfsmittel gibt es?

von Lieselotte Wever
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Arzt mit Diagnose-Schild Inkontinenz

Obwohl gar nicht so selten, verschweigen von Inkontinenz Betroffene lieber ihr Leiden. Es ist ihnen einfach zu peinlich. Manche mögen sich nicht einmal ihrem Hausarzt anvertrauen. Stattdessen versuchen sie, irgendwie durch den Alltag zu kommen. Improvisation und Verzicht werden dabei zur Gewohnheit. Schade, denn es gibt Hilfsmittel, die ein weitgehend freies Leben trotz Inkontinenz erlauben.

Was ist Inkontinenz?

Inkontinenz bedeutet den Kontrollverlust über die Harnblase oder den Darm. Dabei ist die Blaseninkontinenz häufiger als die Darminkontinenz. Betroffen sind Frauen und Männer. Grundsätzlich kann Inkontinenz in jedem Alter auftreten, wobei sie Senioren am häufigsten trifft. Inkontinenz tritt in unterschiedlichen Formen und Ausprägungsgraden auf.

Geschätzt 10 % der Einwohner in Deutschland sind von Inkontinenz betroffen. Die Annahme basiert auf der Vermutung, dass nur jeder zweite deswegen zum Arzt geht.

Was ist Blaseninkontinenz?

Harninkontinenz oder Blasenschwäche sind gängige Begriffe für eine Inkontinenz der Blase. Genau genommen stellt bereits ein ungewollter Urinabgang beim Lachen, beim Niesen oder bei schwerem Heben eine Blaseninkontinenz dar – die sogenannte Belastungsinkontinenz. Hier fühlen sich Betroffene jedoch kaum beeinträchtigt. Anders sieht es bei weiteren Formen der Blaseninkontinenz aus:

  • Dranginkontinenz: Die oft als Reizblase bezeichnete Inkontinenz wird vor allem als nervig wahrgenommen. Bereits geringe Urinmengen lösen rund um die Uhr häufigen und intensiven Harndrang aus. Ein WC sollte stets in der Nähe sein.
  • Mischinkontinenz: Die Kombination aus Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz tritt unterschiedlich stark auf.
  • Überlaufinkontinenz: Die Blase lässt sich nicht aktiv entleeren. Sie steht ständig unter Druck. Zum bereits darin befindlichen Urin kommt frischer hinzu, was zum Überlaufen der Blase und zum ständigen unwillkürlichen Urinabgang führt.
  • Reflexinkontinenz: Ursächlich sind meistens beschädigte oder missgebildete Nerven, die dadurch die Steuerung der Blasenentleerung nicht mehr ausüben können. Aufgrund fehlerhaft ausgelöster Nervenimpulse können Betroffene die Entleerung ihrer Blase nicht mehr kontrollieren.
Schilderbaum zu WC Möglichkeiten im Wald

Was ist Darminkontinenz?

Darminkontinenz wird auch als Stuhlinkontinenz bezeichnet. Umgangssprachlich sind für den Darminhalt eher Begriffe wie Kacke und Scheiße oder weniger vulgär Kot üblich. Medizinisch wird hier anstelle von lateinischen, griechischen oder englischen Fachbegriffen häufig von Stuhl gesprochen, woher auch der allseits geläufige Begriff Stuhlgang stammt sowie die Ableitungen „Stuhlabgang“ oder „eingestuhlt“.

Die 3 Grade der Darminkontinenz

Der Beginn einer Darminkontinenz kann sich unspektakulär durch ein mangelhaftes Zurückhalten von Darmwind – umgangssprachlich Pups oder Furz– zeigen. Gelegentlich kommt es dabei zum Abgang von etwas Darminhalt, im Volksmund auch „falscher Freund“ genannt. Die Schwere einer Darminkontinenz wird in drei Gradstufen nach Parks unterschieden:

  • Grad 1 – leichte Form: unkontrollierter Abgang von Darmwinden
  • Grad 2 – mittelschwere Form: unkontrollierter Abgang von dünnflüssigem Stuhl
  • Grad 3 – schwere Form: unkontrollierter Abgang von festem, geformtem Stuhl

Varianten der Darminkontinenz

Gradstufen allein beschreiben eine Stuhlinkontinenz unzureichend. Erst die unterschiedlichen Formen der Inkontinenz runden das Bild ab:

  • Inkontinenz durch Speicherfunktionsstörung: Der kurz vor dem Darmausgang gelegene Schließmuskel des Rektums hält üblicherweise den Darminhalt bis zur Entleerung zurück. Insbesondere nach Darm-OPs oder entzündlichen Darmerkrankungen wie Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn kann es hier zu nachteiligen Veränderungen kommen: Die Schließmuskelfunktion ist gestört, zum Beispiel durch Vernarbung, oder die sogenannte Ampulle als Rektumspeicher ist verkleinert. Als Folge tritt häufigerer Stuhlgang auf, oft als ungewollter Kotverlust vor dem Toilettengang.
  • Sensorische Darminkontinenz: Maßgeblich für die Stuhlkontrolle ist die Wahrnehmung des Stuhldrangs durch die in der Schleimhaut des Analkanals befindlichen Nerven. Bei einigen Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall sowie bei Bewusstseinsverlust ist das nervliche Empfinden jedoch gestört oder ausgeschaltet. Ebenso kann bei einem Analprolaps, bei dem das untere Rektum nach außen gestülpt ist, das sensorische Empfinden für abzusetzenden Kot mindern. Vergleichbares gilt auch für Operationen am Darm, nach denen die Analschleimhaut ihre nervliche Wahrnehmungsfähigkeit eingebüßt hat. Die durch Stuhldruck sonst ausgelösten Signale zur Darmentleerung bleiben aus.
  • Muskuläre Darminkontinenz: Verantwortlich hierfür ist meistens ein geschädigter Schließmuskel, oft entstanden durch einen Dammriss bei der Geburt, gelegentlich auch aufgrund einer eingeschränkten Funktionsfähigkeit der Beckenbodenmuskulatur als typische Begleiterscheinung einer Beckenbodeninsuffizienz. Schwangerschaften begünstigen ein Nachlassen der Beckenbodenmuskulatur. Als weitere Ursachen für muskuläre Darminkontinenz kommen Darmoperationen oder eine nachlassende Elastizität des Schließmuskel infrage sowie Kombinationen einzelner muskulärer Beeinträchtigungen.
  • Neurogene Darminkontinenz: Hier geht die Störung der Darmentleerungskontrolle vom Gehirn aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig, zum Beispiel: Tumore und Krebsmetastasen, Demenz, Schlaganfall, Multiple Sklerose oder Schädigung der Nerven im Gehirn und Rückenmark.
  • Verstopfung: Was viele nicht wissen: Die auch als Obstipation bezeichnete Verstopfung kann ebenfalls Auslöser einer Stuhlinkontinenz sein. Entzieht die Dickdarmschleimhaut dem Kot zu viel Flüssigkeit, dickt er ein und verfestigt sich. Das kann so weit gehen, dass es zur Bildung harter Kotballen beziehungsweise Kotsteinen kommt. Es kommt zur Koprostase. Dabei versperrt die Anhäufung von überdurchschnittlich festem Kot den Weg durch den Darm einschließlich des Darmausgangs. Der Darminhalt lässt sich nicht mehr willkürlich entleeren. Wie entsteht dadurch eine Stuhlinkontinenz? Aus dem Darmbereich oberhalb der Stuhlblockade gibt die Darmwand vermehrt Flüssigkeit ab, um so das Hindernis aufzulösen. Durch die Zwischenräume der entstandenen Kotsteine gelangt dieser flüssige Stuhl aus dem Darm hinaus. Irrtümlich wird das Phänomen dann häufig als herkömmlicher Durchfall angesehen. Statt den vermeintlichen Durchfall zu bekämpfen, muss hier unverzüglich der weiterhin im Darm verbliebene verhärtete Stuhl entfernt werden – durch Ausräumen per Hand, über einen Einlauf oder chirurgisch.

Wann mit Inkontinenz zum Arzt?

Wie du den Beschreibungen der Blaseninkontinenz und der Darminkontinenz entnehmen kannst, gibt es zahlreiche Erscheinungsformen mit unterschiedlichen Ursachen. Während einige „nur“ lästig sind, können hinter anderen behandlungsbedürftige Erkrankungen stecken. Dabei gibt es sowohl gute wie auch schlechte Nachrichten. Manche der Inkontinenzen lassen sich therapeutisch erfolgreich behandeln und beheben. Andere wiederum kann der Arzt höchstens mildern.

Dieser Artikel hat rein beratende Funktion. Er soll nicht den fachkundigen Rat eines Arztes, Heilpraktikers oder Apothekers ersetzen. Bei Verdacht auf eine Inkontinenz gehe bitte zum Arzt, am besten zuerst zum Hausarzt. Bei Blaseninkontinenz empfiehlt sich anschließend der Gang zum Urologen – dem Spezialisten für Blase und Harnwege, bei Darminkontinenz zum Gastroenterologen – dem Spezialisten für den Verdauungstrakt.

So unangenehm Inkontinenz ist, lässt sie doch Raum für Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben. Darum ist ein Arztbesuch bei Verdacht auf Inkontinenz so wichtig. Hier erhältst du eine kompetente Diagnose für die Art deiner Inkontinenz und erste wertvolle Tipps zum Umgang damit. Wenn du künftig mit einer Inkontinenz leben musst, stehen dir außerdem verschiedene Möglichkeiten zum Erhalt oder Gewinn neuer Lebensqualität zur Verfügung. Näheres dazu erfährst du jetzt.

Frau muss dringend auf die Toilette

Wie umgehen mit Inkontinenz?

Inkontinenz ist mit Unbehagen und Scham verbunden. Jeder dürfte schon einmal erlebt haben, wie es sich anfühlt, wenn ungewollt Urin oder Kot abgeht. Gesunde Menschen müssen womöglich auf Kindheitserinnerungen zurückgreifen, als sie es nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schafften. Doch selbst dann werden sie noch nachempfinden, wie unangenehm sich das anfühlte. Zur körperlichen Missempfindung gesellte sich Scham über das Ereignis. Inkontinente Menschen sind dauerhaft mit dem Kontrollverlust über ihre Ausscheidungen konfrontiert. Neben unangenehmen Gefühlen verursacht ihnen ihr Leiden zusätzlichen Aufwand. Sie benötigen mehr Zeit für Reinigungsmaßnahmen – zum einen für ihren eigenen Körper, zum anderen für beschmutzte Objekte wie zum Beispiel Wäsche einschließlich Bettwäsche und der Matratze. Gelegentlich werden Neuanschaffungen notwendig. Erhöhter Pflegeaufwand und finanzielle Ausgaben sind bei einer Harninkontinenz oder Stuhlinkontinenz unbestritten notwendig. Doch mit genug Wissen um die zahlreichen existierenden Hilfsmittel zur Beherrschung einer Inkontinenz für ein möglichst unbeschwertes Leben hat die Diagnose der Inkontinenz ihren Schrecken verloren.

Die richtigen Hilfsmittel bei Inkontinenz

Fange bei Inkontinenz gar nicht erst an, zu improvisieren. Es wird dich unnötig Zeit und Nerven kosten. Für jede Art der Inkontinenz stehen dir viele verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung, deren Qualität und Nutzwert eigene Kreationen uninteressant machen. Für bestimmte Inkontinenzartikel gewähren Krankenkassen Zuschüsse oder übernehmen definierte Kontingente sogar ganz. Dazu später noch mehr. Jetzt lernst du erst einmal verschiedene Inkontinenzprodukte näher kennen.

Matratzenschutz

Beim Schlafen macht das Bewusstsein Pause. Ein Malheur durch Inkontinenz lässt sich nie ganz ausschließen. Selbst wenn der Schläfer eine Inkontinenzhose trägt, spürt er womöglich nicht rechtzeitig, wenn diese verrutscht und etwas daneben geht. Eine durch Urin oder Kot verschmutzte Matratze lässt sich leider nicht zum gründlichen Durchwaschen in die Waschmaschine stecken. Sie lässt sich nur oberflächlich reinigen. Dazu bleibt meist eine unappetitliche optische Beeinträchtigung zurück. Irgendwann beginnt die Matratze zu riechen. Jedes Jahr oder gar alle paar Monate eine neue Matratze kaufen geht ins Geld und ist auch sonst nicht nachhaltig.

Die Lösung für dieses Problem ist einfach: Matratzenschutz. Er verhindert, dass die Matratze selbst überhaupt etwas abbekommt. Der Matratzenschutz beziehungsweise Matratzenschoner fängt Verschmutzungen auf, bevor sie die Matratze erreichen. Eine Matratzenauflage oder ein Matratzenbezug aus Gummi oder Kunststoff hält nicht nur Flüssigkeiten vor dem Eindringen in die Matratze zurück, sondern ist darüber hinaus schnell wieder gereinigt – durch Abwischen und Waschen.

Über den glatten, kühlen Matratzenschutz aus Gummi oder Kunststoff legst du entweder das gewohnte Laken und/oder eine zusätzliche Inkontinenzauflage aus Molton.

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Am Körper getragene Inkontinenzprodukte

Wohlfühlen trotz Inkontinenz: Das erreichst du mit Inkontinenzhilfsmitteln, die du direkt am Ausgangsort der ungewollt abgegebenen Ausscheidungen trägst. Das größte Angebot gibt es unter den aufsaugenden Inkontinenzprodukten. Betroffene sind hiermit oft schon völlig zufrieden.

Aufsaugende Hilfsmittel für Inkontinenz sind durch ihr weiches Innenvlies hautsympathisch und beugen Hautreizungen vor. Unter der Vliesoberfläche, im Inneren der Einlage, Vorlage oder Windel, befindet sich ein hochsaugfähiger sogenannter Saugkern. Dieser Kern besteht aus einem Zellstoffgemisch, das einen extrem starken Flüssigkeitsbinder enthält. Dabei wird der Urin in Gel verwandelt, das selbst unter Druck nicht nachgibt.

Einen weiteren Vorteil hat der gelegentlich auch als Superabsorber bezeichnete Saugkern: Er wirkt Geruch entgegen. Sein spezielles Material verhindert dank der Gelbildung des Urins die Ursache von schlechtem Geruch: die bakterielle Zersetzung. Als weiterer Effekt beugt das durch den Saugkern trockenere Milieu Irritationen und Erkrankungen der Haut vor.

Neben der Kategorie der aufsaugenden Hilfsmittel gibt es noch die der ableitenden Inkontinenzartikel. Wir stellen dir beide Varianten mit Beispielen vor:

Aufsaugende Inkontinenzprodukte

Die aufsaugenden Produkte gibt es in einer Bandbreite für leichte bis schwere Inkontinenzformen als

  • Einlagen
  • Vorlagen
  • Windeln
  • Windelhosen

Moderne Inkontinenzartikel in guter Qualität sind diskret tragbar. Weder müssen sie sich unter der Kleidung abzeichnen, noch quietschen oder rascheln sie. Außerdem blockieren sie nach außen dringenden Geruch.

Kauftipp: Großpackungen sind preisgünstiger und reichen wochenlang.

Einlagen

Bei leichter Harninkontinenz liegt der Einsatz von Damenbinden, Slipeinlagen oder gar geschichtetem Toilettenpapier nahe. Es erscheint zunächst praktisch. Hinzu kommt, dass es vielen schwer fällt, ihre eingetretene Inkontinenz zu akzeptieren. Sie scheuen den Schritt, professionelle Hilfsmittel gegen Inkontinenz zu kaufen. Oft muss erst etwas passieren, zum Beispiel ein peinlicher Fleck auf der Kleidung, dass ein Umdenken und Hinwenden zu „richtigen“ Inkontinenzprodukten einsetzt.

Einlagen erinnern im Aussehen an eine Damenbinde. Im Unterschied zu dieser können sie jedoch erheblich mehr Flüssigkeit speichern, selbst noch bei mittlerer Harninkontinenz.

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Vorlagen

Die Vorlage ist sozusagen die große Schwester der Einlage. Mit ihrem größeren Fassungsvermögen ist sie für mittlere bis schwere Harninkontinenz gedacht. Obwohl sie dicker ist, zeichnet sie sich unter geschickt gewählter Kleidung – weite Hosen, Röcke oder Kleider – nicht ab. Für sicheren Sitz trägst du Vorlagen in einer darauf abgestimmten Fixierungshose.

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Inkontinenz-Slip

Im Inkontinenz-Slip befestigst du deine Einlagen oder Vorlagen. Das Höschen ist normalen Unterhosen überlegen. Es ist ein anschauliches Beispiel, wie verglichen hiermit sämtliche Improvisationsversuche nur stümperhaft wirken können. Ein Inkontinenz-Slip ist im Allgemeinen aus kochfester Baumwolle und verfügt über einen feuchtigkeitsundurchlässigen Zwickel sowie einen seitlichen Auslaufschutz. Der Inkontinenz-Slip ist von einem herkömmlichen Slip erst bei genauerem Hinsehen zu unterscheiden.

Windeln und Windelhosen

Windeln und Windelhosen empfehlen sich bei Harn- und Stuhlinkontinenz mittleren bis schweren Grades. Sie sind in der Lage, bis zu 3 Liter Flüssigkeit aufzusaugen. Je nach Ausprägung der Inkontinenz kommt die Windel oder Windelhose nur ergänzend über Nacht anstelle der Vorlage zum Einsatz oder durchgehend ganztags.

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Windeleimer

Wohin mit den gebrauchten Windeln und Windelhosen? Windelprodukte für Erwachsene sind nicht nur voluminös. Sie riechen außerdem unangenehm. Einmal abgenommen, verströmen sie den sonst während des Tragens zuverlässig zurückgehaltenen Geruch. Im normalen Hausmüll erweisen sie sich rasch als Störfaktor. Willst du wirklich alle paar Stunden zum Müllplatz laufen?

Ein Windeleimer mit ausreichend Fassungsvermögen und geruchsdichtem Deckel löst das Problem der ausgedienten voller Windeln. Sein innen angebrachter Folienschlauch nimmt den Windelmüll auf. Ist er voll, entsorgst du ihn in der Mülltonne oder im Müllcontainer. Anschließend bringst du im Windeleimer einen frischen Folienschlauch an.

Windeleimer JANIBELL Akord, 41 Liter | Windel-Eimer für Erwachsene | Diskretes Windel-Entsorgungs-System | Entsorgung Inkontinenz-Material
  • Maße: 36,5 x 31,3 x 58,0 cm | Gewicht: 3,6 kg | Fassungsvermögen: 41 Liter | Farbe: weiß
  • 1 Folienschlauch ist im Lieferumfang enthalten und bereits vorinstalliert
  • Vorteile: geruchseinschließend, einfach zu reinigen, mit Doppeldichtungs-Deckel, hohe Kapazität, diskrete und elegante Lösung

Ableitende Inkontinenzprodukte

Was tun, wenn selbst das Saugvermögen von Windeln einer besonders schweren Harninkontinenz nicht mehr gewachsen ist? Insbesondere Kontrollverlust über einsetzenden Harndrang wird leicht zum Problem, wenn dies die Kapazität von aufsaugenden Hilfsmitteln vorzeitig erschöpft. Hier bieten ableitende Inkontinenzprodukte Abhilfe: Katheter sowie Kondom-Urinale. Sie erlauben sogar Mobilität und ausreichende Sicherheit für Unternehmungen außer Haus. Ist der mitgeführte Urinbeutel voll, lässt er sich diskret zwischendurch auf einer Toilette leeren. Benutzer von Harnkathetern finden schnell ihre Routine.

Noch ein paar Worte zu den Urinbeuteln von ableitenden Systemen bei Inkontinenz: Es ist zwar möglich, Urin über den Katheter oder das Kondom-Urinal in die Toilette zu entleeren. Da ableitende Inkontinenzhilfsmittel jedoch gerade deshalb zum Einsatz kommen, weil die Urinabgabe mangels Kontrollvermögen unwillkürlich geschieht, gehört ein Urinbeutel unbedingt dazu. Noch mobile Personen tragen ihn oft in einer Art Manschette am Oberschenkel, gelegentlich auch in der Hüftregion. Für Bettlägerige gibt es größere Beutel zum Anbringen am Bett, wie du vielleicht schon in einem Pflegeheim oder Krankenhaus gesehen hast.

Katheter

Katheter sind für Männer und Frauen zur Ableitung des Urins gut geeignet. Dafür werden sie über die Harnröhre in die Harnblase hineingeführt. Ein zu langer Katheterschlauch kann gekürzt werden. Obwohl oft als Dauerkatheter angepriesen, solltest du dir oder deinem inkontinenten Angehörigen regelmäßig ein neues Exemplar können. Frage hier zu deinen Arzt nach dem empfehlenswerten Zeitraum bis zum nächsten Wechsel. Auch wenn ein Dauerkatheter das Leben mit Harninkontinenz erleichtert, ist er kein bloßes Lifestyle-Produkt, sondern ein medizinisches Hilfsmittel. Er soll nur dann zum Einsatz kommen, wenn aufsaugende Inkontinenzprodukte an ihre Grenzen stoßen. Ein Katheter muss penibel gepflegt werden, sonst droht eine Infektion durch Mikroorganismen.

Die Auswahl unter Harnkathetern ist groß. Darunter eignen sich einige eher für bettlägerige Personen, andere sind nicht zum Tragen unterwegs geeignet. Das Anlegen eines Katheters sollte nicht zu kompliziert sein, gerade auch für medizinische Laien. Ein überzeugendes Beispiel für den diskreten Gebrauch auch unterwegs, angenehm tragbar und gut anzulegen siehst du hier:

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  • Es ist für die Verwendung mit Beinbeutelkathetern konzipiert. Es verfügt über eine leichte Stretch-Stützbekleidung mit Innentaschen, die sicher und diskret Ihre Beintasche an Ort und Stelle halten. Bequeme Stretch-Material ermöglicht volle Bewegungsfreiheit und wickelt sich um das Bein ohne Klebstoff oder Rasur.
  • Waschbarer und wiederverwendbarer Urinbeutelhalter

Kondom-Urinal

Das Kondom-Urinal eignet sich nur für Männer. Es ist für diejenigen gedacht, die unter unkontrollierbarem Urinabgang leiden, jedoch keinen Katheterschlauch einführen möchten. In seinem Namen verrät das Kondom-Urinal bereits seine Art der Verwendung: Es wird äußerlich wie ein herkömmliches Kondom aufgezogen. Da es länger getragen wird, sorgt ein hautfreundlicher Klebstoff für verlässlichen Halt. Der auch beim Kondom-Urinal zur Ableitung des Urins verwendete Schlauch sitzt unten an der Spitze, von wo er in einen ebenfalls am Körper getragenen Beutel mündet.

Besonders praktisch im Gebrauch sind mit einer Inkontinenzhose kombinierte Kondom-Urinal-Systeme – wie hier zu sehen:

Tragbare Urinbeutel-Inkontinenzhose für Männer, Urinalsystem mit Auffangbeutel Tragbarer auslaufsicherer Beinpinkelkatheterhalter
  • BEIHILFE BEI ​​Inkontinenz: Diese Inkontinenzhose ist für ältere Menschen und Personen geeignet, die an Blasenleckagen oder Inkontinenz leiden. Große Hilfe für männliche Patienten mit Harninkontinenz (Paketliste: 1 x Urintrichter + 1 x reine Baumwollunterhose + 1 x Katheter +2 x Urinbeinbeutel)
  • GROSSE LAGERFÄHIGKEIT: Mit zwei 500ml Urinbeinbeuteln mit hoher Verdickung wird der Urin schnell vom Urinal in den Auffangbeutel geleitet. Tragbar und einfach zu bedienen. Der Urinalsack kann Sie länger bewegen und frei bewegen. Keine Angst vor Harnhosen.
  • EINFACHE VERWENDUNG: Tragen Sie den Körper wie eine Unterhose, den Harnleiter am Bein und den Urinbeutel am Unterschenkel. Kann sich bewegen und gehen und hat vor Ärger keine Angst vor nassen Hosen. Dreh-Wasserlassen-Ventil, bequem zu bedienen.

Wie wichtig Hautpflege bei Inkontinenz ist

Bei Inkontinenz ist die Haut andauernd und intensiv mit Feuchtigkeit in Kontakt. Dadurch weicht sie auf. Außerdem reizen die in Harn und Kot enthaltenen Stoffe die Hautoberfläche. Das kann zu Ekzemen, Verletzungen und Entzündungen bis hin zu Geschwüren führen. Was bereits für jüngere Menschen ein Risiko ist, bedeutet für Senioren erst recht ein Problem. Ihre Haut regeneriert sich nach Schädigungen nicht mehr so gut wie in jungen Jahren. Sie ist außerdem dünner und empfindlicher geworden. Im Alter treten zudem häufiger Erkrankungen auf, die sich auch nachteilig auf die Haut auswirken, zum Beispiel Diabetes mellitus.

Dekubitus vorbeugen

Eine weitere Gefahr ist der Dekubitus: Er tritt auf, wenn bettlägerige Personen zu selten ihre Position verändern. Das Liegen auf stets derselben Stelle und der damit verbundene kontinuierliche Druck auf die betroffene Hautpartie blockiert die Hautversorgung. Es bildet sich ein sogenanntes Druckgeschwür. Regelmäßiges Umlagern von bettlägerigen, bewegungseingeschränkten Personen ist daher zur Verhinderung eines Dekubitus eine grundlegende Vorbeugungsmaßnahme. Neben dieser klassischen Ursache für einen Dekubitus durch Wundliegen begünstigt bei Inkontinenz auch die erhöhte Feuchtigkeit der Haut eine Dekubitusentwicklung.

Die richtige Körperpflege

Gründliche Körperpflege einschließlich sorgfältiger Hautpflege bei Inkontinenz beugt Hautschäden vor. Dabei soll die Haut so trocken wie möglich gehalten werden. Das erreichst du mit gut aufsaugenden Einlagen, Vorlagen und Windeln. Wechsele diese Inkontinenz-Hilfsmittel rechtzeitig. Du sparst am falschen Ende, wenn du versuchst, die Aufnahmekapazität bis zum Letzten auszunutzen. Gereizte und entzündete Haut mit ansprechend höherem Pflegeaufwand an Zeit und Kosten wären die Quittung. Denn: Urin greift den Säureschutzmantel der Haut an. Im Kot enthaltene Verdauungsenzyme für Protein wirken schädlich auf die Hautoberfläche ein. Ebenso vermehren sich ansonsten eher harmlose Bakterien und Pilze in der feuchten Umgebung prächtig und können bei ohnehin schon gestresster Haut Infektionen auslösen. Die Haut älterer Menschen begünstigt derartige Prozesse, da sie weniger elastisch ist. Es bilden sich leichter feine Risse, die schädlichen Mikroorganismen weitere Angriffsflächen bieten.

Nimm zum Waschen der Haut ein pH-neutrales Produkt, am besten mit rückfettenden Substanzen. Verwende lauwarmes Wasser. Pflegeöle und Wasser-in-Öl-Emulsionen haben sich ebenfalls zur Hautreinigung bewährt. Denke nur an ihren praktischen Einsatz beim Windelwechsel von Babys.

Verzichte auf übermäßiges Rubbeln beim Trocknen. Tupfe die Haut lieber vorsichtig ab. Der Hautreinigung folgt das Auftragen einer Pflegecreme. Sie soll Feuchtigkeit spenden und das Eindringen schädlicher Bakterien und Pilze verhindern. Sehr zu empfehlen ist eine Barrierecreme beziehungsweise Barrieresalbe, die – wie die Bezeichnung andeutet – neben ihrer hautpflegenden Eigenschaft eine schützende Barriere über die Hautoberfläche legt.

Achtung: Einige barrierebildende Cremes und Salben legen nicht nur über die Hautoberfläche einen Schutz, sondern auch über das Inkontinenzhilfsmittel. Vaseline zum Beispiel dringt in das Material der Vorlagen und Windeln ein und beeinträchtigt die Saugfähigkeit.

Bevorzuge milde und möglichst duftneutrale Pflegeprodukte, die Haut erfahrungsgemäß weniger irritieren. Weißt du, dass es unter Pflegemitteln auch geruchsneutralisierende Produkte gibt? Natürlich dürfen sie keine Pflegeschritte ersetzen. Doch sorgen sie für mehr Wohlbefinden einschließlich der Gewissheit einer gepflegten Außenwirkung.

Körperpflege bei Inkontinenz: typbedingt

Das größte Körperorgan, die Haut, ist ein sehr persönliches Organ. Jede Haut reagiert auf ihre eigene Weise. Auf dem Weg zu deinen Lieblingsprodukten wirst du verschiedene Pflegemittel ausprobieren müssen. Was dem einen Inkontinenten mit empfindlicher Haut gut bekommt, ist deshalb für einen anderen nicht automatisch gleichfalls geeignet.

Hautirritationen bei Inkontinenz: Wann zum Arzt?

Keine Experimente! Entzündungen und Geschwüre gehören in die Behandlung eines Arztes. Auch hartnäckige Rötungen, Abschuppungen und andere vergleichsweise harmlos erscheinende Hautveränderungen bedürfen einer ärztlichen Abklärung.

Beratung einer Seniorin zu Inkontinenz

Unterstützung der Krankenkassen beim Kauf von Inkontinenzprodukten

Für den Kauf von Inkontinenzprodukten erhältst du finanzielle Unterstützung von der Krankenkasse. Während der Leistungsumfang der privaten Krankenversicherungen vom jeweils gewählten Versicherungstarif abhängt und entsprechend unterschiedlich ausfällt, lassen sich für die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen eindeutigere Aussagen treffen. Daher bezieht sich dieser Abschnitt auf Regelungen von gesetzlichen Krankenkassen. Bist du privat versichert, erkundigst du dich sinnvollerweise direkt bei deiner Krankenversicherung. Dennoch werden dir die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen Anregungen geben für die Fragen an deine private Krankenversicherung.

Unbedingt notwendig: Inkontinenz-Rezept

Am Beginn steht die Feststellung der medizinischen Inkontinenz durch den behandelnden Arzt. Nach Diagnosestellung einer mindestens mittelgradigen Harn- oder Stuhlinkontinenz fertigt der Arzt für die Krankenkasse ein Inkontinenz-Rezept aus. Nur dann wird diese die Ausgaben für Inkontinenzprodukte übernehmen oder bezuschussen. Dafür muss sie auch Art und Grad der Inkontinenz wissen. Schließlich hängen hiervon Art und Menge der benötigten Hilfsmittel ab. Für ihre Leistungen unterscheiden die Krankenkassen zwischen Harninkontinenz und Stuhlinkontinenz. Zusätzlich orientieren sie sich zur Beurteilung jedes Einzelfalls an insgesamt drei Fallgruppen, gestaffelt nach Schwere und Behandlungsaufwand der Inkontinenz.

Ein Inkontinenz-Rezept bestätigt nicht nur das Vorhandensein einer Inkontinenz und dafür benötigte Hilfsmittel, sondern es muss bestimmte Punkte aufführen:

  • Diagnose der Inkontinenz einschließlich Ausprägungsgrad: zum Beispiel mittelschwere Harninkontinenz
  • Krankenkassen-Fallgruppe
  • Art der benötigten Hilfsmittel, zum Beispiel Vorlagen oder Einlagen
  • Menge beziehungsweise Stückzahl der Hilfsmittel
  • Verordnungszeitraum – bei dauerhafter Inkontinenz ruhig gleich für zwölf Monate
  • Kennzeichnung des Hilfsmittels mit einer dafür vorgesehenen Nummer

Das Hilfsmittel mit seiner vorgesehenen Nummer – oder mehreren– wird dabei oft über ein separates Hilfsmittelrezept verordnet.

Einige Krankenkassen arbeiten zur Versorgung ihrer Versicherten mit einem bestimmten Leistungsträger zusammen. Nur wer seine Inkontinenzprodukte von dort bezieht, erhält einen finanziellen Zuschuss oder eine Kostenübernahme.

Sind Kassenpatienten nur preiswerte Inkontinenz-Hilfsmittel erlaubt?

Die von Krankenkassen gewährten finanziellen Unterstützungen für den Kauf von Hilfsmitteln bei Inkontinenz decken höchstens einen durchschnittlichen Anspruch an Qualität und Menge der Artikel ab. Gestaffelt nach dem jeweiligen Ausmaß der gesundheitlichen Beeinträchtigung sollen die Leistungen ein würdevolles Leben mit Inkontinenz sicherstellen.

Deswegen brauchst du nicht auf Inkontinenzprodukte zu verzichten, die dir einen höheren Komfort bieten. Ebenso steht es dir frei, zum Beispiel Einlagen häufiger am Tag zu wechseln, als es die Krankenkasse vorsieht. Du zahlst dann eben selbst, was über die Leistungshöhe deiner Krankenkasse hinausgeht. In Einzelfällen ist es sinnvoll, Rücksprache mit dem zuständigen Krankenkassenmitarbeiter zu halten. So ist es möglich, dass bei einem teuren Produkt sich die Krankenkasse bis zu ihrem Höchstsatz beteiligt und du den Rest übernimmst. Kläre dies aber bitte vor dem Kauf, da eventuell im Nachhinein ein Zuschuss abgelehnt wird. Frage lieber einmal zu viel als zu wenig. Bleib locker und sage dir: Mehr als nein sagen können sie nicht. Okay, das wäre ärgerlich. Vielleicht geht aber mehr, als du zunächst angenommen hattest.

Gibt es Leistungen von der Pflegekasse?

Je nachdem, wie stark die Inkontinenz das Leben einschränkt, solltest du auch an die Beantragung eines Pflegegrades bei der Pflegekasse denken. Gerade bei älteren Personen beeinträchtigen meistens weitere Krankheiten die Lebensqualität zusätzlich. Sie fließen mit in die Begutachtung ein und erhöhen die Chance auf die Erteilung eines Pflegegrades. Besteht bereits eine Pflegegrad-Einstufung, kann eine neu hinzugekommene Inkontinenz den Grad erhöhen und damit die Pflegeleistungen.

Über ihre gradabhängigen Pflegeleistungen hinaus gewährt die Pflegekasse für bestimmten Bedarf Zuschüsse. Für den Kauf von Inkontinenzartikeln steuert die Pflegekasse aktuell monatlich 40 Euro bei. Immerhin: Umgerechnet aufs Jahr macht das beinahe einen halben Tausender aus. Diesen Zuschuss der Pflegekasse für Inkontinenzartikel kannst du ohne extra bürokratischen Aufwand nutzen, indem du von darauf spezialisierten Anbietern für den typischen Inkontinenzbedarf zusammengestellte Sets bestellst – zum Beispiel die HYGIBOX, die Curabox oder eine der Boxen von Sanubi.

Tabu Inkontinenz: Warum?

Obwohl es hierzulande seit Jahrzehnten Inkontinenzprodukte zu kaufen gibt, wissen viele Menschen noch immer wenig darüber. Klar, Inkontinenz ist kein attraktives Gesprächsthema. Ähnlich wie der eigene Tod wird Inkontinenz gern verdrängt. Wobei: Seit einiger Zeit ist zu beobachten, dass sich mehr Menschen mit ihrem unausweichlichen Tod auseinandersetzen als früher. Es ist sehr zu wünschen, dass auch das Thema Inkontinenz bei Erwachsenen bald kein Tabu mehr ist. Schließlich schreckt kaum jemand davor zurück, sich mit anderen ausgiebig über Windelhygiene und Körperpflege von Babys zu unterhalten. Warum also nicht auch bei Inkontinenz von Erwachsenen? Warum erst warten, bis die Situation eingetreten ist? Warum erst dann mit der Suche nach geeigneten Inkontinenz-Hilfsmitteln beginnen?

Bald zum Arzt!

Aus Scham schieben viele von Inkontinenz Betroffene ihren ersten Arztbesuch deswegen lange vor sich her. Glück im Unglück hat, wer immerhin noch das Internet als seinen Verbündeten in Sachen Inkontinenz betrachten darf. Doch noch immer haben viele der von  Inkontinenz am häufigsten betroffenen Senioren keine oder nur oberflächliche Internetkenntnisse. Oft haben sie nicht einmal einen PC. So bleibt es ihnen außer dem Zugang zu umfassenden Informationen über Inkontinenz verwehrt, ihre Hilfsmittel diskret online zu bestellen. Doch auch die Internet-Erfahrenen sollten bei Inkontinenz bald zum Arzt gehen. Schließlich kann hinter einer zwar lästigen, aber vergleichsweise harmlosen gesundheitlichen Beeinträchtigung eine ernsthafte Erkrankung stecken.

Sei sicher: Was dir persönlich unangenehm oder sogar peinlich ist, ist für deinen Arzt Alltagsroutine. Inkontinenz steht in Arztpraxen sozusagen auf einer Peinlichkeitsstufe mit Grippe, Windpocken oder Verdacht auf Blinddarmentzündung – abgesehen davon, dass einem Arzt und seinem medizinischen Fachpersonal sowieso kaum noch etwas peinlich sein kann.

Ähnliches wirst du auch in Apotheken erleben. Allerdings musst du hier bei umstehenden Kunden mit extra weitgestellten Ohren und ebenso großer Neugier rechnen. Medizinische Laien also, die Inkontinenz womöglich zum Kichern bringt oder zu taktlosen Bemerkungen hinreißt. Hast du deswegen Sorge, schreibe dein Anliegen auf einen Zettel, den du dem Apotheker vorlegst. Wahrscheinlich sind dir schon einmal in Medikamenten-Anzeigen die kleinen Zettel zum Ausschneiden zur Vorlage in der Apotheke bei bestimmten Produkten aufgefallen.

Inkontinenz nicht länger totschweigen!

Du tust nicht nur der Gesellschaft allgemein, sondern auch dir selbst einen Gefallen, wenn du versuchst, das Thema Inkontinenz stärker in die Öffentlichkeit zu bringen. Mit der Zeit wirst du freier und natürlicher darüber sprechen können. Wo heute so offen über verschiedene noch vor einigen Jahren unaussprechliche Dinge geredet wird, braucht Inkontinenz erst recht kein Tabu mehr zu sein.

Fazit

Inkontinenz verunsichert Betroffene oft sehr. Neben ihrer gesundheitlichen Beeinträchtigung sehen sie sich auch in ihrer gewohnten Lebensgestaltung eingeschränkt. Außerdem schämen sie sich, schieben einen klärenden Arztbesuch auf und verschlimmern so ihr Problem. Einige Formen der Inkontinenz sind durchaus erfolgreich therapierbar. Bei dauerhafter Inkontinenz schenken vielfältige Hilfsmittel neue Lebensqualität und Unabhängigkeit. Noch immer sind sie vielen nicht bekannt. Es wird Zeit, das oft totgeschwiegene Thema Inkontinenz aus seiner tabuisierten Nische herauszuholen. Inkontinenz ist weiter verbreitet, als viele ahnen.

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