Gartenteich anlegen, gestalten und pflegen

Veröffentlicht am 29. September von Philipp Senge in Garten

Wasser spielt in jedem Garten eine wichtige Rolle. Ohne Wasser wachsen keine Pflanzen. Was liegt da näher, als dieses wichtige Element in den Garten zu integrieren? Am besten gelingt das in Form eines Gartenteiches. Bevor Du aber zum Spaten greifst und loslegst, solltest Du einige Dinge bedenken. Gute Planung ist bei einem Gartenteich ausgesprochen wichtig. Sie entscheidet maßgeblich über den Erfolg Deines Vorhabens. Wir verraten Dir, worauf es bei einem Gartenteich ankommt, wie Du ihn gestaltest und später pflegst.

Gartenteich mit Seerosen und einem Frosch auf einem Seerosenblatt
Das könnte einmal ein Besucher in Deinem eigenen Gartenteich sein

So legst Du einen Gartenteich an

Ein Gartenteich ist ein schöner Ort zum Beobachten, Genießen und Ausspannen. Er bietet Lebensraum für die verschiedensten Tiere und Pflanzen. Kein Wunder, dass Gartenteiche ein beliebtes Gestaltungselement in Gärten sind. Sie lassen sich auf viele unterschiedliche Weisen anlegen, gestalten und auch nutzen. Größe, Form, Bepflanzung, all das kannst Du individuell nach Deinem Geschmack und Deinen Vorlieben festlegen. Es gibt jedoch einige Punkte, die Du in jedem Fall beachten solltest. Hier erfährst Du, wie Du Deinen Gartenteich richtig planst, anlegst und worauf Du bei Deinem fertigen Teich bei der Pflege achten musst.

Welche Arten von Gartenteichen gibt es?

Bei der Gestaltung Deines Gartenteiches stehen Dir unzählige Möglichkeiten zur Verfügung. Dabei kannst Du Dich grundsätzlich zwischen zwei unterschiedlichen Arten von Gartenteichen entscheiden:

  1. Naturnahe Teiche, die vielen verschiedenen heimischen Tier- und Pflanzenarten Lebensraum bieten
  2. Streng formale Teiche, bei denen die Formgebung und Gestaltung sowie die Verwendung der Materialien eine entscheidende Rolle spielen

Naturnahe Teiche fügen sich durch möglichst natürlich wirkende, geschwungene Formen in ihre natürliche Umgebung ein. Ein naturnaher Teich verfügt über zahlreiche verschiedene Bereiche, die vielen Pflanzen und Tieren Lebensraum bieten. Diese Art von Teichen besticht später durch einen üppigen und vielseitigen Pflanzenwuchs.

Das völlige Gegenteil ist ein streng formaler Gartenteich. Bei dieser Art von Teichen stehen die Architektur, Formgebung und die Art der verwendeten Materialien im Vordergrund. Insgesamt wirken sie sehr repräsentativ. Formale Teiche sind zum Beispiel als Koiteiche sehr beliebt.

Zwischen den beiden Teich-Arten gibt es zahlreiche Zwischenformen. Die Art des Teiches wählst Du am besten so aus, dass sie zu Deiner restlichen Gartengestaltung passt.

Mit welchen Materialien lässt sich ein Gartenteich anlegen?

Um einen Gartenteich anzulegen kommen vor allem drei unterschiedliche Materialien in Frage:

  • Teichfolie
  • Fertigteiche
  • Beton

Teichfolie ist eine strapazierfähige Kunststofffolie. Ihr Vorteil besteht darin, dass Du bei der Formgebung Deines Teiches sehr frei bist. Du kannst nach Deinen Vorstellungen Deinen Teich ausheben und formen. Anschließend legst Du ihn mit Folie aus. Am besten hebst Du Dein Loch für den Teich etwas tiefer aus und füllst eine rund 10 cm hohe Schicht aus Sand ein. Auf dem weichen Sand kannst Du Folie auslegen, ohne dass spitze Steine die Folie beschädigen können.

Je nach der Größe Deines Teiches solltest Du Teichfolie in unterschiedlicher Stärke verwenden:

  • 0,5 mm für Gartenteich mit einer Fläche bis zu 10 Quadratmeter
  • 0,5 – 1,0 mm für größere Teiche mit einer Tiefe bis 150 Zentimeter
  • 1,0 – 1,5 mm für Teiche mit einer Tiefe von mehr als 150 Zentimeter

Bei einem Fertigteich handelt es sich um eine Art Wanne aus Kunststoff. Der Fertigteich ist vorgeformt und wird im Ganzen in die Erde eingesetzt. Ein Vorteil ist, dass sie sehr stabil und robust sind. Fertigteiche eignen sich besonders gut für kleine Teiche.

Gerade bei formalen Teichen mit streng geometrischen Formen kommt häufig ein weiteres Material zum Einsatz: Beton. Ähnlich wie bei einem Schwimmbecken wird der Teich damit ausgekleidet und abgedichtet.

Größe, Standort und Teichzonen für einen Gartenteich

Die Größe Deines Teiches hängt vor allem davon ab, wie groß Dein Garten ist. Aber auch, wenn Du ein sehr großes Grundstück hast, kannst Du unter Umständen nur einen kleinen Teich anlegen. Damit Dein Gartenteich sich in Zukunft gut entwickelt, benötigst Du einen geeigneten Standort. Das bedeutet:

  • Er sollte hell sein, aber möglichst ohne volle Mittagssonne
  • Er sollte nicht unmittelbar neben einem Baum oder Büschen liegen
  • Bei abfallendem Gelände sollte er aus optische Gründen möglichst am tiefsten Punkt liegen
  • Er sollte ausreichenden Abstand zu Versorgungsleistungen wie Strom-, Wasser- oder Gasleitungen haben, die bereits in der Erde liegen

Bekommt Dein Teich zu viel direkte Sonne kann das später den Algenwuchs begünstigen. Aus dem gleichen Grund sollte er auch nicht direkt neben einem Baum oder Büschen liegen. Im Herbst würde das Laub direkt ins Wasser fallen. Das Laub würde sich um Laufe der Zeit zersetzen und dabei Nährstoffe ins Wasser abgeben. Das begünstigt ebenfalls das Algenwachstum. Eine weitere Gefahr, die von Bäumen oder auch Büschen ausgehen kann, sind die Wurzeln. Wachsen sie in Richtung Gartenteich können sie bei Folienteichen die Folie beschädigen.

Hast Du einen geeigneten Standort gefunden, musst Du Dir über die Form und die Profilierung Deines Gartenteiches Gedanken machen. Das bedeutet, dass Du den Teich in verschiedene Bereiche einteilen musst. Die Bereiche haben unterschiedliche Tiefen und auf diese Weise ergibt sich ein Profil für Deinen Gartenteich. Die Teichzonen sind wichtig für die Bepflanzung des Teiches. Jede Zone ist für bestimmte Pflanzen geeignet, die nur in bestimmten Tiefen wachsen. Schilf wächst zum Beispiel nur in flachem Wasser. Seerosen benötigen hingegen tieferes Wasser. Weil bei formalen Teichen die Bepflanzung nicht so stark im Vordergrund steht, wirst Du Dir hier weniger Gedanken um verschiedene Teichzonen machen müssen.

Folgende Teichzonen werden unterschieden:

  • Sumpfzone: 0-10 cm Wassertiefe
  • Flachwasserzone: 20-40 cm Wassertiefe
  • Tiefwasserzone: 60 cm und tiefer

Teich anlegen

Hast Du die Planungen für Deinen Gartenteich abgeschlossen, geht es an die Umsetzung. Markiere als erstes den Umriss Deines Teiches. Als nächstes kannst Du beginnen, das Loch auszuheben. Bei kleineren Teichen kannst Du das einfach mit dem Spaten machen. Ab einer gewissen Größe wirst Du um den Einsatz eines Baggers nicht herumkommen. Achte beim Ausheben Deines Loches schon auf die unterschiedlichen Teichzonen. Hast Du die Erdarbeiten abgeschlossen, kannst Du den Fertigteich einsetzen oder die Teichfolie auslegen. Ziehe den Rand der Folie etwas hoch. So erzeugst Du eine sogenannte Kapillarsperre. Sie verhindert, dass die Pflanzen oder der Rasen um den Teich mit dem Wasser im Teich in Kontakt kommen. Wenn das passiert, würde das Wasser im Teich wie mit von einem Schwamm regelrecht aufgesogen.

Sobald die Folie ausgelegt oder der Fertigteich eingelassen ist, kannst Du beginnen, den Teich mit Wasser zu befüllen und zu bepflanzen. Dafür solltest Du auf keinen Fall Garten- oder Blumenerde verwenden, nimm stattdessen spezielle Teicherde.

So pflegst Du Deinen Gartenteich

Genauso wie ein Gartenbeet musst Du auch Deinen Gartenteich regelmäßig pflegen. Ähnlich wie in einem Beet solltest Du regelmäßig abgestorbene Pflanzenteile aus dem Wasser entfernen, Laub abfischen und Fadenalgen entfernen. Auch wuchernde Wasserpflanzen solltest Du im Zaum halten und gegebenenfalls teilweise entfernen. Gerade Laub und abgestorbene Pflanzenteile aber auch Fischkot bringen viele Nährstoffe ins Wasser. Das Wasser wird trübe, oft kommt es zu Sauerstoffmangel und das Gewässer kippt um. Im Herbst kannst Du Deinen Gartenteich mit einem Netz vor Laub schützen. Möchtest Du Fische im Gartenteich halten, solltest Du bereits bei der Planung auf jeden Fall ein Filtersystem berücksichtigen.

Kurz gesagt

Einen Gartenteich anzulegen ist im Grunde nicht schwierig. Damit Du später möglichst viel Freude hast, solltest Du gründlich planen. Neben dem Standort solltest Du Dir vor allem Gedanken machen über die Bepflanzung und die Teichzonen, die Du dafür benötigst. Die Pflege des fertigen Gartenteiches ist später ebenfalls nicht sehr schwierig. Du kannst den Aufwand in etwa mit der Pflege eines großen Gartenbeetes vergleichen.

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